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Etiketten: Hersteller und Anbieter

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Etikettenarten und Aufbau

Etiketten tragen Pflichtangaben, Marke und Codierung. Technisch dominieren vier Familien. Haftetiketten bestehen aus Obermaterial, Kleber, Silikonschicht und Trägerpapier; ihren Schichtaufbau und die üblichen Klebstoffklassen beschreibt der Beitrag Selbstklebende Etiketten. Nassleimetiketten werden auf der Etikettiermaschine mit Kaltleim aufgebracht und sind bei Mehrwegflaschen verbreitet, weil sie sich in der Waschanlage ablösen. Rundum-Sleeves aus Schrumpffolie erlauben eine Dekoration über die gesamte Behälterkontur, wie der Artikel Sleeve-Verpackung zeigt. Beim Einlegeverfahren wird das Etikett im Spritzguss direkt mit dem Behälter verbunden; Verfahren und Recyclingfolgen behandelt der Beitrag In-Mould-Labeling.

Funktionale Sonderformen ergänzen das Spektrum: Mehrlagen- und Booklet-Etiketten für mehrsprachige Angaben, Sicherheits- und Verschlussetiketten mit Erstöffnungsnachweis, Thermotransfermaterial für die Kennzeichnung in der Linie, Etiketten mit integriertem Transponder.

Kennzeichnungspflichten und Prüfwerte

Der Inhalt eines Etiketts ist häufig gesetzlich vorgegeben: für Lebensmittel durch die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, für Arzneimittel durch die Richtlinie 2001/83/EG samt Serialisierung nach Delegierter Verordnung (EU) 2016/161, für Gefahrstoffe durch die CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (Stand: September 2026). Maschinenlesbare Codes folgen den GS1-Spezifikationen; Aufbau und Prüfziffer erläutert der Beitrag EAN-Code.

Technisch zu spezifizieren sind Klebkraft auf dem konkreten Substrat, Temperatur- und Feuchtebeständigkeit, Kondenswasserfestigkeit bei Kühlware, Migrationsverhalten bei Lebensmittelkontakt, Rollenaufbau und Etikettenabstand für die Spendemaschine sowie die Ablösbarkeit im Recyclingprozess. Für Klebstoffe und Obermaterialien sind die Prüfmethoden des Branchenverbands FINAT üblich.

Anbietertypen und Beispiele aus dem Verzeichnis

Zu unterscheiden sind Materialhersteller, die Haftverbunde in Rollen liefern, Etikettendruckereien mit Flexo-, Offset- und Digitalanlagen sowie Systemanbieter, die Etikett, Drucker und Spender gemeinsam anbieten. Im Verzeichnis stehen unter anderem die HERMA GmbH in Filderstadt, die Schreiner Group GmbH & Co. KG in Oberschleißheim, die All4Labels Group GmbH in Witzhave, die CCL Faubel GmbH in Melsungen, die Labelisten GmbH & Co. KG in Marktredwitz, die August Faller GmbH & Co. KG in Waldkirch, die Edelmann GmbH in Heidenheim an der Brenz, die NOVEXX Solutions GmbH in Eching sowie die Bluhm Systeme GmbH in Rheinbreitbach.

Verwandte Leistungen sind Etikettendruck, Etikettiermaschinen, Kennzeichnung und Codierung, Track & Trace und Serialisierung sowie Digitaldruck.

Häufige Fragen

Wie viele Etiketten lohnen sich im Digitaldruck?

Digitaldruck spielt seine Vorteile bei kleinen Auflagen, vielen Varianten und häufigen Textänderungen aus, weil keine Druckwerkzeuge anfallen. Bei gleichbleibenden hohen Mengen bleibt Flexodruck meist günstiger.

Welche Etiketten behindern das Recycling?

Kritisch sind große, schwer ablösbare Etiketten auf Kunststoffbehältern sowie Materialkombinationen mit abweichender Dichte. Wasserlösliche Kleber und materialgleiche Obermaterialien verbessern die Sortierung.

Wer haftet für falsche Pflichtangaben?

Verantwortlich ist grundsätzlich das Unternehmen, das das Produkt in Verkehr bringt. Der Etikettenhersteller haftet für die korrekte Umsetzung der freigegebenen Druckdaten, nicht für deren rechtliche Richtigkeit.