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Stapellast im Lager: vom BCT-Wert zur zulässigen Last

Beitragsbild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Redaktion verpackungswirtschaft.de · Stand: 20. September 2026

Ein Prüfbericht über 3.000 N Stauchwiderstand beantwortet die Frage des Lagers nicht: Wie viele Lagen darf der Stapler aufsetzen? Der Laborwert stammt von einem leeren, frisch klimatisierten Karton, binnen Minuten zusammengedrückt. Im Regal steht derselbe Karton Monate unter Last, feuchter, oft im Verbund und auf Deckbrettern, die sich durchbiegen. Wer die Abminderungen dazwischen nicht beziffert, gibt zu viele Lagen frei oder kauft zu schwere Wellpappe.

Auf einen Blick

  • Gemessen wird nach FEFCO Nr. 50 beziehungsweise DIN 55440-1:2019-10 am leeren Karton bei 23 °C und 50 % relativer Luftfeuchte.
  • Bei 90 bis 91 % relativer Luftfeuchte bleiben je nach Papier 50 bis 57 % übrig, bei wechselnder Feuchte 42 bis 53 %.
  • Nach der Auslegungskurve von 1951 trägt ein Karton 72 % seiner Bruchlast einen Tag, 63 % zehn Tage, 55 % drei Monate; Reihen bei 90 % rF liegen darunter.
  • Die Kette schätzt ab: Eine Stapelhöhe freigeben kann nur, wer sie im Stapelversuch unter den Bedingungen des eigenen Lagers prüft.

Was im Prüfbericht steht und was nicht

Die FEFCO-Prüfmethode Nr. 50 beschreibt einen scharf umrissenen Versuch: Das leere Packstück wird mit 12,5 mm/min ± 2,5 mm/min belastet, bis es vollständig zusammengebrochen ist; vorbehandelt wird nach EN 20187 bei 23 °C ± 1 °C und 50 % ± 2 % relativer Luftfeuchte, geprüft werden zehn Packstücke. Denselben Kennwert ermittelt in Deutschland DIN 55440-1:2019-10.

Drei Eigenschaften entscheiden über die Auslegung: Der Versuch läuft im Normklima, dauert Minuten statt Monate und belastet einen zentrierten Karton ganzflächig. Wie empfindlich die dritte Bedingung ist, zeigen Druckmessungen zwischen gestapelten Schachteln: Die vier Eckbereiche tragen über 40 % der Kraft. Wie der Kennwert entsteht, behandelt der Beitrag zur Kantenstabilität.

Abminderungsfaktoren als Resttragfähigkeit. Die Bezugsgröße entscheidet, ob Faktoren multipliziert oder ausgetauscht werden. Quelle: siehe Spalte, Stand 20.09.2026.
Einfluss Belegte Spanne Bezugsgröße Im Beispiel Quelle
Klima, 90 bis 91 % statt 50 % rF 0,50–0,57 konstant, 0,42–0,53 wechselnd Karton im Normklima 0,50 Zhao 1993; Strömberg 2016
Standzeit, drei Monate 0,55 Bruchlast, Kurve über Klimata 0,55 Kellicutt und Landt 1951
Stapelbildung, drei Lagen 0,81–0,935 Einzelkarton, ohne Palette 0,81 Singh et al. 2012, Tab. 7
Verbund statt Säule 0,45 Einzelkarton, dreilagige Ladung 0,45 Fibre Box Association 1979/Ievans 1975
Verbund, neuere Reihe 0,65–0,96 Säulenstapel auf derselben Palette – Singh et al. 2012, Tab. 13–16
Auflage auf Deckbrettern 0,85–1,00 gleichmäßige Auflage 0,85 Baker 2016, zit. bei Kim et al. 2021
Überstand, 20 mm längs 0,84 Modell, 0,60–0,80 Handbuch Karton ohne Überstand, starr 0,84 Virginia Tech 2024; Fibre Box Handbook

Wie viel nach jedem Schritt von den 3.000 N bleibt, zeigt die Kette.

