Drinktec 2021
Starke Themen, starke Nachfrage

23.06.2020 Eineinhalb Jahre vor Messebeginn laufen die Vorbereitungen für die Drinktec 2021 auf Hochtouren. Mit vier Leitthemen weist die Weltleitmesse für die Getränke- und Liquid-Food-Industrie der Branche die Zukunft: Nachhaltige Produktion & Verpackung, Konsumentenwelt & Produktdesign, Wasser & Wasserbehandlung sowie Digitale Lösungen & Digitale Transformation.

Konsumentenwelt & Produktdesign ist eines von vier Leitthemen der nächsten Drinktec.
© Foto: Drinktec
Konsumentenwelt & Produktdesign ist eines von vier Leitthemen der nächsten Drinktec.
Die Nachfrage im In- und Ausland ist trotz Corona-Krise so stark wie nie zuvor, der Großteil der verfügbaren Fläche ist bereits belegt. Die Drinktec findet vom 4. bis 8. Oktober 2021 auf dem Münchner Messegelände statt.

„Trotz Terminverschiebung der Drinktec in den Oktober 2021 und der Corona-Krise erleben wir, vor allem aus dem Ausland, eine Flächennachfrage, die deutlich über dem Vergleichszeitraum der vorherigen Veranstaltung liegt“, erklärt Projektleiter Markus Kosak. „Es scheint, als setzen unsere Kunden große Hoffnung auf den Termin im Herbst nächsten Jahres, um das internationale Geschäft in Schwung zu bringen. Es gilt der Grundsatz: Je früher man sich anmeldet, desto größer ist die Chance, die gewünschte Fläche zu bekommen.“ Interessierte Unternehmen können sich weiterhin online anmelden.

In Anbetracht des aktuellen Marktgeschehens haben das Projektteam und der Fachbeirat der Drinktec, gemeinsam mit dem VDMA Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen, vier Leitthemen identifiziert. Diese werden die Drinktec 2021 umfänglich dominieren und die Sonderflächen, den Ausstellungsbereich und die Expertenrunden in den Foren prägen.

Die Getränkehersteller sind bereits aktiv: In der Produktion sind energieeffiziente Maschinen ein Muss. Einzelne, auch nachrüstbare Komponenten verbessern die Verbrauchsdaten. Möglicherweise kommen künftig auch innovative Schmiermittel z. B. auf Algenbasis ins Spiel.

Auch für die Getränkeverpackung ist Nachhaltigkeit Pflicht: PET-Flaschen aus 100 Prozent Recyclat, das Verschlussmaterial oder die Behandlung direkt bedruckter Flaschen im Recycling werden auch 2021 die Branche beschäftigen. Die Verpackungsentwickler sind ebenfalls weiter kreativ. Eine Flasche aus Papier – bis jetzt noch Prototyp – bietet neues Potenzial bei umweltfreundlichen Verpackungen. Glas und Metall als vollständig recycelbare Materialien bleiben attraktiv. Spannend wird, ob Karton oder Bag-in-Box-Lösungen stärker nachgefragt werden – insbesondere vor dem Hintergrund sich verändernder Konsumgewohnheiten.

Natürliche Inhaltsstoffe, eine zuckerreduzierte Zusammensetzung sowie 'Bio' liegen bei der Kaufentscheidung im Trend . Marktforscher sehen verwischende Grenzen zwischen Saft und Tee oder zwischen Smoothies und kalten Suppen. Vegane Proteingetränke werden zudem neue Geschmacksinspirationen liefern. Gleichzeitig spielt der Genuss zu Hause eine stärkere Rolle, ausgelöst durch die Beschränkungen der Corona-Krise. Dies bedingt eine größere Nachfrage nach Wein und neuen Bierkreationen. Das belebt das alkoholische Produktsegment. Ob und wie sich das Konsumverhalten mit und nach Corona weiter ändern wird, bleibt eine herausfordernde Frage. Unbedingt berücksichtigen muss der Getränkehersteller den Wunsch nach Transparenz: Zutaten und deren Herkunft werden auf dem Weg zum Verbraucher konsequent verfolgt – beispielsweise mit Blockchain-Lösungen.

Wassermanagement ist eine der vordringlichsten Aufgaben bei vielen Getränkeherstellern, die mit einer beschränkten Verfügbarkeit des wertvollen Grundstoffs zurechtkommen müssen. Zwei Hebel sind für die Besucher der Drinktec bei der Getränkeherstellung prägend: Die Aufbereitung des Produktwassers sowie die sparsame Nutzung des Prozesswassers.

Cloud-Lösungen und eine Echtzeitverfolgung der Produktionssysteme bieten schnelle Auswertungs- und Eingriffsmöglichkeiten. Diese Maßnahmen kann man unter dem Stichwort „Industriewasser 4.0“ zusammenführen, das z. B. mit verbesserter Sensorik und Prozesssimulation für die Praxis schnelle Entscheidungsgrundlagen bietet und flexible Anlagennutzung erlaubt.

Auch im klassischen Produktionsprozess bei der Getränkeproduktion gewinnt die Vernetzung an Bedeutung. Bereits gut eingeführt sind Simulationstools für die Auslegung der Maschinen. Der Getränkeproduzent erhält schon vor der Installation umfassenden Einblick in die Maschinenauslegung. Für eine hochautomatisierte Produktion werden dann mit Hilfe von AI-Berechnungen (Artificial Intelligence) noch Werte aus der Umgebung – wie das Wetter und dessen Einfluss auf den Getränkekonsum – in die Produktion eingebunden. Die digitalen Lösungen verknüpfen schließlich alle Teilnehmer der Supply Chain: den Maschinenhersteller mit dem Getränkeproduzenten, den Getränkehersteller mit seinen Logistikdienstleistern, Zulieferern und, nicht zuletzt, dem Verbraucher.

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