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Recycling und Entsorgung: Hersteller und Anbieter

60 Firmen

Vom Sammelbehälter bis zum Rezyklat

Unter Recycling und Entsorgung fasst das Verzeichnis Betriebe zusammen, die Verpackungsabfall aus Haushalten, Handel und Industrie erfassen, sortieren und stofflich aufbereiten. Die Kette beginnt bei der Behälterstellung und Abholung, führt über Umschlag und Vorsortierung in Sortieranlagen für Leichtverpackungen und endet bei Mahlgut, Regranulat, Altpapierballen oder Glasscherben definierter Qualität. Typische Verfahren sind die optische Sortierung mit Nahinfrarot-Sensorik, Wind- und Siebklassierung, Magnet- und Wirbelstromabscheidung, Nassmahlung, Wäsche sowie Extrusion. Für Glas kommen Aufbereitungslinien mit Keramik-, Stein- und Porzellanabscheidung hinzu, für Papier, Pappe und Karton Stofflöser und Sortierstufen in der Papierfabrik. Wie eine solche Linie technisch aufgebaut ist, beschreibt der Beitrag zur Kunststoff-Recyclinganlage; die Verfahrensvarianten und Quotenlogik ordnet der Überblick zum Kunststoff-Recycling in Deutschland ein.

Ergänzend übernehmen Anbieter die Rücknahme von Transport- und Umverpackungen, Branchenlösungen für gewerbliche Anfallstellen, das Management von Pfandsystemen sowie die Rücknahme von Agrar- und Bauchemieverpackungen. Auch Rücknahmeautomaten und Zähl- und Sortierzentren für Einwegpfandflaschen gehören in dieses Feld.

Prüfpunkte bei der Vergabe

Ausschlaggebend sind Stoffströme, Mengen und Standortnetz: Wer bundesweit Anfallstellen bedient, braucht andere Strukturen als ein regionaler Entsorger. Auf der Nachweisseite gelten die Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, insbesondere die Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb nach § 56 KrWG in Verbindung mit der Entsorgungsfachbetriebeverordnung (Stand: September 2026). Für Verpackungen kommen die stofflichen Verwertungsquoten hinzu, die für 2026 noch nach § 16 Abs. 2 VerpackG fortgelten (ab dem 1. Januar 2027: § 42 Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG)) und je Material unterschiedlich hoch ausfallen. Soll Rezyklat wieder in Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden, ist die Verordnung (EU) 2022/1616 über recycelte Kunststoffe in Lebensmittelkontaktmaterialien maßgeblich; sie verlangt zugelassene Recyclingverfahren und ein dokumentiertes Qualitätssicherungssystem. Rezyklatanteile schreibt zusätzlich die Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR) vor, die Mindestrezyklatanteile daraus gelten ab dem 1. Januar 2030.

  • Nachweise: Entsorgungsfachbetrieb, Managementsysteme nach ISO 9001 und ISO 14001
  • Rezyklatqualität: Spezifikation, Chargenrückverfolgung, Freigabemuster
  • Dokumentation: Wäge- und Mengenmeldungen, Entsorgungsnachweise, Registerpflichten

Anbieterstruktur und Beispiele

Im Verzeichnis treffen drei Typen aufeinander. Erstens Entsorgungs- und Recyclingkonzerne mit eigenen Anlagen, etwa PreZero Deutschland KG in Porta Westfalica, Veolia Umweltservice GmbH in Hamburg, ALBA plc & Co. KG in Berlin. Zweitens Systembetreiber und Rücknahmeorganisationen, die Stoffströme organisieren, ohne selbst zu sortieren, darunter Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH in Köln, Interzero Holding GmbH & Co. KG in Berlin, Reclay Holding GmbH in Herborn, Landbell GmbH in Mainz, Noventiz GmbH in Köln, BellandVision GmbH in Pegnitz, Zentek GmbH & Co. KG in Köln sowie RIGK GmbH in Wiesbaden. Drittens Technik- und Infrastrukturanbieter wie TOMRA Sorting GmbH in Mülheim-Kärlich und TOMRA Systems GmbH in Langenfeld, dazu die DPG Deutsche Pfandsystem GmbH in Berlin. Materialhersteller mit eigenem Rücklauf sind ebenfalls vertreten, etwa Wiegand-Glas Holding GmbH in Steinbach am Wald und Smurfit Westrock Deutschland GmbH in Hamburg. Den ordnungspolitischen Rahmen dazu erläutert der Beitrag zur Kreislaufwirtschaft in der Verpackungsindustrie. Verwandte Leistungen in diesem Verzeichnis sind Duale Systeme und Lizenzierung, Nachhaltige Materialien, Zertifizierung und Ökobilanz sowie Mehrwegsysteme.

Häufige Fragen

Wer muss Verpackungen entsorgen lassen?

Für systembeteiligungspflichtige Verpackungen liegt die Verantwortung beim Erstinverkehrbringer, der sich an einem dualen System beteiligt. Gewerbliche Anfallstellen beauftragen Entsorger direkt und benötigen dafür die abfallrechtlichen Nachweise.

Was bedeutet der Zahlencode im Recyclingdreieck?

Die Ziffern kennzeichnen den Werkstoff und erleichtern Sortierung und Materialerkennung. Bedeutung und Rechtsgrundlage sind im Glossar zum Recycling-Code dargestellt.

Lässt sich jedes Material im Kreis führen?

Nein. Mehrschichtige Verbunde, starke Einfärbungen, Etikettenklebstoffe und Barrierelagen erschweren die Sortierung und Aufbereitung. Die Bewertung erfolgt anhand des Mindeststandards für die Bemessung der Recyclingfähigkeit nach § 26 Absatz 3 VerpackDG.

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