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Verpackungsgesetze in Deutschland: PPWR, VerpackDG und EWKFondsG im Überblick

Beitragsbild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Seit dem 12. August 2026 gilt in Deutschland ein neues Verpackungsrecht. Die EU-Verpackungsverordnung PPWR (Verordnung (EU) 2025/40) ist seit diesem Tag unmittelbar anwendbar, und das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) hat das Verpackungsgesetz (VerpackG) von 2019 abgelöst. Registrierung im Verpackungsregister LUCID, Systembeteiligung und Mengenmeldungen bleiben bestehen, stehen aber in neuen Paragrafen und folgen teils neuen Regeln. Daneben gilt unverändert das Einwegkunststofffondsgesetz (EWKFondsG). Dieser Beitrag ordnet die drei Regelwerke ein, zeigt die Pflichten nach Rolle im Unternehmen und nennt die Fristen, die bis Ende 2027 laufen.

Was sich am 12. August 2026 geändert hat

Bis zum 11. August 2026 setzte das VerpackG die europäische Verpackungsrichtlinie 94/62/EG in deutsches Recht um. Die PPWR ist dagegen eine Verordnung: Sie gilt nach ihrem Artikel 71 ab dem 12. August 2026 unmittelbar in jedem Mitgliedstaat. Für ein nationales Gesetz bleibt nur der Raum, den die Verordnung lässt – Zuständigkeiten, Verfahren, die Organisation der Rücknahme, Pfand und Bußgelder. Diesen Raum füllt das VerpackDG vom 13. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 207). Wer bisher mit Paragrafen des VerpackG gearbeitet hat, findet die Nachfolgeregeln hier:

Alte und neue Fundstellen im Verpackungsrecht (Quelle: VerpackDG in der Fassung vom 13.07.2026, gesetze-im-internet.de; Stand 20.09.2026)
Pflicht VerpackG (bis 11.08.2026) Seit 12.08.2026
Registrierung im Verpackungsregister LUCID § 9 § 6 VerpackDG
Systembeteiligung § 7 § 7 VerpackDG
Datenmeldung an die Zentrale Stelle § 10 § 9 VerpackDG
Vollständigkeitserklärung § 11 § 10 VerpackDG
Bevollmächtigter freiwillig § 5 VerpackDG, Art. 45 PPWR (für bestimmte Hersteller ohne Niederlassung Pflicht)
Zulassung für nicht systembeteiligungspflichtige Verpackungen – §§ 19, 22 VerpackDG (neu)
Pfand auf Einweggetränkeverpackungen § 31 § 46 VerpackDG
Mehrwegangebot bei Speisen und Getränken zum Mitnehmen §§ 33, 34 §§ 60, 61 VerpackDG
Bußgelder § 36 § 66 VerpackDG
Stoffbeschränkungen, Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteile, Kennzeichnung, Konformität teils §§ 4 bis 6 Art. 5 bis 12 und Art. 38 ff. PPWR

Erzeuger und Hersteller: zwei Rollen, zwei Pflichtenkreise

Die wichtigste begriffliche Änderung betrifft das Wort „Hersteller“. Die PPWR trennt zwei Rollen, die im VerpackG in einer Figur zusammenfielen. Erzeuger ist nach Art. 3 Abs. 1 Nr. 13 PPWR, wer Verpackungen oder verpackte Produkte herstellt oder unter eigenem Namen oder eigener Marke entwickeln oder herstellen lässt. Der Erzeuger verantwortet die Beschaffenheit der Verpackung: Stoffbeschränkungen, Recyclingfähigkeit, Minimierung, technische Dokumentation und EU-Konformitätserklärung. Hersteller ist nach Art. 3 Abs. 1 Nr. 15 PPWR der Erzeuger, Importeur oder Vertreiber, der eine Verpackung oder ein verpacktes Produkt erstmals im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats bereitstellt. Ihn trifft die erweiterte Herstellerverantwortung, also Registrierung, Finanzierung der Entsorgung und Mengenmeldungen.

