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Veredelung (Prägen, Lackieren, Kaschieren): Hersteller und Anbieter

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Verfahren der Oberflächenveredelung

Veredelung verändert die Oberfläche einer Verpackung nach dem Druck: optisch, haptisch und funktional. Vier Verfahrensgruppen prägen die Praxis.

  • Prägen: Heißfolienprägung mit Metall-, Pigment- oder Hologrammfolie, Kaltfolientransfer inline im Offset, Blindprägung ohne Folie sowie Struktur- und Braille-Prägung für Blindenschrift auf Pharmafaltschachteln.
  • Lackieren: Dispersionslack als Schutzschicht, UV-Lack für hohen Glanz, Matt-Glanz-Kombinationen mit Effektlack, Relief- und Strukturlacke, Soft-Touch-Lack und funktionale Barriere- oder Siegellacke.
  • Kaschieren und Laminieren: Verbinden von Bedruckstoff mit Folie oder Feinpapier, siehe die Beiträge zur Kaschierung und zur Laminierung.
  • Metallisieren und Bedampfen: siehe den Eintrag zur Metallisierung.

Typische Anwendungen sind Kosmetik- und Spirituosenfaltschachteln, Premiumverpackungen für Süßwaren, Etiketten mit Sicherheitsmerkmalen und Umverpackungen im Handel, bei denen die Oberfläche am Regal wirken soll. Neben der Optik erfüllt Veredelung Schutzfunktionen gegen Abrieb, Feuchte und Fettdurchschlag.

Technische und rechtliche Kriterien

Messbar wird Veredelung über Oberflächenkennwerte: Glanzgrade werden nach DIN EN ISO 2813 bestimmt, die Haftung von Lack- und Beschichtungsschichten im Gitterschnittverfahren nach DIN EN ISO 2409 (Stand September 2026). Dazu kommen Scheuerbeständigkeit, Kratzfestigkeit, Verhalten im Falzbruch und Verklebbarkeit der lackierten Fläche. Wird über Lack geklebt, ist eine Aussparung im Klebebereich einzuplanen, weil sonst die Längsnaht nicht hält.

Bei Lebensmittelkontakt gilt der Rahmen der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004, für Kunststoffschichten Verordnung (EU) Nr. 10/2011; UV-härtende Lacke auf Primärverpackungen benötigen Nachweise zur Migration und eine Konformitätserklärung. Die Verordnung (EU) 2025/40 rückt die Recyclingfähigkeit in den Vordergrund: Folienkaschierungen und metallisierte Schichten auf Karton können die Faseraufbereitung stören, weshalb metallisierte Papiere, mattierte Dispersionslacke oder Kaltfolie in reduzierter Fläche als Alternativen geprüft werden. Wer Veredelung als nachhaltiger bewirbt, muss die Angabe nach Richtlinie (EU) 2024/825 belegen können.

Anbieter-Typen und Beispiele

Am Markt finden sich Faltschachtelbetriebe mit eigener Veredelungsabteilung, Lieferanten von Prägefolien und Lacksystemen, Maschinenhersteller für Präge- und Stanzautomaten sowie Etiketten- und Hohlkörperveredler. Im Verzeichnis eingetragen sind Edelmann GmbH in Heidenheim, KARL KNAUER KG in Biberach/Baden, STI – Gustav Stabernack GmbH in Lauterbach, colordruck Baiersbronn W. Mack GmbH & Co. KG in Baiersbronn, Gundlach Verpackung GmbH in Oerlinghausen, Schreiner Group GmbH & Co. KG in Oberschleißheim, Rathgeber GmbH & Co. KG in Oberhaching, LEONHARD KURZ Stiftung & Co. KG in Fürth, ACTEGA GmbH in Wesel, Heidelberger Druckmaschinen AG in Heidelberg, KAMA GmbH in Dresden sowie HEINZ-GLAS GmbH & Co. KGaA in Tettau, Ortsteil Kleintettau.

Verwandte Leistungen sind Verpackungsdruck, Druckfarben und Lacke, Stanzformen und Werkzeuge sowie Faltschachteln und Kartonagen.

Häufige Fragen

Heißfolie oder Kaltfolie?

Heißfolienprägung liefert höheren Metallglanz und scharfe Konturen, benötigt aber ein Prägewerkzeug. Kaltfolie läuft inline im Offset, ist bei großen Flächen günstiger und lässt sich überdrucken.

Verhindert Veredelung das Recycling?

Nicht grundsätzlich. Dispersionslacke sind unkritisch, vollflächige Folienkaschierungen und dicke Metallschichten können die Faseraufbereitung stören. Eine Bewertung vor der Serie klärt das.

Ist Braille-Prägung Pflicht?

Auf Faltschachteln für Humanarzneimittel ist die Angabe des Namens in Blindenschrift arzneimittelrechtlich vorgeschrieben. Für andere Produktgruppen ist sie freiwillig.