Der RBB berichtet über Amazon
Übergroße Versandkartons rechnen sich (leider)

15.01.2020 Mit Standardkartons zu arbeiten ist rentabler als die Suche nach der maßgeschneiderten Verpackung. Zu diesem Ergebnis kommt der RBB in einem Beitrag seines Verbrauchermagazins Super.Markt.

© Foto: Pixabay
Auf die Zuschrift eines RBB-Zuschauers hin, der sich über 75 Meter Füllmaterial für einen einzigen Scheibenwischer beklagte, begann das Verbrauchermagazin des RBB die Recherche.

Dabei stellte sich heraus, dass es bei Amazon 30 Standardgrößen für Kartons gibt, die den jeweiligen Artikeln bei deren ersten Sendung nach Maß zugeordnet werden. Passt keine der Standardgrößen, werde automatisch der größte Karton gewählt, wie bei besagtem Scheibenwischer. Dazu kommentierte Amazon: "Auch ist es nicht möglich, Scheibenwischer ohne gesonderte Verpackung zu verschicken, da die Originalverpackung zu schmal ist, um das Versandlabel aufzudrucken. Wir weisen aber gleichzeitig darauf hin, dass Scheibenwischer nicht dazu taugen, die Problematik zu verallgemeinern."

Der Verpackungsspezialist Karl-Heinz Behrens, Inhaber von Fapack, kommt dem RBB gegenüber zu dem Schluss, dass die Ersparnis bei den Lohnkosten, die die Suche nach dem passenden Karton verursachen würde, die Kosten des größten Kartons überwiege. Zudem berechnen Lieferdienste wie DHL nicht das Volumen der Pakete, sondern das Gewicht. Diese finanziellen Anreize führen nicht nur Amazon sondern auch andere Online-Anbieter wie den Elektrofachhandel Conrad zur Versendung von Übergrößen, weiß Behrens.
stats