Vom Laborwert zur zulässigen LastVom Laborwert zur zulässigen LastAbminderungskette für einen ungünstigen LagerfallLaborwert bei 23 °C und 50 % rF3.000 NKlima: 90 % rF im Lager1.500 NStandzeit: 3 Monate unter Last825 NMuster: Verbund statt Säule371 NAuflage: Deckbretter der Palette316 NÜberstand: 20 mm an der Längsseite265 NWas daraus im Lager folgt265 N je Karton sind 27 kg Auflast.Derselbe Karton trägt klimatisiert und bündiggestapelt 12 Lagen, im feuchten Verbund 3 Lagen.Abschätzung – ersetzt keinen Stapelversuch.
Abb.: Abminderungskette vom gemessenen Stauchwiderstand zur zulässigen Dauerlast je Karton der untersten Lage. Eigene Abschätzung mit belegten Faktoren, keine Freigabe. Quelle: Zhao 1993, Kellicutt und Landt 1951, Fibre Box Association 1979, Baker 2016, Virginia Tech 2024.

Feuchte: der größte Einzelabschlag

Wellpappe ist hygroskopisch; ihre Festigkeit hängt am Feuchtegehalt, nicht an der Luftfeuchte selbst. Belastbar sind Messreihen an fertigen Schachteln: Eine Untersuchung an Neufaser- und Recyclingqualitäten fand bei 91 % relativer Luftfeuchte nur noch 57 beziehungsweise 50 % des Stauchwiderstands, bei wechselndem Klima 53 und 42 % – weniger als im Rechenbeispiel unten angesetzt. An Linern und Wellenstoffen sind es bei 90 % ebenfalls rund 50 %.

Am oberen Ende steht eine ältere, nur als Zitat greifbare Reihe mit 24 % Verlust bei 90 % relativer Luftfeuchte; solange offen ist, welcher Fall zutrifft, rechnet die Auslegung mit 0,50. Zwischenwerte liefern die Quellen nur als Kurvenbilder; wer eine teilklimatisierte Halle auslegt oder Seefracht plant, braucht eigene Messungen – siehe Klimaverpackung.

Palettenladungen mit Wellpappkartons in einer unklimatisierten Lagerhalle an einem offenen Tor
In der unklimatisierten Halle entscheidet die Luftfeuchte am ungünstigsten Lagerort über die zulässige Stapelhöhe. – KI generiertes Bild (Symbolbild)

Standzeit: der Karton kriecht

Papier ist viskoelastisch: Unter konstanter Auflast verformt sich die Schachtel weiter, bis sie kollabiert – auch weit unter der Bruchlast. Dauerlastversuche von 1951 liefern dafür eine Kurve: Ein Packstück trägt 80 % seiner Bruchlast für 2,5 Stunden, 72 % für einen Tag, 63 % für zehn Tage und 55 % bei etwa drei Monaten. Lasten nahe der Bruchlast führen innerhalb von Minuten zum Versagen. Die Kurve fasst allerdings fünf Temperatur- und sieben Feuchtestufen zwischen −6,6 und 26,6 °C und zwischen 30 und 96 % relativer Luftfeuchte zusammen: eine Auslegungskurve über Klimata hinweg, kein Wert für ein bestimmtes Klima.

Wichtiger als die Kurve ist ihre Steigung: Unterhalb von 75 % der Prüflast verlängert jede Absenkung um rund 8 Prozentpunkte die Standzeit etwa um das Achtfache. Eine Lage weniger verschiebt sie nicht um Tage, sondern um Größenordnungen. Für Standzeiten über drei Monate nennen die Quellen keinen Faktor.

Eine zweite Einschränkung wiegt schwerer: Der Zeitfaktor ist nicht klimaunabhängig. Dauerlastreihen bei 23 °C und 91 % sowie bei 26,7 °C und 90 % relativer Luftfeuchte liegen sämtlich unter der Kurve von 1951. In der Reihe von 1993 fällt die Last-Zeit-Gerade bei 91 % rF so steil, dass sie – über die gemessenen zwölf Tage hinaus fortgeschrieben – für drei Monate statt 55 % nur rund 20 % der dort gemessenen Bruchlast ergibt. Feuchte trifft die Dauerlast eben stärker als den kurz gemessenen Stauchwiderstand, wechselnde Feuchte zusätzlich. Klima- und Zeitfaktor nacheinander abzuziehen, ist deshalb nicht die sichere Seite.