Die Zentrale Stelle Verpackungsregister fasst das so zusammen: Der Erzeuger ist für die Konformität der Verpackung verantwortlich, der Hersteller für die Finanzierung der Entsorgung; Hersteller kann je nach Lieferkette der Erzeuger, der Importeur oder der Vertreiber sein. Ein Unternehmen kann beide Rollen zugleich haben – ein Abfüller, der unter eigener Marke verpackt und in Deutschland verkauft, ist in der Regel Erzeuger und Hersteller. Ein Händler, der verpackte Ware aus einem anderen Mitgliedstaat bezieht und hier erstmals bereitstellt, ist Hersteller, ohne Erzeuger zu sein.

Pflichten der Hersteller nach dem VerpackDG

Registrierung im Verpackungsregister LUCID (§ 6 VerpackDG)

Hersteller müssen sich vor dem erstmaligen Bereitstellen bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) registrieren lassen; Änderungen der Registrierungsdaten sind unverzüglich mitzuteilen. Registrierung und Datenmeldungen muss der Hersteller selbst vornehmen, eine Beauftragung Dritter ist dafür ausgeschlossen (§ 5 Abs. 1 VerpackDG). Wer ohne ordnungsgemäße Registrierung Verpackungen bereitstellt, verstößt gegen § 13 Abs. 1 VerpackDG.

Systembeteiligung, Datenmeldung und Vollständigkeitserklärung (§§ 7, 9, 10 VerpackDG)

Systembeteiligungspflichtig sind nach § 3 Abs. 6 VerpackDG Verkaufs- und Umverpackungen, Primärproduktionsverpackungen und Transportverpackungen, die typischerweise mehrheitlich in privaten Haushalten oder vergleichbaren Anfallstellen als Abfall anfallen, außerdem Serviceverpackungen. Für sie beteiligt sich der Hersteller vor der Bereitstellung an einem oder mehreren Systemen und gibt dabei Materialart, Masse und Registrierungsnummer an. Dieselben Angaben gehen unverzüglich auch an die ZSVR. Wer im Vorjahr weniger als 10 Tonnen systembeteiligungspflichtige Verpackungen bereitgestellt hat, meldet stattdessen einmal jährlich bis zum 1. Juni (§ 9 Abs. 2 VerpackDG).

Die Vollständigkeitserklärung ist jährlich bis zum 15. Mai zu hinterlegen und von einem registrierten Sachverständigen oder Prüfer zu bestätigen. Befreit ist, wer im Vorjahr unter allen drei Schwellen geblieben ist: 80 Tonnen Glas, 50 Tonnen Papier, Pappe und Karton, 30 Tonnen der übrigen Materialarten (§ 10 Abs. 4 VerpackDG). Ausgenommen von der Systembeteiligung bleiben unter anderem wiederverwendbare Verpackungen in einem bestehenden Wiederverwendungssystem, pfandpflichtige Einweggetränkeverpackungen und Verkaufsverpackungen schadstoffhaltiger Füllgüter (§ 11 VerpackDG).

Neu: Zulassung für gewerbliche und industrielle Verpackungen (§§ 19, 22 VerpackDG)

Für Verpackungen, die nicht systembeteiligungspflichtig sind – typischerweise Transport- und Industrieverpackungen im Geschäftsverkehr –, genügte bisher die Registrierung samt eigener Rücknahme. Künftig brauchen ihre Hersteller eine Zulassung der ZSVR zur Erfüllung ihrer erweiterten Herstellerverantwortung, oder sie übertragen diese Aufgabe einer zugelassenen „sonstigen Organisation für Herstellerverantwortung“. Die Rücknahmepflicht selbst steht in § 39 VerpackDG. Ohne Zulassung dürfen Hersteller solcher Verpackungen längstens bis zum 31. Dezember 2027 weiter bereitstellen (§ 68 Abs. 9 VerpackDG). Für viele Betriebe der Tertiär- und Transportverpackung ist das die Änderung mit dem größten Vorlauf.

