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Druckfarben und Lacke: Hersteller und Anbieter

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Farb- und Lacksysteme im Überblick

Druckfarbe ist kein Zubehör, sondern ein mitkonstruiertes Bauteil der Verpackung. Sie besteht aus Pigment, Bindemittel, Lösungs- oder Verdünnungsmittel und Additiven; das Bindemittelsystem bestimmt, auf welchem Substrat die Farbe haftet und wie sie trocknet. Verbreitet sind oxidativ trocknende Offsetfarben, wasserbasierte Flexofarben für Papier und Wellpappe, lösemittelbasierte Flexo- und Tiefdruckfarben für Folien, UV- und UV-LED-härtende Systeme für Etiketten und Kunststoffe sowie Elektronenstrahl-härtende Farben für migrationskritische Anwendungen.

Auf der Lackseite stehen Dispersionslacke als Schutz- und Glanzschicht, UV-Lacke mit hohem Glanz und Effektlacke, Matt- und Soft-Touch-Lacke, Siegel- und Heißsiegellacke, Barrierelacke gegen Fett und Wasserdampf sowie Primer als Haftbrücke. Die Härtungsmechanik erläutert der Beitrag zur UV-Beschichtung, Anwendungen im Gesamtbild der Eintrag zur Druckveredelung, die Bahnenseite der Beitrag zum Foliendruck.

Auswahl, Konformität und Emissionen

Anforderungen an Farbe und Transparenz von Skalendruckfarben regelt ISO 2846-1, die zugehörigen Prozesskennwerte die Normenreihe ISO 12647 (Stand September 2026). Für Verpackungen mit Lebensmittelkontakt gilt der Rahmen der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004, für Kunststoffschichten Verordnung (EU) Nr. 10/2011, für die gute Herstellungspraxis Verordnung (EG) Nr. 2023/2006. Eine eigene Positivliste für Druckfarben auf Lebensmittelverpackungen führt die Schweizer Bedarfsgegenständeverordnung; im europäischen Markt sind zusätzlich die Ausschlussliste und die Leitlinien des Druckfarbenverbands EuPIA etabliert. Lieferanten stellen dazu Konformitätserklärungen und Angaben zu nicht bewerteten Stoffen bereit.

Einstufung und Kennzeichnung der Zubereitungen richten sich nach Verordnung (EG) Nr. 1272/2008. Lösemittelhaltige Systeme lösen in Deutschland Pflichten nach der 31. BImSchV aus, mit Emissionsgrenzwerten und Lösemittelbilanz für den Betrieb. Weitere Beschaffungskriterien sind Farbtontreue über Chargen, Pigmentierungsgrad und Ergiebigkeit, Scheuer- und Lichtbeständigkeit, Haftung auf dem konkreten Substrat, Reinigungsaufwand beim Farbwechsel und Deinkbarkeit: Farben und Lacke, die sich bei der Aufbereitung ablösen, unterstützen die Vorgaben der Verordnung (EU) 2025/40 zur Recyclingfähigkeit. Zum Zusammenhang von Materialkreislauf und Aufbereitung siehe den Beitrag zum Kunststoff-Recycling.

Hersteller im Verzeichnis

Der Markt wird von Druckfarbenherstellern mit eigener Pigment- und Bindemittelverarbeitung, Spezialisten für Lacke und Beschichtungen sowie Anbietern von Sieb- und Digitaldrucktinten geprägt. Im Verzeichnis eingetragen sind Siegwerk Druckfarben AG & Co. KGaA in Siegburg, hubergroup Deutschland GmbH in Kirchheim bei München, Zeller+Gmelin GmbH & Co. KG in Eislingen/Fils, ACTEGA GmbH in Wesel und Marabu GmbH & Co. KG in Tamm.

Verwandte Leistungen sind Verpackungsdruck, Flexo- und Tiefdruck, Veredelung mit Prägen, Lackieren und Kaschieren sowie Klebstoffe.

Häufige Fragen

Was ist eine Konformitätserklärung für Druckfarben?

Eine Lieferantenerklärung, die die rechtliche Grundlage, geprüfte Einsatzbedingungen und Grenzen der Verwendung benennt. Sie ist Teil der Dokumentation der Verpackung.

UV oder wasserbasiert?

UV-Systeme härten sofort und haften auf nicht saugenden Substraten, verlangen bei Lebensmittelnähe aber Migrationsnachweise. Wasserbasierte Farben sind auf Papier Standard und emissionsärmer.

Warum schwankt der Farbton zwischen Aufträgen?

Ursachen sind Chargenunterschiede bei Pigmenten, abweichende Substratweiße, Farbschichtdicke und Rasterwalzenzustand. Verbindliche Messwerte und Toleranzen im Abnahmeprotokoll begrenzen das Risiko.