Bulk-Container

Bulk-Container
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

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Ein Bulk-Container ist ein Behälter für den Transport unverpackter Schüttgüter wie Getreide, Pellets oder Granulat. Im engeren, ursprünglichen Sinn bezeichnet der Begriff den 20-Fuß-ISO-Container mit Einfüllöffnungen im Dach und Entladeöffnungen in der Tür – im Deutschen auch Schüttgutcontainer genannt. In der Logistikpraxis wird „Bulk-Container“ daneben oft als Sammelbegriff für unterschiedliche Schüttgut-Behälter verwendet: vom starren ISO-Container über den IBC bis zum flexiblen Big Bag. Dieser Beitrag ordnet die Bauformen ein, nennt ihr Fassungsvermögen und grenzt sie voneinander ab. Der Name selbst stammt aus dem Englischen: „bulk“ bedeutet Menge oder Masse und verweist auf lose, unverpackte Ware statt einzeln kommissionierter Stück- oder Sackware.

Bulk-Container vs. Standardcontainer: der Unterschied liegt in den Öffnungen

Äußerlich entspricht der ISO-Bulk-Container den Maßen eines gewöhnlichen ISO-Standardcontainers: gleiche Außenlänge, gleicher Rahmen, gleiche Eckbeschläge für Umschlag und Stapelung. Der Unterschied liegt im Aufbau der Wände. Nach übereinstimmenden Angaben von TIS-GDV und Containerbasis verfügt der Bulk-Container über drei runde Einfüllöffnungen im Dach mit rund 455 mm Durchmesser und 1,83 m Achsabstand sowie zwei Entladeöffnungen beziehungsweise -klappen in der Rückwand oder Doppeltür. Schüttgut lässt sich dadurch per Schlauch, Rohr oder Förderband einfüllen und am Zielort direkt in Silo, Trichter oder Absackanlage entladen, ohne den Container zu öffnen. Ein Standardcontainer besitzt diese Öffnungen nicht und müsste für Schüttgut erst mit einem Silo-Liner ausgekleidet werden. Umgekehrt lässt sich der Bulk-Container bei Bedarf auch als gewöhnlicher Stückgutcontainer nutzen, etwa beladen mit Paletten – das bestätigen sowohl Kartonara als auch Containerbasis.

Normativ ist diese Bauart in der Reihe ISO 1496-4 als „Non-pressurized container for dry bulk“ beschrieben. Zu Normdetails, Bauartklassen für Gefahrguttransporte (BK1/BK2) und Auswahlkriterien für Zusatzausstattung geht der Beitrag Schüttgutcontainer ausführlicher in die Tiefe.

Bulk-Container-Typen im Vergleich

Bulk-Container-Typen im ÜberblickBulk-Container-Typen im ÜberblickISO-Bulk-Containerrund 32 m³ Volumen (20 Fuß)starr · Getreide, Pellets, GranulatIBC (Intermediate Bulk Container)300–1.250 l, meist 1.000 Literstarr · Flüssigkeiten und PulverFIBC / Big Bagbis rund 2.000 kg Traglastflexibel · meist EinwegnutzungSilo- und BoxcontainerKleinbehälter bis rund 1.500 Literstarr · innerbetrieblicher Transport

„Bulk-Container“ wird im Sprachgebrauch nicht immer trennscharf verwendet. Neben dem starren 20-Fuß-ISO-Container zählen dazu je nach Quelle auch der IBC und der flexible Big Bag (FIBC) – beide ebenfalls für Schüttgut, aber mit anderem Fassungsvermögen und anderer Bauart:

Typ Fassungsvermögen Bauart Typischer Einsatz
ISO-Bulk-Container rund 32 m³ (20 Fuß) starr, Stahl, ISO-genormt Massentransport per See, Bahn, Lkw
IBC 300–1.250 l, meist 1.000 l starr, Kunststoff/Stahl, palettiert Flüssigkeiten und Pulver, mehrwegfähig
FIBC / Big Bag bis rund 2.000 kg flexibel, Gewebe trockenes Schüttgut, meist Einwegnutzung
Silo-/Boxcontainer bis rund 1.500 l starr, Klein- bis Mittelbehälter innerbetriebliche Lagerung und Transport

Details zu den einzelnen Typen liefern die eigenen Beiträge IBC und FIBC.

Technische Daten des 20-Fuß-Bulk-Containers

Bei den Gewichtsangaben unterscheiden sich Hersteller und Anbieter spürbar. Containerbasis und der Container-Finder von iCON Container nennen für den 20-Fuß-Bulk-Container (ISO-Typcode 22BU) ein Innenvolumen von 32,5 bis 32,8 m³, ein Eigengewicht von 2,19 bis 2,25 Tonnen und ein zulässiges Gesamtgewicht von 30,48 Tonnen – die reguläre ISO-Gewichtsklasse für 20-Fuß-Container, woraus sich eine maximale Zuladung von rund 28,2 bis 28,3 Tonnen ergibt. TIS-GDV führt daneben ein Beispielmodell mit niedrigerer Gewichtsklasse: zulässiges Gesamtgewicht 24 Tonnen, Zuladung rund 21,55 bis 21,63 Tonnen, Eigengewicht 2,37 bis 2,45 Tonnen. Bulk-Container sind also nicht einheitlich ausgelegt; vor Buchung oder Kauf lohnt sich der Blick ins Datenblatt des jeweiligen Anbieters. Der Containerkörper besteht laut iCON Container in der Regel aus Corten-Stahl, einem wetterfesten Baustahl. Zur Ladungssicherung nennt TIS-GDV Zurrringe in den oberen Dachlängsträgern, viele Ausführungen sind zusätzlich mit Gabelstaplertaschen ausgestattet.