Verbund oder Säule: die teuersten Zentimeter

Im Säulenstapel steht Ecke auf Ecke. Im Verbund greifen die Lagen wie im Mauerverband ineinander; das hält die Ladeeinheit zusammen, legt aber Kartonecken auf Deckflächen. Die Handbuchliteratur beziffert den Unterschied deutlich: Ausgerichtet säulengestapelte Kartons behalten 85 % ihres Stauchwiderstands, ein Verbundmuster kostet 50 %, nach Angaben der Fibre Box Association bis zu 55 %.

Neuere Messungen an vier Kartongrößen und zwei Palettentypen nutzen eine andere Bezugsgröße: Dort kostete der Verbund gegenüber dem Säulenstapel auf derselben Palette 4 bis 35 %, während die Handbuchwerte gegen den Einzelkarton messen. Welche Bezugsgröße gilt, entscheidet im Rechenbeispiel über eine Lage. Daneben zählt der Versatz: Schon 12,7 mm an einer Längsseite kosteten 11 bis 32 %, 38,1 mm an zwei benachbarten Seiten 52 bis 61 %. Die Last wandert dabei von den Kanten auf die Deckflächen, die sie nicht tragen. Selbst ein ausgerichteter dreilagiger Stapel liegt 6,5 bis 19 % unter dem Einzelkarton; im Mittel behielt eine dreilagige Palettenladung 75 %. Stapelmuster und Ladeeinheit ordnet der Beitrag zur Stapeleinheit ein.

Palettendeckbretter und Überstand

Unter der untersten Lage arbeitet die Palette mit. Die EPAL Europalette misst 1.200 × 800 × 144 mm und trägt 1.500 kg; gestapelt soll die unterste Palette höchstens 5.500 kg tragen. Zwischen ihren Deckbrettern liegen Lücken, unter Last biegen sie sich durch. Liegen die Kartonecken ungleichmäßig auf, sinkt der Stauchwiderstand um bis zu 15 %; ein steiferes oberes Deck kehrt den Effekt um.

Seit 2024 gibt es für den Überstand mehr als eine Faustregel. Das Center for Packaging and Unit Load Design der Virginia Tech hat 900 Druckprüfungen plus 150 Referenzmessungen an 15 Kartonbauarten zu einem Regressionsmodell verarbeitet. Metrisch lautet es: Resttragfähigkeit = 0,8467 − 0,0235 · x1 − 0,0294 · x2 − 0,0958 · x3 + 0,0004 · x4 + 0,0212 · x5, mit x1 und x2 als Überstand an kurzer und langer Seite in Zentimetern, x3 = 1 bei Überstand an zwei benachbarten Seiten, x4 als Schachtelumfang in Zentimetern und x5 = 1 bei zweiwelliger Pappe. Geprüft wurde auf einer starren Hartholzplatte, um Paletteneffekte herauszuhalten; das Modell erklärt 86,7 % der Streuung, an 30 handelsüblichen Kartons 70,7 %, bei einem mittleren Vorhersagefehler von 0,043 beziehungsweise 0,056. Kartonhöhe und ECT-Wert blieben ohne signifikanten Einfluss. Gemessen wurden Verluste zwischen 0 und 40 %, während das Fibre Box Handbook pauschal 20 bis 40 % ansetzt – bei einseitigem Überstand ist die Faustregel zu streng.

Unterste Kartonlage auf den Deckbrettern einer Holzpalette
Die unterste Lage trägt alles, was darüber steht – und liegt dabei nur auf den Deckbrettern der Palette auf. – KI generiertes Bild (Symbolbild)

Rechenbeispiel: zwölf Lagen oder drei

Gerechnet wird mit einer Faltkiste FEFCO 0201, einwellig, 400 × 300 × 300 mm, Schachtelumfang 2 × (400 + 300) = 1.400 mm, Bruttogewicht 12,0 kg, Stauchwiderstand im Normklima 3.000 N. Auf der Europalette stehen zwei Reihen zu je vier Kartons, die 300-mm-Seite entlang der 1.200-mm-Kante, die 400-mm-Seite entlang der 800-mm-Kante: 8 Kartons je Lage, bündig und ohne Überstand. Wie im Prüfverfahren trägt der Karton die Auflast allein; ein mittragender Inhalt bleibt außer Betracht, ein ausbeulender senkt den Wert zusätzlich.