Bevollmächtigter für Hersteller ohne Niederlassung (§ 5 VerpackDG)

Hersteller ohne Niederlassung in Deutschland, die unter Art. 45 Abs. 3 PPWR fallen, müssen vor dem ersten Bereitstellen einen Bevollmächtigten für die erweiterte Herstellerverantwortung beauftragen. Er nimmt die Pflichten im eigenen Namen wahr und gilt insoweit als Hersteller. Ausgenommen ist die Registrierung nach § 6, die beim Hersteller bleibt. Jeder Hersteller darf nur einen Bevollmächtigten beauftragen.

Vertreiber und Fulfilment-Dienstleister (§ 13 VerpackDG)

Vertreiber dürfen Verpackungen nicht bereitstellen, wenn deren Hersteller nicht ordnungsgemäß registriert ist oder sich mit systembeteiligungspflichtigen Verpackungen an keinem System beteiligt hat. Fulfilment-Dienstleister dürfen für solche Verpackungen keine Lagerung, Verpackung, Adressierung oder Versendung erbringen. Für Online-Plattformen verweist das Gesetz auf Art. 30 der Verordnung (EU) 2022/2065 und Art. 45 Abs. 4 PPWR: Sie holen vor der Freischaltung die Registrierungsnummer des Herstellers und eine Selbstbescheinigung über die Erfüllung der erweiterten Herstellerverantwortung ein.

Wer was zu tun hat (Quelle: PPWR und VerpackDG, Stand 20.09.2026)
Pflicht Erzeuger Hersteller Vertreiber, Fulfilment
Konformitätsbewertung, technische Dokumentation, EU-Konformitätserklärung ja – Prüf- und Sorgfaltspflichten
Registrierung bei der ZSVR (§ 6) nur wenn zugleich Hersteller ja –
Systembeteiligung, Datenmeldung, Vollständigkeitserklärung (§§ 7, 9, 10) – ja, für systembeteiligungspflichtige Verpackungen –
Zulassung oder Organisation für Herstellerverantwortung (§§ 19, 22) – ja, für übrige Verpackungen, spätestens ab 2028 –
Keine Bereitstellung oder Dienstleistung ohne Registrierung des Herstellers (§ 13) – – ja

Übergangsfristen bis Ende 2027

§ 68 VerpackDG regelt den Übergang. Wer nach dem alten § 9 VerpackG registriert war, gilt weiter als registriert; nötige Änderungen der Registrierungsdaten sind bis zum 12. November 2026 vorzunehmen. Unternehmen, die erst durch die neue Herstellerdefinition registrierungspflichtig geworden sind, hatten dafür bis zum 12. September 2026 Zeit. Systembeteiligungen aus der Zeit vor dem 12. August 2026 gelten fort, längstens bis zum 31. Dezember 2026. Bestehende Branchenlösungen dürfen ohne neue Zulassung bis zum 31. Oktober 2027 arbeiten, Hersteller nicht systembeteiligungspflichtiger Verpackungen ohne Zulassung bis zum 31. Dezember 2027.

Mehrwegangebot und Pfand

Die Pflicht, Speisen und Getränke zum Mitnehmen auch in einer Mehrwegverpackung anzubieten, steht jetzt in § 60 VerpackDG. Sie trifft Endvertreiber, die Einwegverpackungen aus Kunststoff für Lebensmittel oder Einweggetränkebecher erst bei sich befüllen. Die Ware in der wiederverwendbaren Verpackung darf nicht teurer sein und nicht zu schlechteren Bedingungen angeboten werden; auf das Angebot ist mit gut sicht- und lesbaren Tafeln oder Schildern hinzuweisen. Betriebe mit höchstens fünf Beschäftigten und höchstens 80 Quadratmetern Verkaufsfläche können die Pflicht erfüllen, indem sie mitgebrachte Behältnisse der Kundschaft befüllen (§ 61 VerpackDG).

