Was Faltschachtelhersteller fertigen
Faltschachteln bestehen aus Faltschachtelkarton mit Grammaturen von etwa 200 bis 500 Gramm je Quadratmeter. Die gängigen Sorten werden nach ihrem Faseraufbau unterschieden: GC-Karton mit gestrichener Frischfaserdecke und holzhaltigem Kern, GD- und UD-Sorten mit hohem Altpapieranteil, Vollpappe für formstabile Sets. Die Fertigung folgt einer festen Kette aus Druck, Veredelung, Stanzen, Rillen, Nutzentrennen und Kleben; Sonderformen entstehen als Stülpschachtel, Automatikboden, Tray mit Steckdeckel oder Kombination mit einer Schale aus Mikrowelle. Die Bauformen sind im ECMA-Code des europäischen Faltschachtelverbands systematisiert.
Kartonagen im weiteren Sinn umfassen zusätzlich Innenteile, Gefache, Hülsen, Sammelpackungen und Displayaufsteller. Zur Abgrenzung von Zuschnitt und Bauform hilft der Beitrag Faltschachtel; die Rolle der Schachtel als Umverpackung erläutert der Artikel Sekundärverpackung.
Kriterien für die Anbieterwahl
Faltschachteln sind fast immer bedruckt, deshalb entscheidet die Drucktechnik über Anbieterkreis und Losgröße. Bogenoffset dominiert bei mittleren und großen Serien, Digitaldruck bei Varianten, Tests und Kleinserien. Der Beitrag Offsetdruck ordnet die Verfahren ein, Lackierungen und Prägungen behandelt der Artikel Druckveredelung.
Regulatorisch trennen sich die Anforderungen nach Branche. Im Lebensmittelkontakt gelten die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004, die Gute Herstellungspraxis nach Verordnung (EG) Nr. 2023/2006 und für Papier und Karton die BfR-Empfehlung XXXVI (Stand: September 2026). Pharmafaltschachteln benötigen Blindenschrift nach Artikel 56a der Richtlinie 2001/83/EG, ausgeführt gemäß DIN EN ISO 17351, sowie Vorkehrungen für die Erstöffnungssicherung und die Serialisierung nach Delegierter Verordnung (EU) 2016/161. Für alle Segmente gelten die Systembeteiligungspflichten des VerpackG und die Designvorgaben der Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR), deren wesentliche Teile ab 12. August 2026 gelten.
Anbieter im Verzeichnis
Drei Anbietergruppen lassen sich unterscheiden: Pharma- und Kosmetikspezialisten mit validierten Prozessen und Reinraumzonen, klassische Faltschachtelwerke für Lebensmittel und Konsumgüter sowie Online-Druckereien mit Standardformaten und festen Lieferzeiten. Im Verzeichnis geführt sind unter anderem die August Faller GmbH & Co. KG in Waldkirch, die Edelmann GmbH in Heidenheim an der Brenz, die KARL KNAUER KG in Biberach, die CCL Faubel GmbH in Melsungen, die SAICA Pack Central Europe GmbH + Co. KG (THIMM) in Northeim, die Zerhusen Kartonagen GmbH in Damme, die Klingele Paper & Packaging SE & Co. KG, die Smurfit Westrock Deutschland GmbH in Hamburg, die PackEx GmbH in Worms sowie die Onlineprinters GmbH in Fürth, die WIRmachenDRUCK GmbH in Backnang und die Unitedprint.com SE in Radebeul.
Verwandte Leistungen sind Wellpappe, Verpackungsdruck, Veredelung (Prägen, Lackieren, Kaschieren), Stanzformen und Werkzeuge sowie Kartonaufrichter und Verschließer.
Häufige Fragen
Wie unterscheiden sich GC- und GD-Karton?
GC-Sorten haben eine gestrichene Frischfaserdecke und wirken in Weißgrad und Druckbild hochwertiger. GD-Sorten bestehen überwiegend aus Altpapier, sind preisgünstiger und bei dickeren Ausführungen sehr steif.
Braucht jede Arzneimittelschachtel Braille?
Die Pflicht nach Richtlinie 2001/83/EG betrifft den Namen des Arzneimittels und gilt für Humanarzneimittel; für bestimmte Ausnahmen wie Krankenhauspackungen können abweichende Regelungen gelten.