  1. Last je Karton. Auf dem untersten Karton lasten bei n Lagen darüber n × 12,0 kg × 9,81 m/s² = n × 117,7 N.
  2. Variante A, klimatisiertes Lager. 23 °C, 50 % rF, Umschlag binnen zehn Tagen, ausgerichteter Säulenstapel, kein Überstand: Klimafaktor 1,00, Zeitfaktor 0,63, Stapelbildung 0,81, Palettenauflage 0,85. Kettenfaktor 0,63 × 0,81 × 0,85 = 0,4338.
  3. Zulässige Dauerlast A. 3.000 N × 0,4338 = 1.301 N, das sind 132,6 kg. Geteilt durch 12,0 kg: 11 Lagen über der untersten, 12 insgesamt. Das Gesamtgewicht von 12 × 8 × 12,0 kg = 1.152 kg bleibt unter der Tragfähigkeit der Palette von 1.500 kg. Das Produkt 0,81 × 0,85 = 0,69 liegt unter den gemessenen 0,75 einer dreilagigen Palettenladung; auf zwölf Lagen übertragen sind beide Faktoren aber eine Annahme ohne Messung, und ein über zwölf Lagen bündiger Stapel ist im Betrieb kaum zu halten.
  4. Variante B, unklimatisierte Halle. Zeitweise 90 % rF, drei Monate Standzeit, Verbundstapelung, 20 mm Überstand an der Längsseite: Klimafaktor 0,50, Zeitfaktor 0,55, Stapelmuster 0,45, Palettenauflage 0,85.
  5. Überstandsfaktor aus dem Modell. Mit x1 = 0, x2 = 2 cm, x3 = 0, x4 = 140 cm, x5 = 0: 0,8467 − 0,0294 × 2 + 0,0004 × 140 = 0,844; gerechnet wird mit 0,84.
  6. Zulässige Dauerlast B. Kettenfaktor 0,50 × 0,55 × 0,45 × 0,85 × 0,84 = 0,0884; 3.000 N × 0,0884 = 265 N, also 27,0 kg – 2 Lagen über der untersten, 3 insgesamt.
  7. Empfindlichkeit. Drei Annahmen kosten je eine Lage. Handbuchregel 0,60 statt Modellwert: 189 N, 19,3 kg. Klimafaktor 0,42 für wechselnde Feuchte statt 0,50: 223 N, 22,7 kg. Verbundfaktor 0,45 gegen den Säulenstapel statt gegen den Einzelkarton gelesen, also zusätzlich × 0,81: 215 N, 21,9 kg. Jedes Mal bleibt nur eine Lage über der untersten: Variante B steht zwischen zwei und drei Lagen, nicht auf drei.

Der Musterfaktor ersetzt in Variante B den Stapelbildungsfaktor, weil der Handbuchwert 0,45 gegen den Einzelkarton misst und die dreilagige Palettenladung schon enthält; beides nebeneinander erfasste denselben Effekt doppelt. Aus demselben Grund ist der Auflagefaktor 0,85 hier eher Reserve als getrennter Effekt. Klima mal Standzeit ist dagegen keine Reserve: Weil Feuchte die Dauerlast stärker trifft als den kurz gemessenen Stauchwiderstand, liegt die zulässige Last eher unter als über 265 N. Die Kehrwerte 2,3 und 11,3 sind keine Sicherheitsreserven, sondern Umrechnungen von Mittelwerten; die Streuung von Karton zu Karton, im Laborwert 6 bis 8 %, steckt nicht darin.

