BVDM-Konjunkturtelegramm
Januar 2020: Eingetrübte Stimmung zum Jahresbeginn

04.02.2020 Nachdem sich das Geschäftsklima in der deutschen Druck- und Medienbranche im Dezember des letzten Jahres nur leicht abgekühlt hatte, trübte es sich im Januar etwas stärker ein. Der vom Bundesverband Druck und Medien berechnete Geschäftsklimaindex fiel gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 2,2 Prozent von 101,7 auf 99,4 Zähler. Dennoch liegt das aktuelle saisonbereinigte Indexniveau 0,6 Prozent über dem Vorjahresstand.

© Foto: Ifo Institut
Im Januar bewerteten die vom Ifo Institut befragten Druck- und Medienunternehmen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Erwartungen hinsichtlich ihrer Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten schlechter als noch im Dezember. Die Werte der aktuellen und der erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Im Januar sank der saisonbereinigte Geschäftslageindex gegenüber dem Dezember um 3,6 Prozent und fiel nach drei Monaten wieder unter die 100-Punkte-Linie. Mit 99,5 Punkten notierte der Index allerdings 0,3 Prozent über dem Vorjahresstand. Eine im Vorjahresvergleich leicht bessere Nachfragelage und eine damit verbundene moderate Zunahme der Produktionstätigkeit dürften die wesentlichen Gründe für diesen Anstieg darstellen. Zudem stieg die Kapazitätsauslastung im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,5 Prozentpunkte an und lag mit 84,2 Prozent – wie auch schon im Oktober 2019 – erneut über seinem langjährigen Durchschnitt.

Während auch die Beurteilung der zukünftigen Geschäftslage seitens der Druck- und Medienunternehmen weniger zuversichtlich als noch im Vormonat ausfiel, fiel der Rückgang des entsprechenden saisonbereinigten Indexes der Geschäftserwartungen gegenüber dem Dezember mit 0,9 Prozent weniger stark aus als beim Geschäftslageindex. Mit 99,4 Zählern notierte der Index jedoch, wie auch schon im Vormonat, über seinem Vorjahresstand (+ 1,0 Prozent). Ein wesentlicher Grund dafür dürfte die optimistischere Bewertung der zukünftigen Produktionspläne seitens der befragten Unternehmen sein. Während noch im Januar 2019 rund 15 Prozent der befragten Unternehmen angaben, dass ihre Produktionstätigkeit voraussichtlich ansteigen wird, waren es im Januar 2020 rund 22 Prozent. Aufgrund dieser verbesserten Erwartungen nahm der entsprechende Saldo im Vorjahresvergleich um 9 Prozentpunkte zu und stieg auf 13 Prozentpunkte.
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