Das Pfand auf Einweggetränkeverpackungen beträgt weiterhin mindestens 0,25 Euro je Verpackung und ist auf allen Handelsstufen zu erheben (§ 46 VerpackDG). Im Handel bleiben die Hinweisschilder „EINWEG“ und „MEHRWEG“ Pflicht (§ 47 VerpackDG). Als Ziel nennt § 44 VerpackDG einen Anteil von mindestens 70 Prozent der Getränke in wiederverwendbaren Verpackungen.

Aufsicht: ZSVR, Umweltbundesamt und Länder

Die Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister bleibt bestehen (§ 48 VerpackDG). Sie führt das Register LUCID, entscheidet über die Einordnung von Verpackungen, erteilt die neuen Zulassungen und untersteht der Rechts- und Fachaufsicht des Umweltbundesamtes (§ 57 VerpackDG). Für den Vollzug und die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten sind die nach Landesrecht zuständigen Behörden verantwortlich; für die Produktanforderungen der PPWR gilt ergänzend das Marktüberwachungsgesetz.

Symbolbild zur Aufsicht im Verpackungsrecht durch Umweltbundesamt und Zentrale Stelle Verpackungsregister
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Den Mindeststandard für die Bemessung der Recyclingfähigkeit veröffentlicht die ZSVR im Einvernehmen mit dem Umweltbundesamt weiterhin jährlich bis zum 1. September – allerdings nur noch, bis die delegierten Rechtsakte der EU-Kommission zur recyclinggerechten Gestaltung nach Art. 6 PPWR gelten (§ 26 Abs. 3 VerpackDG). Danach richtet sich die Bewertung nach den europäischen Kriterien. Was das für Kunststoffverpackungen und ihre Verwertung bedeutet, hängt von diesen Rechtsakten ab.

Bußgelder nach § 66 VerpackDG

Die Staffelung ist geblieben. Mit bis zu 200.000 Euro bedroht sind unter anderem die fehlende oder unvollständige Systembeteiligung und der Betrieb eines Systems oder einer Organisation für Herstellerverantwortung ohne Zulassung. Bis zu 100.000 Euro kosten unter anderem die unterlassene Registrierung, das Bereitstellen von Verpackungen nicht registrierter Hersteller durch Vertreiber und verbotene Tätigkeiten von Fulfilment-Dienstleistern. Für die übrigen Tatbestände, etwa fehlende Hinweisschilder, reicht der Rahmen bis 10.000 Euro (§ 66 Abs. 3 VerpackDG). Unabhängig davon können Marktüberwachungsbehörden bei nicht konformen Verpackungen Korrekturmaßnahmen anordnen.

Das Einwegkunststofffondsgesetz (EWKFondsG) gilt daneben weiter

Vom Wechsel im Verpackungsrecht unberührt bleibt das Einwegkunststofffondsgesetz, mit dem Deutschland die erweiterte Herstellerverantwortung für bestimmte Einwegkunststoffprodukte umsetzt. Hersteller etwa von Lebensmittelbehältern zum Sofortverzehr, Getränkebechern, leichten Kunststofftragetaschen, Feuchttüchern, Luftballons und Tabakprodukten mit Filtern registrieren sich beim Umweltbundesamt auf der Plattform DIVID und zahlen eine jährliche, produktbezogene Abgabe in den Fonds. Feuerwerkskörper kommen hinzu: Ihre Hersteller müssen sich bis zum 31. Dezember 2026 registrieren (§ 29 EWKFondsG). Aus dem Fonds erhalten Kommunen Geld für die Reinigung öffentlicher Flächen. Die Registrierung beim Umweltbundesamt ersetzt die Registrierung bei der ZSVR nicht und umgekehrt – ein Beitrag zur Kreislaufwirtschaft, der neben dem Verpackungsrecht steht.