Was die Rechnung nicht leistet. Sie schätzt eine Größenordnung ab und zeigt, welche Annahme wie viel kostet. Sie ist keine Freigabe. Wer eine Stapelhöhe freigibt, prüft sie am eigenen, gefüllten Packstück: Stapelversuch mit konstanter Last nach DIN EN ISO 12048 über die vorgesehene Standzeit, bei Temperatur und Feuchte des ungünstigsten Lagerorts und im tatsächlichen Lagenbild. Variante B liegt außerhalb des Bereichs, in dem die Faktoren gemeinsam gemessen wurden.

Was das im Betrieb bedeutet

Die Auslegung gehört in die Verpackungsentwicklung, die Freigabe ins Lager, und beide brauchen dieselben Eingangsdaten: vom Lieferanten den Stauchwiderstand mit Prüfnorm, Prüfklima und Zahl der Prüflinge samt der Angabe, ob er gemessen oder aus dem Kantenstauchwiderstand gerechnet wurde; aus dem Betrieb Bruttogewicht, Lagenbild, Stapelmuster, Überstandsmaß, Standzeit und die Feuchte am ungünstigsten Lagerort. Fehlt eine Größe, ist die zulässige Last nicht bestimmt, sondern geschätzt.

In der Praxis scheitert es an zwei Stellen. Erstens wandert das Lagenbild: Ein Karton wird 10 mm größer, das Lagenbild bleibt, die unterste Lage steht über. Zweitens fehlt die Standzeit – es zählt nicht die geplante Umschlagshäufigkeit, sondern die Zeit, die der ungünstigste Bestand unter Last steht: Saisonware, Rückläufer, Sperrbestände. Wer die Kette je Artikelgruppe dokumentiert, die Stapelhöhe im Versuch absichert und sie erst dann im Lagerverwaltungssystem hinterlegt, nimmt die Entscheidung aus dem Bauchgefühl. Das Verrutschen behandelt der Beitrag zur Palettensicherung.

Wo die Faktorenkette an ihre Grenzen stößt

Die Multiplikation der Einzelfaktoren ist die einfache Methode, nicht die genaueste – und nicht in jeder Richtung die sichere. Gemeinsam gemessen fielen Feuchte und Versatz milder aus als ihr Produkt: 24 % und 52 % einzeln, zusammen 64 %. Wo Einflüsse einander verstärken, wie Feuchte und Dauerlast, fällt es härter aus.

Drei Einschränkungen gehören in jede Dokumentation. Erstens ist das Überstandsmodell an Überstände zwischen 0,6 und 8,3 cm angepasst; ohne Überstand liefert es bei 140 cm Umfang rechnerisch 0,90 statt 1,00 und gilt außerhalb dieses Bereichs nicht. Zweitens sind Stapelbildungs- und Musterfaktor an drei Lagen gemessen, das Überstandsmodell an einlagiger Auflage; für hohe Stapel liegt keine Messung vor. Drittens ist der Zeitfaktor klimaabhängig, zuungunsten der Rechnung.

Dazu kommt der regulatorische Zielkonflikt: Art. 10 Abs. 1 der Verordnung (EU) 2025/40 verlangt ab dem 1. Januar 2030, Gewicht und Volumen auf das für die Funktionsfähigkeit erforderliche Mindestmaß zu reduzieren; Anhang IV Teil A nennt als erstes Leistungskriterium den Schutz des Produkts und führt dort Kompression und Luftfeuchtigkeit auf. Wer bei Faltkartons Material spart, muss die Tragfähigkeit also belegen können – mit dokumentierter Kette und Versuch.

Quellen und Stand

Stand: 20. September 2026. Die genannten Abminderungsfaktoren stammen aus frei zugänglichen Forschungsberichten und Verbandsveröffentlichungen; die Faktorentabelle des Fibre Box Handbook selbst ist kostenpflichtig und wird hier nur insoweit wiedergegeben, wie andere Quellen sie zitieren. Das Rechenbeispiel ist eine Auslegungshilfe für die Verpackungsentwicklung. Es ist keine Freigabe einer Stapelhöhe und ersetzt weder den Stapelversuch unter den Bedingungen des eigenen Lagers noch die Stauchwiderstandsprüfung am eigenen Packstück; eine Zusage zur Standsicherheit eines Stapels lässt sich daraus nicht ableiten. Dieser Beitrag gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung.