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Flexo- und Tiefdruck: Hersteller und Anbieter

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Zwei Rollendruckverfahren im Vergleich

Flexodruck und Tiefdruck bedrucken Bahnen und beherrschen damit die flexible Verpackung. Der Unterschied liegt in der Druckform. Flexodruck arbeitet im Hochdruck mit einem elastischen Photopolymerklischee, dessen erhabene Stellen über eine Rasterwalze mit definiertem Schöpfvolumen Farbe übernehmen. Tiefdruck nutzt einen gravierten Kupferzylinder, bei dem die Farbe in Näpfchen sitzt und ein Rakel den Überschuss abnimmt.

Daraus folgen die Einsatzfelder. Flexodruck ist rüstschneller und günstiger in der Formherstellung und deckt Auflagen von einigen Tausend bis in Millionen Meter ab; er dominiert bei Folienverpackungen, Papierbahnen, Vorauf- und Direktdruck auf Wellpappe sowie bei Etiketten. Tiefdruck liefert bei sehr großen Auflagen gleichmäßige Volltonflächen, hohe Tonwertstabilität über die Länge und eignet sich für Dekore mit anspruchsvollen Bildmotiven. Grundlagen zum Bedrucken von Bahnen behandelt der Beitrag zum Foliendruck, den Schichtaufbau der Substrate der Eintrag zur Coextrusion und die Barriereseite der Beitrag zur Barrierefolie.

Auswahlkriterien für Einkäufer

Prozessstandards existieren für beide Verfahren: ISO 12647-6 beschreibt Flexodruck, ISO 12647-4 den Publikations- und Illustrationstiefdruck (Stand September 2026); Anforderungen an Farbe und Transparenz von Skalenfarben regelt ISO 2846-1. Für die Beschaffung zählen Bahnbreite und Warenlauf, Zahl der Druckwerke und Sonderfarbstationen, Registergenauigkeit, Inline-Optionen wie Lackierung, Kaltfolie oder Kaschierung, Rasterfeinheit und die Kosten der Druckformen. Klischees für Flexo sind vergleichsweise preiswert, Tiefdruckzylinder verursachen hohe Einmalkosten, halten aber viele Nachdrucke.

Lösemittelhaltige Farbsysteme unterliegen in Deutschland der 31. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, der 31. BImSchV, mit Anforderungen an Emissionsgrenzwerte und Lösemittelbilanz (Stand September 2026); Betriebe setzen dafür Nachverbrennung oder Rückgewinnung ein. Bei Lebensmittelverpackungen gilt der Rahmen der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 samt Konformitätserklärung für die Farbe. Die Verordnung (EU) 2025/40 verlangt recyclingfähiges Verpackungsdesign, was Farbauftrag, Weißdeckung und Kaschieraufbau bei Monomaterialfolien beeinflusst.

Anbieter-Typen und Beispiele

Die Wertschöpfung teilt sich auf Maschinenbau, Druckformherstellung, Farbenproduktion und Folienverarbeitung mit eigener Druckerei auf. Im Verzeichnis eingetragen sind Koenig & Bauer AG in Würzburg und Windmöller & Hölscher SE & Co. KG in Lengerich auf der Maschinenseite, Janoschka AG in Kippenheim und SAUERESSIG Vreden GmbH & Co. KG in Vreden für Druckformen und Zylinder, Siegwerk Druckfarben AG & Co. KGaA in Siegburg und Zeller+Gmelin GmbH & Co. KG in Eislingen/Fils für Farben sowie Bischof+Klein SE & Co. KG in Lengerich, SÜDPACK Holding GmbH in Erlenmoos und Wipak Walsrode GmbH in Walsrode als verarbeitende Betriebe.

Verwandte Leistungen sind Verpackungsdruck, Druckvorstufe und Repro, Druckfarben und Lacke sowie Folien und flexible Verpackungen.

Häufige Fragen

Wann rechnet sich Tiefdruck?

Wenn die Auflage groß ist, das Motiv über Jahre unverändert bleibt und Zylinder mehrfach genutzt werden. Bei häufigen Designwechseln ist Flexodruck im Vorteil.

Was bedeutet Rasterwalzenvolumen?

Es gibt an, wie viel Farbe je Quadratmeter übertragen wird. Zu hohes Volumen führt zu Zusetzen und Punktverbreiterung, zu niedriges zu fleckigen Volltönen.

Wasser- oder lösemittelbasierte Flexofarben?

Auf Papier und Wellpappe sind wasserbasierte Systeme Standard. Auf nicht saugenden Folien bringen lösemittelbasierte oder UV-Systeme bessere Haftung, erfordern aber Emissionstechnik.