EAN-Code

EAN-Code
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Der EAN-Code ist die in Europa gebräuchliche Bezeichnung für die GTIN (Global Trade Item Number), die weltweit eindeutige Kennnummer eines Handelsartikels. Er besteht in der Standardform aus 13 Ziffern, die als Strichcode maschinenlesbar auf der Verpackung aufgedruckt sind, und wird an der Kasse, in der Logistik und im Wareneingang gescannt. Vergeben werden die Nummern von GS1, der internationalen Organisation für Produktidentifikation – in Deutschland von GS1 Germany. Anders als der materialbezogene Recycling-Code kennzeichnet der EAN-Code nicht das Verpackungsmaterial, sondern das Produkt selbst.

EAN-Code im Einzelhandel
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Der Aufbau des EAN-Codes

Die 13 Ziffern des EAN-Codes (EAN-13) gliedern sich in drei Bestandteile: die GS1-Basisnummer, die individuelle Artikelnummer und die Prüfziffer. Die GS1-Basisnummer ist sieben, acht oder neun Stellen lang und wird von GS1 an das Unternehmen vergeben; ihre ersten drei Stellen bilden das Länderpräfix, das anzeigt, bei welcher nationalen GS1-Organisation die Nummer registriert wurde – für GS1 Germany liegt dieser Bereich zwischen 400 und 440. Der Rest der Basisnummer ist die Unternehmensnummer. Je nach Länge der Basisnummer bleiben für die vom Unternehmen selbst vergebene Artikelnummer drei bis fünf Stellen übrig, die letzte Ziffer ist die Prüfziffer.

Aufbau eines EAN-13-CodesAufbau eines EAN-13-CodesBeispiel: 40063813339314006381333931GS1-Basisnummer (7–9 Ziffern)Länderpräfix3 ZiffernBeispiel: 400–440 = Deutschland (GS1 Germany)Unternehmensnummer4–6 ZiffernTeil der GS1-Basisnummer, von GS1 vergebenArtikelnummer3–5 ZiffernVom Unternehmen selbst vergebenPrüfziffer1 ZifferBerechnet nach dem Modulo-10-VerfahrenGesamt: immer 13 Ziffern

Das Länderpräfix sagt nichts über das Herstellungsland eines Produkts aus. Es zeigt nur, bei welcher nationalen GS1-Organisation die Basisnummer registriert wurde – ein in Deutschland produziertes Produkt kann durchaus eine Basisnummer mit ausländischem Präfix tragen, wenn der Markeninhaber seine Nummern dort bezogen hat.

Wie die Prüfziffer berechnet wird

Die Prüfziffer sichert die Nummer gegen Lese- und Tippfehler ab. Sie wird nach dem Modulo-10-Verfahren aus den zwölf vorangehenden Ziffern berechnet: Von der vorletzten Ziffer aus (also von rechts, direkt vor der Prüfziffer) werden die Ziffern abwechselnd mit den Faktoren 3 und 1 gewichtet, alle Produkte addiert, und die Prüfziffer ergibt sich aus der Differenz der Summe zum nächsten vollen Zehner. Für die zwölf Ziffern 400638133393 ergibt das eine Summe von 89 – die Prüfziffer lautet damit 1, die vollständige EAN-13 also 4006381333931. GS1 stellt für die Berechnung einen kostenlosen Online-Prüfziffernrechner bereit, sodass Unternehmen eigene Nummern nicht von Hand nachrechnen müssen.

EAN-13 und EAN-8 im Vergleich

Neben dem 13-stelligen Standardcode vergibt GS1 auf Antrag auch die kürzere EAN-8 (GTIN-8). Sie kommt zum Einsatz, wenn auf besonders kleinen Verpackungen – etwa bei einem Lippenstift – kein Platz für den vollen EAN-13-Code ist. GTIN-8-Nummern werden nur bei nachgewiesenem Platzmangel und in begrenzter Stückzahl vergeben, weshalb Unternehmen den Bedarf frühzeitig mit GS1 oder dem Verpackungsdrucker abstimmen sollten.

Merkmal EAN-13 EAN-8
Stellenzahl 13 Ziffern 8 Ziffern
Aufbau GS1-Basisnummer + Artikelnummer + Prüfziffer Länderpräfix + verkürzte Artikelnummer + Prüfziffer
Vergabe Regulär mit eigener GS1-Basisnummer Nur auf Antrag bei nachgewiesenem Platzmangel
Typischer Einsatz Standardverpackungen im Einzel- und Großhandel Sehr kleine Packungen, z. B. einzelne Kosmetikartikel

EAN oder GTIN – ist das dasselbe?

