Weitere Reaktionen auf interpack-Verschiebung
„Haben die Chance, von Italien zu lernen“

18.03.2020 Es ist mittlerweile fünf Tage her, dass die Messe Düsseldorf die Entscheidung kommunizierte, die interpack 2020 aufgrund der Ausbreitung von COVID-19 zu verschieben. Doch die Reaktionen aus der Branche ebben nicht ab: Sowohl Aussteller als auch Verbände kommentieren gegenüber verpackungswirtschaft.de die Neuterminierung der so wichtigen Leitmesse.

Verpackungswirtschaft.de hat weitere Stimmen zur Verschiebung der interpack gesammelt.
© Foto: Messe Düsseldorf
Verpackungswirtschaft.de hat weitere Stimmen zur Verschiebung der interpack gesammelt.

Die interpack, die ursprünglich im Mai hätte stattfinden sollen, wird nun vom 25. Februar bis 3. März 2021 ihre Tore öffnen.

Während die Verschiebung aktuell allerseits begrüßt wird, sind Stellungnahmen in konkretem Bezug auf das kommende Messejahr eher selten. Die KHS-Gruppe, international tätiger Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen, erklärt etwa: „Welche Probleme sich durch den neuen Termin ergeben, lässt sich aktuell noch nicht sagen.“

Lesen Sie hier weitere Entscheiderstimmen aus dem Markt, gesammelt und kuratiert von verpackungswirtschaft.de:

Dr. Oliver Wolfrum, Geschäftsführer des Verbandes der Wellpappen-Industrie e.V. (VDW):

„Die Entscheidung, die interpack zu verschieben, ist in der gegenwärtigen Situation völlig gerechtfertigt. Es gilt jetzt, alles zu tun, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, dazu gehört auch die Absage von Messen, die ein Treffpunkt vieler Menschen sind. Oberstes Ziel muss es jetzt sein, die Grundversorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Gesundheitsdienstleistungen u.a. aufrechtzuerhalten. Und im Zusammenhang mit den dafür erforderlichen Logistikprozessen kommt auch der Wellpappenindustrie eine nicht unerhebliche Rolle zu. Wir werden unseren Teil dazu beitragen, die systemrelevanten Bereiche unserer Gesellschaft aufrechtzuerhalten.“

Philipp Auer, Geschäftsführer Auer Packaging GmbH:

„In unseren Augen war es eine gute und weitsichtige Entscheidung, die interpack zu verschieben. Diese Messe, auf der sich die Branche alle drei Jahre trifft, sollte in einem stabilen wirtschaftlichen Umfeld stattfinden. In der aktuellen Situation bei allseits angespannter Stimmung scheint es mir nicht sinnvoll, eine so wichtige Messe durchzuführen.

Für uns ist die Entscheidung zur Verschiebung weder überraschend noch zu spät gekommen. An dieser Stelle ein großes Kompliment an die Veranstalter für ihr Krisenmanagement und ihre offene Kommunikationsstrategie: Wir als Aussteller wurden rechtzeitig informiert und bekamen sofort einen konkreten Ersatztermin genannt, so dass wir problemlos umdisponieren konnten. So professionell und konsequent wurde das in den vergangenen Wochen leider nicht von jedem Messeveranstalter gehandhabt. Durch die frühzeitige Information haben wir kein Problem mit dem neuen Termin der interpack 2021 und können gut planen.“

Günter Korbacher, Geschäftsführer Weilburger Graphics GmbH:

„Die Verschiebung der interpack war auf Grund des sich rasant ausbreitenden Corona-Virus eine richtige und gute Entscheidung. Die Verschiebung an sich ist für uns als Lackhersteller unkritisch, da wir unsere Messevorbereitungen kurzfristig unterbrechen können. Wichtig bei dieser Entscheidung ist natürlich, dass es nur eine Verschiebung mit einer sofortigen Neuterminierung ist. Das gibt zum einen Planungssicherheit und zum anderen können wir unsere Vorbereitungen weiterlaufen lassen. Dass diese Entscheidung richtig ist, bezweifelt in der aktuellen Lage hoffentlich niemand mehr, dies vor allen Dingen mit Blick auf die Situation in Italien. Wir haben die Chance, von Italien zu lernen und die richtigen Schlüsse zu ziehen, Italien hatte diese Möglichkeit nicht. Lassen Sie uns die Chance nutzen, hoffentlich noch frühzeitig, zu reagieren, auch wenn manche Maßnahmen auf den ersten Blick überzogen erscheinen. Wenn alle mitmachen, können wir unser Gesundheitssystem soweit entlasten, dass jedem Patienten so geholfen werden kann, dass eine Genesung erreicht wird. Wir müssen akzeptieren, dass jeder einzelne seinen Beitrag leisten kann und muss und somit einen Teil Verantwortung zu übernehmen hat.“

Hasso von Pogrell, Geschäftsführer European Bioplastics e.V. (EUBP):

„Aus EUBP-Sicht sind die Maßnahmen, welche der Messerveranstalter ergriffen hat, absolut berechtigt und gerechtfertigt. Die Entscheidung wurde zwar gefühlt etwas spät getroffen, aber unserer Meinung nach nicht zu spät. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass eine solch folgenschwere Entscheidung mit Bedacht getroffen werden muss. Die interpack in Düsseldorf ist für die gesamte Verpackungsbranche von zentraler Bedeutung und hat Einfluss auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung in diesem Segment. Vor diesem Hintergrund denke ich, dass eine Verschiebung sicherlich einer Absage vorzuziehen ist.“

KHS, international tätiger Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen:

„KHS begrüßt die Absage der interpack. Die Entscheidung ist nachvollziehbar und richtig. Die Gesundheit unserer Mitarbeiter steht über den wirtschaftlichen Interessen. Darüber hinaus stehen wir trotz der Absage der Messe mit unseren Geschäftspartnern und möglichen Interessenten über andere Kommunikationswege im intensiven Austausch und Kontakt. Welche Probleme sich durch den neuen Termin ergeben, lässt sich aktuell noch nicht sagen.“
www.interpack.de

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