Zeitplan der PPWR bis 2040

Seit dem 12. August 2026 gelten unter anderem die Grenzwerte für PFAS in Verpackungen mit Lebensmittelkontakt: 25 ppb je Einzelsubstanz, 250 ppb in der Summe der gezielt gemessenen PFAS und 50 ppm einschließlich polymerer PFAS (Art. 5 Abs. 5 PPWR). Die meisten übrigen Produktanforderungen folgen gestaffelt, und viele Termine hängen zusätzlich an Rechtsakten der Kommission: Sie gelten ab dem genannten Datum oder eine bestimmte Zeit nach dem jeweiligen Rechtsakt, je nachdem, was später eintritt.

Zeitplan des Verpackungsrechts bis 2040Zeitplan des Verpackungsrechts bis 2040Termine der PPWR und des VerpackDG11. Februar 2025PPWR tritt in KraftVerordnung (EU) 2025/4012. August 2026PPWR gilt, VerpackDG löst VerpackG abPFAS-Grenzwerte bei Lebensmittelkontakt31. Dezember 2027Ende der Übergangsfrist: Zulassung für gewerblicheVerpackungen nötig12. August 2028 *Harmonisierte Kennzeichnung zurMaterialzusammensetzung1. Januar 2030 *Leistungsstufen A bis C, Rezyklatanteile,Mehrwegziele, Formatverbote, Leerraum1. Januar 2038Nur noch Stufe A oder B zulässig1. Januar 2040Zweite Stufe der Quoten und Ziele* frühestens; teils an EU-Rechtsakte geknüpft
Abb.: Termine der PPWR und des VerpackDG. Quelle: Verordnung (EU) 2025/40, VerpackDG; Stand 20.09.2026

Ab dem 1. Januar 2030 – oder 24 Monate nach den delegierten Rechtsakten zur recyclinggerechten Gestaltung, falls das später ist – dürfen nur noch Verpackungen in Verkehr gebracht werden, die eine der Leistungsstufen A, B oder C für die Recyclingfähigkeit erreichen; ab dem 1. Januar 2038 nur noch Stufe A oder B (Art. 6 PPWR). Ebenfalls ab 2030 gelten Mindestanteile an Rezyklat aus Verbraucher-Kunststoffabfällen, berechnet als Durchschnitt je Fertigungsbetrieb und Jahr (Art. 7 PPWR):

Mindestrezyklatanteile in Kunststoffverpackungen (Quelle: Art. 7 Abs. 1 und 2 Verordnung (EU) 2025/40)
Kunststoffverpackung Ab 1.1.2030* Ab 1.1.2040
Kontaktempfindliche Verpackungen mit PET als Hauptbestandteil (ohne Einweggetränkeflaschen) 30 % 50 %
Kontaktempfindliche Verpackungen aus anderen Kunststoffen (ohne Einweggetränkeflaschen) 10 % 25 %
Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff 30 % 65 %
Übrige Kunststoffverpackungen 35 % 65 %

* oder drei Jahre nach Inkrafttreten des Durchführungsrechtsakts zur Berechnungsmethode, falls das später ist.

Bei der Wiederverwendung setzt Art. 29 PPWR Ziele für Unternehmen, die Transportverpackungen oder Verkaufsverpackungen für den Transport nutzen – Paletten, Klappkisten, Kunststoffkästen, Großpackmittel, Fässer, Kanister, auch Palettenumhüllungen und Umreifungsbänder: Ab dem 1. Januar 2030 müssen mindestens 40 Prozent davon wiederverwendbar in einem Wiederverwendungssystem sein; für 2040 nennt die Verordnung 70 Prozent als anzustrebenden Wert. Strenger ist die Regel für Transporte zwischen eigenen Standorten oder verbundenen Unternehmen und für Lieferungen an andere Unternehmen im selben Mitgliedstaat: Dort müssen diese Verpackungen ab 2030 durchweg wiederverwendbar sein. Ausgenommen sind unter anderem Gefahrgutverpackungen, individuell gestaltete Verpackungen für große Maschinen, flexible Verpackungen mit direktem Lebensmittelkontakt und Kisten aus Pappe oder Karton (Art. 29 Abs. 4 PPWR). Endvertreiber von Getränken müssen ab 2030 mindestens 10 Prozent in wiederverwendbaren Verpackungen anbieten, 2040 sollen es 40 Prozent sein.