Ja. Nach Angaben von GS1 Germany hieß die Nummer in Europa bis 2009 offiziell EAN; seither ist GTIN die international gültige Bezeichnung für dieselbe Nummer. Hintergrund ist der Zusammenschluss der europäischen EAN-Organisation mit dem amerikanischen Uniform Code Council: Beide arbeiteten ab 1990 in einer Kooperationsvereinbarung zusammen und nutzten ab 2005 weltweit einheitlich den gemeinsamen Namen GS1. Im deutschen Sprachgebrauch hat sich EAN als Alltagsbegriff bis heute gehalten, auch wenn GS1 selbst inzwischen durchgängig von der GTIN spricht.

Geschichte: vom Kassenscanner zum globalen Standard

Vorläufer des heutigen Systems ist der amerikanische Universal Product Code (UPC): Die US-Lebensmittelbranche einigte sich am 3. April 1973 auf den Standard, am 26. Juni 1974 wurde in einem Supermarkt in Ohio mit einer Packung Kaugummi von Wrigley erstmals ein Produkt an der Kasse gescannt. In Europa folgte im Dezember 1976 das 13-stellige EAN-Symbol; 1977 gründeten Vertreter aus zwölf Ländern in Brüssel die European Article Numbering Association. Der EAN-Code wurde von Anfang an so konstruiert, dass er mit dem amerikanischen UPC kompatibel ist und mit denselben Scannern gelesen werden kann. Einen ausführlichen Überblick über die weitere Entwicklung bietet der Wikipedia-Beitrag zur European Article Number.

EAN-Code beantragen: Wer vergibt die Nummern?

Offizielle Vergabestelle für GTINs in Deutschland ist GS1 Germany. Unternehmen erwerben dort ein Nummernpaket und erhalten damit eine eigene GS1-Basisnummer, mit der sie anschließend selbst Artikelnummern für ihre Produkte bilden und Barcodes erzeugen. Der Bezug ist gestaffelt: Für kleine Sortimente bietet GS1 Germany ein Einsteigerpaket mit begrenzter Nummernkapazität ab rund 60 Euro pro Jahr an, umfangreichere Pakete mit 1.000, 10.000 oder 100.000 GTINs kosten ab etwa 160 Euro pro Jahr zuzüglich einer einmaligen, paketabhängigen Einrichtungsgebühr. Ohne eine bei GS1 registrierte Basisnummer sollte keine Nummer als eigene EAN im Handel verwendet werden, da sonst Kollisionen mit bereits vergebenen Codes anderer Unternehmen drohen. Technische Hintergründe zu Scannern und Codelesern für EAN-Barcodes erläutert etwa Keyence; wie der EAN-Code in der Warenwirtschaft und im Bestandsmanagement eingeordnet wird, beschreibt weclapp im eigenen Lexikon.

Weitere Kennzeichnungen auf Verpackungen

Der EAN-Code steht auf Verpackungen häufig neben weiteren Kennzeichnungen mit ganz anderer Funktion. Für die Sortierung und Entsorgung tragen viele Verpackungen zusätzlich einen Recycling-Code, der über das verwendete Verpackungsmaterial informiert und Verbrauchern die Trennung erleichtert. Beide Systeme sind unabhängig voneinander: Der EAN-Code identifiziert den Artikel als Handelseinheit, der Recycling-Code beschreibt den Werkstoff der Verpackung.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeuten die einzelnen Ziffern eines EAN-Codes?

Die ersten sieben bis neun Ziffern bilden die GS1-Basisnummer, deren erste drei Stellen als Länderpräfix anzeigen, bei welcher nationalen GS1-Organisation die Nummer vergeben wurde (bei GS1 Germany 400–440). Die folgenden drei bis fünf Ziffern sind die vom Unternehmen selbst vergebene Artikelnummer, die letzte Ziffer ist die nach dem Modulo-10-Verfahren berechnete Prüfziffer.

Wie unterscheidet sich EAN-13 von EAN-8?

EAN-13 ist der reguläre 13-stellige Code für Standardverpackungen. EAN-8 (GTIN-8) hat nur 8 Stellen und wird von GS1 ausschließlich auf Antrag und in begrenzter Zahl vergeben, wenn eine Verpackung – etwa bei sehr kleinen Artikeln wie einem Lippenstift – zu wenig Platz für den vollen Code bietet.

Wer vergibt EAN-Codes und wie beantragt man einen?

In Deutschland ist GS1 Germany die offizielle Vergabestelle. Unternehmen erwerben dort ein Nummernpaket, erhalten eine eigene GS1-Basisnummer und bilden damit selbst Artikelnummern für ihre Produkte.

Ist der EAN-Code weltweit einheitlich oder gibt es regionale Unterschiede?

Das Nummernsystem ist weltweit einheitlich und wird zentral über GS1 koordiniert; regional unterscheidet sich lediglich das Länderpräfix der Basisnummer je nach vergebender nationaler GS1-Organisation. International lautet die offizielle Bezeichnung GTIN, im deutschen Sprachraum hat sich umgangssprachlich weiterhin EAN gehalten.