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Prüf- und Inspektionstechnik: Hersteller und Anbieter

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Prüfaufgaben in der Verpackungslinie

Prüf- und Inspektionstechnik kontrolliert Produkt und Verpackung im Takt der Linie und leitet fehlerhafte Einheiten aus. Die Aufgaben lassen sich in vier Gruppen ordnen. Erstens die Mengenkontrolle: Kontrollwaagen erfassen jede Fertigpackung dynamisch und regeln bei Abweichungen die Dosierung nach. Zweitens die Fremdkörperkontrolle: Metalldetektoren erkennen Eisen, Nichteisenmetalle und Edelstahl, Röntgeninspektion zusätzlich Glas, Stein, Keramik und dichte Kunststoffe; im selben Durchlauf prüft sie Füllstand und Vollständigkeit.

Drittens die optische Kontrolle: Kamerasysteme prüfen Etikettensitz und Winkel, Deckel- und Verschlusslage, Füllhöhe, Farbe, Klartext per Zeichenlesung und Codes nach Güteklasse, außerdem die Vollständigkeit in Blistern und Kartons. Viertens die Dichtheits- und Siegelkontrolle: Unterdruck-, Überdruck- und Drucktastverfahren sowie die Kameraprüfung der Siegelnaht auf Einschlüsse. Warum der Siegelprozess dabei besonders im Blick steht, erläutert der Beitrag zur Heißsiegelung. Auch die Wirksamkeit von Originalitätsmerkmalen lässt sich inline prüfen, wie der Text zur Tamper-Evident-Verpackung zeigt.

Auswahl nach Risiko und Normlage

Den Einstieg bildet die Gefahrenanalyse. Im Lebensmittelbereich verlangt Verordnung (EG) Nr. 852/2004 ein auf HACCP-Grundsätzen beruhendes Verfahren; daraus ergeben sich Lenkungspunkte, Prüfmittel und Eingriffsgrenzen. Für Fertigpackungen setzt die Fertigpackungsverordnung in Verbindung mit dem Mess- und Eichgesetz die zulässigen Abweichungen; selbsttätige Kontrollwaagen fallen unter die Messgeräterichtlinie 2014/32/EU (Stand: September 2026). Röntgenanlagen sind nach Strahlenschutzgesetz und Strahlenschutzverordnung zu betreiben, die beide seit dem 31. Dezember 2018 in Kraft sind, einschließlich Anzeige- oder Genehmigungspflicht, Bauartzulassung und Unterweisung. Codequalität wird nach ISO/IEC 15416 und ISO/IEC 15415 bewertet, die Siegelnahtfestigkeit flexibler Packstoffe nach DIN 55529 geprüft. In regulierten Branchen kommt die Qualifizierung rechnergestützter Systeme nach dem EU-GMP-Leitfaden Annex 15 hinzu, beim Export in die USA die Anforderungen an Datenintegrität nach 21 CFR Part 11.

Praktisch zählen außerdem die Erkennungsleistung am realen Produkt, die Fehlausschleusungsrate, das Rüstverhalten bei Produktwechsel, die Nachweisführung über Testkörper und die revisionssichere Speicherung der Prüfdaten.

Anbieter im Verzeichnis

Auf Wiege- und Inspektionstechnik ist WIPOTEC (Kaiserslautern) ausgerichtet, auf Fremdkörpererkennung und Materialprüfung Sesotec (Schönberg). HEUFT SYSTEMTECHNIK (Burgbrohl) verbindet Inspektion, Transport und Ausleitung im Behälterstrom. ALLTEC Angewandte Laserlicht Technologie mit der Marke Laetus (Bensheim) deckt Inspektion und Kennzeichnung für regulierte Branchen ab, REA Elektronik (Mühltal) die Prüfung von Codes. Sensorik und Bildverarbeitung als Komponenten liefern SensoPart Industriesensorik (Wieden) und wenglor sensoric (Tettnang). In eigene Linien integrierte Prüfstationen bieten Syntegon Technology (Stuttgart) und Uhlmann Pac-Systeme (Laupheim).

Verwandte Leistungen sind Kennzeichnung und Codierung, Automatisierung und Sensorik, Verpackungsprüfung und Labore sowie Track & Trace und Serialisierung.

Häufige Fragen zur Inline-Prüfung

Metalldetektor oder Röntgeninspektion?

Ein Metalldetektor ist günstiger, kompakter und genehmigungsfrei, erkennt aber nur Metalle und reagiert empfindlich auf feuchte oder salzige Produkte. Röntgentechnik findet zusätzlich nichtmetallische Fremdkörper und liefert Füll- und Vollständigkeitsdaten, erfordert jedoch Strahlenschutz und mehr Aufwand im Betrieb.

Muss jede Fertigpackung gewogen werden?

Vorgeschrieben ist die Einhaltung der Füllmengenvorgaben, nicht ein bestimmtes Verfahren. Eine statistische Kontrolle kann genügen; eine dynamische Kontrollwaage im Vollstrom vereinfacht den Nachweis und reduziert die Überfüllung.

Wie wird ein Inspektionssystem abgenommen?

Über eine Prüfspezifikation mit definierten Fehlermustern und Testkörpern, die unter Produktionsbedingungen wiederholt eingebracht werden. Ergänzend werden Schnittstellen, Rezeptverwaltung und Datenaufzeichnung geprüft; bei intelligenten Verpackungen kommen Datenträger hinzu, wie der Beitrag zu Smart Packaging beschreibt.