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Etikettiermaschinen: Hersteller und Anbieter

12 Firmen

Bauarten und Etikettierverfahren

Etikettiermaschinen bringen Informationsträger reproduzierbar und lagegenau auf Packmittel auf. Die verbreiteteste Technik ist die Selbstklebeetikettierung: Das Haftetikett wird an einer Spendekante vom Trägermaterial gelöst und per Anrollvorrichtung oder Luftstrom auf das Produkt übertragen. Alternativ arbeiten Nassleimmaschinen mit Leimwalze und Etikettenmagazin, vor allem bei Mehrwegflaschen. Rundum- und Wickeletikettierung umschließt zylindrische Behälter, Kopf- und Bodenstationen ergänzen Deckel- und Unterseiten, Mehrseitenstationen bedienen Vorder- und Rückseite in einem Durchlauf.

Daneben stehen Verfahren, die das Etikett in die Verpackung integrieren oder ersetzen: Schrumpf- und Stretchsleeves werden als Schlauch aufgezogen und thermisch angelegt, wie beim Prinzip der Sleeve-Verpackung; beim In-Mould-Labeling wird der Dekorträger bereits im Spritzgusswerkzeug eingelegt. Print-and-Apply-Systeme drucken variable Daten unmittelbar vor dem Aufbringen und verbinden so Etikettierung und Kennzeichnung.

Technische Anforderungen im Einkauf

Die Maschinenwahl hängt an Behältergeometrie, Oberfläche, Etikettenformat und Taktleistung. Runde, ovale, konische und flexible Behälter stellen sehr unterschiedliche Anforderungen an Führung und Anpressung. Weitere Kriterien sind Platziergenauigkeit und Winkeltreue, Rollenwechsel ohne Linienstopp, Rüstaufwand beim Formatwechsel, Spendeverhalten dünner Folienetiketten und die Anbindung an ERP oder MES, damit Chargen- und Variantendaten ohne Medienbruch ankommen. Zur Bewertung der Etikettenmaterialien selbst hilft die Übersicht zu selbstklebenden Etiketten.

Rechtlich und normativ sind mehrere Ebenen zu beachten (Stand: September 2026). Inhaltlich bestimmt bei Lebensmitteln die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 die Pflichtangaben und deren Lesbarkeit. Für verschreibungspflichtige Arzneimittel verlangt die Delegierte Verordnung (EU) 2016/161 zur Richtlinie 2011/62/EU seit dem 9. Februar 2019 individuelle Erkennungsmerkmale und einen Originalitätsverschluss. Codes folgen den GS1 General Specifications, ihre Druckqualität wird nach ISO/IEC 15416 für lineare und ISO/IEC 15415 für zweidimensionale Symbole bewertet, Data Matrix ist in ISO/IEC 16022 definiert. Die Verpackungsverordnung (EU) 2025/40 sieht harmonisierte Kennzeichnungsvorgaben vor, deren Detailausgestaltung über Durchführungsrechtsakte erfolgt. Maschinenseitig gelten DIN EN ISO 12100 und die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, anzuwenden ab dem 20. Januar 2027.

Hersteller und Systemhäuser im Verzeichnis

Auf Etikettiertechnik und Haftmaterial gleichzeitig ausgerichtet ist HERMA (Filderstadt). Als Anbieter von Etikettier- und Kennzeichnungssystemen sind Logopak Systeme (Hartenholm), NOVEXX Solutions (Eching) und Bluhm Systeme (Rheinbreitbach) eingetragen. WIPOTEC (Kaiserslautern) verbindet Etikettierung mit Waage- und Inspektionsfunktionen, REA Systeme und REA Elektronik (beide Mühltal) decken Kennzeichnung und Codeprüfung ab. In Getränke- und Behälterlinien arbeiten KOSME Germany (Barbing) und KHS (Dortmund), im Lebensmittelbereich MULTIVAC (Wolfertschwenden). Für pharmazeutische Anwendungen mit Serialisierung stehen Bausch+Ströbel (Ilshofen) und groninger & co. (Crailsheim).

Verwandte Leistungen sind Etiketten, Etikettendruck, Kennzeichnung und Codierung sowie Track & Trace und Serialisierung.

Kurz gefragt

Selbstklebe- oder Nassleimetikettierung?

Selbstklebetechnik ist flexibel, formatschnell und für kleine Losgrößen günstig. Nassleim spielt seine Vorteile bei hohen Stückzahlen, Papieretiketten und Mehrwegbehältern aus, weil sich die Etiketten in der Flaschenwäsche gut ablaugen lassen.

Wie wird die Qualität aufgebrachter Codes geprüft?

Über Verifier, die Kontrast, Modulation, Dekodierbarkeit und Ruhezonen nach den ISO/IEC-Verfahren bewerten und eine Note vergeben. Grundlagen der Nummernsysteme erläutert der Beitrag zum EAN-Code.

Was leistet ein Print-and-Apply-System?

Es druckt Charge, Datum, Gewicht oder Versandcodes im Takt der Linie und applikiert das Etikett sofort. Das ist sinnvoll, wenn jede Einheit andere Daten trägt, etwa bei gewichtsvariablen Produkten oder Versandeinheiten.