Kauf, Miete oder Einweg: Welcher Typ passt zum Bedarf?

Für den regelmäßigen Übersee- oder Bahntransport großer Schüttgutmengen ist der ISO-Bulk-Container die wirtschaftlichste Wahl, da er sich mehrfach nutzen und wie ein Standardcontainer weiterverchartern lässt; Anbieter wie Containerbasis oder iCON Container führen ihn sowohl gebraucht als auch neu, zum Kauf oder zur Miete. Für innerbetriebliche Prozesse und kürzere Wege zwischen Werk und Kunde eignet sich eher der IBC: Er lässt sich mit Gabelstapler oder Hubwagen bewegen, mehrfach befüllen und – sofern für Gefahrgut zugelassen – auch für flüssige Chemikalien einsetzen. Muss trockenes Schüttgut dagegen nur einmalig oder saisonal bewegt werden, etwa bei Bauprojekten oder schwankendem Ernteaufkommen, ist der FIBC/Big Bag häufig die günstigere Lösung, weil keine Rückführung des leeren Behälters organisiert werden muss. Silo- und Boxcontainer wiederum lohnen sich vor allem als stationäres oder halbmobiles Zwischenlager auf dem Werksgelände, wenn kein Transport über größere Distanzen ansteht.

Einsatzgebiete: Schüttgut und Granulat, nicht für Flüssigkeiten

Der ISO-Bulk-Container ist für trockenes Schüttgut ausgelegt: Getreide, Reis, Pellets, Kunststoffgranulat, Mineralstoffe und ähnliche rieselfähige Güter. Für flüssige oder pastöse Produkte ist er nicht geeignet, da er nicht druckdicht ist – hier kommen Tankcontainer oder ein flüssigkeitstauglicher IBC zum Einsatz. Der IBC deckt laut Wikipedia ein Fassungsvermögen von 300 bis 1.250 Litern ab, wobei in der Praxis die 1.000-Liter-Ausführung auf Palettenmaß dominiert; er eignet sich sowohl für Flüssigkeiten als auch für Pulver und wird als Mehrwegbehälter eingesetzt. Für einmalige oder saisonale Transporte trockener Schüttgüter ist häufig der flexible FIBC (Big Bag) die wirtschaftlichere Alternative: Er fasst je nach Ausführung bis rund 2.000 Kilogramm, wird aber anders als IBC und ISO-Bulk-Container überwiegend nur einmal verwendet und muss nicht zurückgeführt werden. Für kleinere Mengen und den innerbetrieblichen Transport kommen zudem starre Silo- und Boxcontainer mit einem Fassungsvermögen bis rund 1.500 Litern zum Einsatz.

Häufig gestellte Fragen

Was unterscheidet einen Bulk-Container von einem Standardcontainer?

Der Bulk-Container hat drei runde Einfüllöffnungen im Dach (rund 455 mm Durchmesser) und zwei Entladeöffnungen in der Rückwand oder Doppeltür. Außenmaße und Eckbeschläge sind bei beiden Containertypen identisch, ein Standardcontainer besitzt diese Öffnungen jedoch nicht.

Welche Güter können in einem Bulk-Container transportiert werden?

Vorgesehen ist er für trockenes, rieselfähiges Schüttgut wie Getreide, Reis, Pellets oder Granulat. Bei Bedarf lässt er sich auch als Stückgutcontainer nutzen, etwa beladen mit Paletten.

Wie viele Einfüll- und Entladeöffnungen hat ein typischer Bulk-Container?

Typisch sind drei Einfüllöffnungen im Dach mit rund 1,83 m Achsabstand sowie zwei Entladeöffnungen beziehungsweise -klappen an der Tür.

Eignet sich ein Bulk-Container auch für flüssige Güter?

Nein. Der ISO-Bulk-Container ist als nicht druckbeaufschlagter Behälter für trockenes Schüttgut ausgelegt. Für Flüssigkeiten sind Tankcontainer oder ein flüssigkeitstauglicher IBC die richtige Wahl.

Was unterscheidet Bulk-Container, IBC und FIBC/Big Bag voneinander?

Der ISO-Bulk-Container fasst als starrer 20-Fuß-Container rund 32 Kubikmeter und wird für den Fernverkehr genutzt. Der IBC ist mit meist 1.000 Litern kleiner, starr und palettiert und eignet sich für Flüssigkeiten und Pulver. Der FIBC (Big Bag) ist flexibel, fasst bis rund 2.000 Kilogramm und wird überwiegend nur einmal verwendet.