Ebenfalls ab dem 1. Januar 2030 verbietet Art. 25 in Verbindung mit Anhang V bestimmte Formate, darunter Einwegkunststoff-Umverpackungen zur Bündelung an der Verkaufsstelle, Einwegkunststoffverpackungen für unverarbeitetes frisches Obst und Gemüse unter 1,5 Kilogramm, Einwegkunststoffverpackungen für den Verzehr im Gastgewerbe vor Ort und Einwegverpackungen für Kosmetik-, Hygiene- und Toilettenartikel im Beherbergungssektor, die nur für eine einzelne Buchung bestimmt sind. Für Umverpackungen, Transportverpackungen und Verpackungen für den elektronischen Handel gilt ab 2030 ein Leerraumverhältnis von höchstens 50 Prozent (Art. 24 PPWR); die Berechnungsmethode legt die Kommission bis zum 12. Februar 2028 fest. Die harmonisierte Kennzeichnung zur Materialzusammensetzung kommt frühestens am 12. August 2028 (Art. 12 PPWR); bis dahin bleibt die freiwillige Materialkennzeichnung nach § 4 VerpackDG mit den bekannten Recycling-Codes zulässig.

Häufig gestellte Fragen

Gilt das Verpackungsgesetz (VerpackG) noch?

Nein. Das VerpackG ist am 12. August 2026 durch die PPWR und das VerpackDG abgelöst worden. Es wirkt nur noch über die Übergangsvorschriften des § 68 VerpackDG nach, etwa für Meldungen und Erklärungen, die das Kalenderjahr 2026 betreffen.

Muss ich mich neu im Verpackungsregister LUCID registrieren?

Wer nach dem alten Recht registriert war, gilt weiter als registriert (§ 68 Abs. 2 VerpackDG). Geänderte oder zusätzlich verlangte Angaben, etwa zu einem Bevollmächtigten, sind bis zum 12. November 2026 nachzutragen. Wer erst nach der neuen Herstellerdefinition verpflichtet ist, musste sich bis zum 12. September 2026 registrieren.

Was ist der Unterschied zwischen Erzeuger und Hersteller?

Der Erzeuger verantwortet die Verpackung selbst: Gestaltung, Stoffe, Recyclingfähigkeit, Konformitätserklärung. Der Hersteller ist, wer die Verpackung oder das verpackte Produkt erstmals in einem Mitgliedstaat bereitstellt; er trägt die erweiterte Herstellerverantwortung mit Registrierung, Systembeteiligung oder Zulassung und Mengenmeldungen. Ein Unternehmen kann beides zugleich sein.

Was ändert sich für Transport- und Industrieverpackungen?

Hersteller nicht systembeteiligungspflichtiger Verpackungen brauchen künftig eine Zulassung der ZSVR oder schließen sich einer zugelassenen Organisation für Herstellerverantwortung an. Die Übergangsfrist endet am 31. Dezember 2027. Hinzu kommen ab 2030 die Wiederverwendungsziele des Art. 29 PPWR.

Muss ich mich zusätzlich beim Einwegkunststofffonds registrieren?

Ja, wenn eines der betroffenen Einwegkunststoffprodukte hergestellt oder eingeführt wird. Das EWKFondsG ist ein eigenes Gesetz mit eigener Registrierung beim Umweltbundesamt, unabhängig von der Registrierung bei der ZSVR.

Quellen und Stand

Stand: 20. September 2026. Dieser Beitrag gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die verlinkten Rechtstexte; Durchführungs- und delegierte Rechtsakte der EU-Kommission können einzelne Termine verschieben.