Marktüberblick: Wissen, Nachweise und Dienstleistung
Diese Rubrik versammelt die Akteure, die nicht selbst produzieren, aber darüber mitentscheiden, ob eine Verpackung funktioniert und zulässig ist. Sechs Leistungsfelder gehören dazu: Verpackungsentwicklung und Design, Verpackungsprüfung und Labore, Kontraktverpackung und Co-Packing, Beratung und Schulung, Verbände und Institute sowie Messen und Fachmedien. Für Einkauf und Produktmanagement ist das oft der erste Anlaufpunkt, weil hier die Anforderungen definiert werden, bevor Angebote für Packmittel oder Maschinen eingeholt werden.
Entwicklung und Design sind im Verzeichnis mit dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV (Freising), dem BFSV Verpackungsinstitut Hamburg (Hamburg), pacoon (München), KMS TEAM (München), Zeichen & Wunder (München) und Ludewig Ablängtechnik (Grevenbroich) belegt. Die Bandbreite reicht von Strukturkonstruktion und Materialauswahl bis zu Markenauftritt und Regalwirkung. Konstruktive Kennwerte wie die Biegesteifigkeit und ihre Prüfung erläutert der Beitrag zur Steifigkeit von Verpackungen.
Prüfung, Kontraktverpackung und Verbände
Prüfung und Labore decken Fraunhofer IVV, PTS – Institut für Fasern & Papier (Heidenau), ISEGA (Aschaffenburg), Innoform Testservice (Oldenburg), das BFSV Verpackungsinstitut Hamburg und die Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (Berlin) ab. Typische Aufträge sind Transportsimulationen, Barrieremessungen, Siegelnahtprüfungen und Konformitätsarbeit für den Lebensmittelkontakt. Für mechanische und systemtechnische Fragestellungen ist zudem das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF (Darmstadt) eingetragen.
Kontraktverpackung und Co-Packing übernehmen Packservice PS Marketing (Karlsruhe), die Mühle Verpackungs- und Dienstleistungs GmbH (Obertshausen), Roland Bittner (Backnang), die Wilhelm Hammesfahr Speditionsgesellschaft (Monheim am Rhein) sowie Edelmann (Heidenheim an der Brenz), August Faller (Waldkirch) und KARL KNAUER (Biberach/Baden). Wann sich eine Auslagerung rechnet und wie die Schnittstellen zu definieren sind, behandelt der Beitrag zum Co-Packing.
Beratung, Schulung und Interessenvertretung bündeln das Deutsches Verpackungsinstitut dvi (Berlin), der Fachverband Faltschachtel-Industrie FFI (Frankfurt am Main), der Verband der Wellpappen-Industrie VDW (Berlin), die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen (Bad Homburg), DIE PAPIERINDUSTRIE (Berlin), der Bundesverband Druck und Medien bvdm (Berlin), der Bundesverband Glasindustrie (Düsseldorf), der Verband Metallverpackungen VMV (Düsseldorf), die IVLV (Freising), GS1 Germany (Köln), GVM (Mainz), Innoform Coaching (Hasbergen) und Nennung aus der Aufzählung dieser Rubrik streichen (ZSVR gehört stattdessen zur Rubrik Recycling & Kreislaufwirtschaft, wo sie im Text auch bereits korrekt genannt wird).. Messen und Fachmedien sind mit der NürnbergMesse (Nürnberg), der Messe Düsseldorf (Düsseldorf), ella Verlag und Medien (Hürth), Ultima Media Germany (München) und dem P. Keppler Verlag (Frankfurt am Main) vertreten. Wer Nachwuchs sucht oder selbst einsteigen will, findet Studienwege im Beitrag Verpackungstechnik studieren.
Verbände und Messen erfüllen im Verzeichnis eine andere Funktion als Dienstleister: Sie liefern Auslegungshilfen zu neuen Vorschriften, Branchenstatistiken und Fachgremien, in denen Materialfragen vorab geklärt werden. Für den Marktüberblick sind die Leitmessen der Branche der schnellste Zugang; die interpack der Messe Düsseldorf und die FACHPACK der NürnbergMesse bündeln Maschinen, Packmittel und Dienstleistungen an jeweils einem Ort. Eine Mitgliedschaft lohnt vor allem dort, wo regelmäßig Stellungnahmen, Musterverträge oder Schulungsnachweise gebraucht werden.
Auswahlkriterien und Rechtsrahmen mit Stand
Bei Labordienstleistungen ist die Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 für den jeweiligen Prüfbereich das erste Kriterium, nicht der Gesamtumfang des Hauses. Transportprüfungen folgen den ISTA-Prüfprogrammen, DIN EN ISO 4180 oder ASTM D4169, Fallprüfungen der DIN EN ISO 2248; Proben werden nach DIN EN 20187 klimatisiert. Konformitätsarbeit für den Lebensmittelkontakt stützt sich auf die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 und die Verordnung (EU) Nr. 10/2011 mit Migrationsprüfungen nach DIN EN 1186 und DIN EN 13130. Die Recyclingfähigkeit wird gegen den Mindeststandard nach § 21 Absatz 3 VerpackG bewertet, den die ZSVR jährlich aktualisiert (Stand: September 2026). Für Nachhaltigkeitsaussagen gilt die Richtlinie (EU) 2024/825, anzuwenden ab dem 27. September 2026; welche Kriterien dabei tragen, ordnet der Beitrag zu nachhaltigen Verpackungen ein. Bei Co-Packing-Aufträgen sind zusätzlich Haftung, Hygienestatus und Rückverfolgbarkeit vertraglich zu fixieren.