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ERP und MES: Hersteller und Anbieter

6 Firmen

Proalpha GmbH

Weilerbach

ERP für mittelständische Fertigung und Handel mit Branchenlösung für Spritzguss und Extrusion, Shopfloor-Anbindung und ISO-Zertifizierung.

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theurer.com GmbH

Freiberg am Neckar

Branchen-ERP und MIS C3 für Etiketten, flexible Verpackungen, Faltschachteln und Wellpappe, entwickelt in Freiberg am Neckar.

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Zwei Ebenen, eine Prozesskette

ERP-Systeme führen die kaufmännischen und dispositiven Prozesse eines Verpackungsbetriebs: Angebotskalkulation mit Material-, Rüst- und Verschnittanteilen, Auftragsverwaltung, Stücklisten und Arbeitspläne, Einkauf, Lagerführung, Versand sowie Fakturierung. MES-Systeme setzen eine Ebene darunter an und steuern die Fertigung in Echtzeit: Feinplanung und Reihenfolgebildung, Maschinen- und Betriebsdatenerfassung, Werkzeug- und Personalzuordnung, Rüstoptimierung, Ausschuss- und Stillstandsanalyse sowie Chargen- und Losverfolgung. Die Aufgabenteilung beschreibt IEC 62264, die internationale Fassung des ISA-95-Modells; für die Kommunikation zwischen Maschine und MES hat sich OPC UA nach IEC 62541 etabliert, in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie ergänzt durch die Weihenstephaner Standards (Stand: September 2026).

In Verpackungsbetrieben sind zusätzlich branchentypische Anforderungen abzudecken: Bahnbreiten und Formatrechnungen, Nutzen je Bogen, Wellpappenformate, Rollen- und Restmengenverwaltung, Werkzeugbestände für Stanzformen, Rezepturen für Druckfarben sowie Chargenrückverfolgung für Lebensmittelkontaktmaterialien.

Auswahlkriterien für Betriebe

Zuerst ist der Branchenfit zu prüfen: Rechnet das System mit Quadratmetern, Bahnlaufmetern und Nutzen oder nur mit Stückzahlen? Danach folgen Integrationsfragen. Buchhaltungsseitig gilt seit dem 1. Januar 2025 die Pflicht zur Annahme elektronischer Rechnungen im inländischen B2B-Verkehr nach § 14 UStG, technisch anschlussfähig über das Datenmodell der EN 16931; die Stufen und Fristen erläutert der Beitrag zur E-Rechnungspflicht, die Prüfseite der Beitrag zur digitalen Rechnungsprüfung. Für Aufbewahrung und geordnete Auslagerung von Altdaten ist eine Archivstrategie nötig, wie sie der Beitrag zum Information Lifecycle Management beschreibt. Weitere Prüfpunkte sind Mandanten- und Mehrwerksfähigkeit, Schnittstellen zu Maschinensteuerungen und Lagertechnik, Rückverfolgbarkeit auf Chargenebene, Rechte- und Rollenkonzept, Informationssicherheit nach ISO/IEC 27001 sowie die Verfügbarkeit von Migrationspfaden und Testsystemen. Bei Projekten mit Produktionsbezug sollte der Abnahmeumfang Maschinenanbindungen und Datenqualität ausdrücklich einschließen.

Anbieter im Verzeichnis

Für Branchen-ERP mit Druck- und Verpackungsbezug ist die theurer.com GmbH in Freiberg am Neckar eingetragen. Mittelstands-ERP liefern Forterro Deutschland Abas GmbH in Karlsruhe und Proalpha GmbH in Weilerbach. Auf Fertigungssteuerung und Betriebsdatenerfassung sind MPDV Mikrolab GmbH in Mosbach und iTAC Software AG in Montabaur ausgerichtet. Die CSB-System SE in Geilenkirchen deckt Unternehmenssoftware mit Schwerpunkt auf Prozessindustrie und Lebensmittelproduktion ab, wo Chargen- und Kennzeichnungsdaten unmittelbar mit der Verpackungslinie zusammenhängen. Verwandte Leistungen sind Track & Trace und Serialisierung, Automatisierung und Sensorik, Verpackungssoftware und CAD sowie Verpackungslogistik und Fulfillment.

Häufige Fragen

Braucht ein Betrieb neben ERP noch ein MES?

Das hängt von Maschinenzahl, Rüstaufwand und Rückverfolgbarkeitsanforderungen ab. Viele ERP-Systeme bieten Fertigungsmodule; eine echte Feinplanung mit Maschinendatenanbindung leisten meist erst MES-Lösungen.

Wie werden Maschinen angebunden?

Über standardisierte Schnittstellen wie OPC UA, bei älteren Anlagen über Zähl- und Signalerfassung oder Nachrüstmodule. Der Umfang ist vor Projektstart je Anlage zu klären.

Was passiert mit Daten bei einer Werksverlagerung?

Stamm- und Bewegungsdaten müssen migriert oder revisionssicher archiviert werden. Praxisfragen dazu behandelt der Beitrag zur Werksschließung in der Verpackungsindustrie.