Deutsches Verpackungs-Museums Heidelberg
Sonderausstellung „Bauhaus populär“ verlängert

09.12.2019 Bis 30. Juni 2020 sind die einzigartigen Exponate, von Hans-Georg Böcher, dem Leiter des Deutschen Verpackungs-Museums, überzeugend kuratiert, zu sehen. „Vom Bauhaus ins Kaufhaus: Die neue Typographie und ihr Einfluss auf das Markendesign.“ Während sich das Bauhaus-Jahr 2019 langsam verabschiedet, hat das große Interesse an der Ausstellung des Deutschen Verpackungs-Museums in Heidelberg deutlich seine Verlängerung eingefordert.

© Foto: Deutsches Verpackungsmuseum Heidelberg
Als der Architekt Walter Gropius vor hundert Jahren im thüringischen Weimar das „Bauhaus“ begründete, entstand eine wirkungsreiche Kunstschule, die binnen weniger Jahre die europäische Avantgarde vernetzte. Die von hier ausgehenden Einflüsse prägten außer der Kunst auch die Architektur und das Möbeldesign nachfolgender Generationen. So gewann das Bauhaus einen starken Einfluss auch auf unsere heutige Lebensführung und das Wohngefühl der „Moderne“ überhaupt. Wieso aber soll auch das Marken- und Verpackungsdesign vom Bauhaus beeinflusst worden sein? Reicht denn der Einfluss der „Bauhäusler“ bis in die Gestaltung des Produktauftritts kommerzieller Erzeugnisse hinein?

Gab es Konsumgüter wie Zigaretten, Kaffee oder Tee, die ihrer Verwenderschaft einen Bezug zum Bauhaus attestierten? Dieser Frage geht erstmals eine Ausstellung nach, die von Juni 2019 an im Deutschen Verpackungs-Museum, Heidelberg, gezeigt wird.

Hier präsentiert sich neben bereits bekannten Klassikern (wie etwa den Entwürfen El Lissitzkys für „Pelikan“ oder dem legendären „Bauhaus-Schach“) auch eine Fülle überraschender Entdeckungen. Im Mittelpunkt steht die von László Moholy-Nagy propagierte „Neue Typographie“, die die formale Erscheinung und den graphischen Stil der Auslobung von Markenbildern revolutionierte. Und auch den Nachwirkungen wird Aufmerksamkeit geschenkt. Denn das 1933 von den Nazis geschlossene Bauhaus hatte nach dem Zweiten Weltkrieg erst so richtig „Konjunktur“. „Weniger ist mehr“, nach dieser überraschenden Logik präsentierten sich bald diverse Markenprodukte mit Erfolg, von „Chanel No. 5“ über „WMF“ und „Braun“ bis zum „iPhone“ unserer Tage. Der Besuch der Ausstellung verändert auch den Blick auf altbekannte Marken und deren Designsprache. Und er macht verständlich, wie sich die Bewegung der künstlerischen Moderne in unserem eigenen Alltag etablieren konnte.
stats