23. Deutscher Verpackungsdialog
Marken zeigen ihr Gesicht

16.09.2020 Am Donnerstag, 12. November 2020 findet im Deutschen Verpackungs-Museum in Heidelberg der mittlerweile 23. Verpackungsdialog statt. Das diesjährige Motto lautet: „Marken zeigen ihr Gesicht“.

© Foto: Deutsches Verpackungs-Museum

„Sein Gesicht zeigen“: Bis zum Anfang des Jahres galt das noch als die normalste Sache der Welt. Unseren gesellschaftlichen Umgang und unser soziales Verhalten hat sich seit der Pandemie verändert. Plötzlich denkt man über Selbstverständlichkeiten neu nach.

Das Deutsche Verpackungs-Museum ist eine Galerie der bedeutenden Markenpersönlichkeiten. Und wie lebende Personen sind auch Marken lebendige Wesenheiten, die nur dann erkennbar sind, wenn sie ihr „Gesicht zeigen“ können. Dieses „Gesicht der Marke“ ist ihr eigenständiges, unverwechselbares Verpackungsdesign. Dass es auch hier keine Selbstverständlichkeiten mehr gibt, hat uns das Beispiel der Zigarette schmerzhaft vor Augen geführt. Diesen Verpackungen wurde längst eine „Zwangs-Maske“ verordnet, die Kunden vergrämen und die Marken-Erkennung beschädigen soll. Was das für die betroffenen Marken bedeutet, kann man sich vorstellen.

Umso wichtiger ist es, die offene Selbstdarstellung der Marke zu thematisieren. Sie ist ein wichtiges Anliegen. Viele Markenbilder begleiten uns seit Jahrzehnten und sind ein etablierter Bestandteil unserer Alltagskultur.

Was es bedeutet, wenn ein Konzern ein komplett neues Gesicht zeigt und sich von seinem ursprünglichen Kernprodukt verabschiedet, wird uns Thorsten Scheib erläutern. Er erzählt uns in einem sehr persönlichen Vortrag, warum Philip Morris seiner Marke „Marlboro“ den Laufpass gibt. Was diese Entscheidung für Konsequenzen hat (bis hin zur Signalfarbe der Vertriebs-Flotte), lässt sich kaum erahnen. Es wird ein harter Abschied auch für Kunden werden. Das Unternehmen stellt sich einem komplexen Transformations-Prozess.

In vielen Küchen hat eine kleine taillierte Flasche einen festen Platz gefunden, die an ihrer gelben Verschlusskappe jedermann sofort erkennbar ist. „SURIG“ ist der Name einer Essigessenz, die in der markenprägenden Flasche mit dem gelben Verschluss bereits 1922 eingeführt wurde. Hier ist die selbstähnliche Verpackung älter und traditionsreicher als die Wortmarke selbst, die erst 1973 hinzu kam. In Zeiten der Pandemie ist aus dem Lebensmittel nun auch ein essigsaurer Hygiene-Spender in Spray-Form geworden. Welches Potential in der geschichtsreichen Marke steckt, davon berichtet uns Oliver Sladek.

Auch wenn aus den einstigen „Salzletten“, die die salzige Snackkultur seit ihrer Einführung 1935 dominierten, mittlerweile „Saltletts Sticks“ (2003) geworden sind: Die erfolgreiche Marke führt uns zurück zu Hermann Bahlsen (1859-1919), einen der bedeutendsten deutschen Unternehmer und Kunst-Mäzene. Über die Zukunft der salzigen Marken des einstigen „Bahlsen-Imperiums“ werden wir von Moritz Bahlsen (Lorenz Snack-World) Näheres erfahren.

Mit dem gesungenen Slogan „Ei, ei, ei Verpoorten“ fand spätestens in den 1950er Jahren ein traditionsreicher Eierlikör Zugang zu erweiterten Zielgruppen. Er prägte das Konsumverhalten einer ganzen Generation. Die Marke reicht in den Anfängen bis 1876 zurück und wird in fünfter Generation von der Familie geführt. Auch darüber, was es mit dem holländischen Begriff des „Advocaat“ auf sich hat (und warum der nichts mit Anwälten zu tun hat), wird uns kurzweilig William Verpoorten berichten.

Vor dem Hintergrund der Pandemie behält sich der Veranstalter vor, die Zahl der Sitzplätze zu kürzen oder die Bedingungen den aktuellen Bestimmungen anzupassen. Wie immer gilt: Bestellungen werden in der Reihenfolge des Eingangs bearbeitet.

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