PwC-Verbraucherstudie zu Verpackungen
Deutsche Verbraucher legen Wert auf nachhaltige Verpackungen

06.03.2018 Der boomende Onlinehandel und der Trend zu immer kleineren Verpackungen und vorportionierten Produkten im Supermarkt lässt die Müllberge ansteigen und belastet die Umwelt. Die Verbraucher sind sich dieses Problems bewusst – und plädieren für weniger Verpackungsmüll:

pwc Verpackungsstudie 2018
© Foto: pwc
pwc Verpackungsstudie 2018
 Drei Viertel der Supermarktkunden achten beim Einkauf darauf, Produkte mit so wenig Verpackung wie möglich zu kaufen. Fast jeder Dritte würde sogar auf ein Produkt verzichten, weil es zu viel oder nicht nachhaltig verpackt ist.

Deutsche Verbraucher stehen nachhaltigen Verpackungen offen gegenüber. Das gilt zumindest, solange sich daraus keine Zusatzkosten ergeben: Neun von zehn Verbraucher würden nachhaltige Verpackungen vor allem dann nutzen, wenn sie nicht mehr kosten. Immerhin ein knappes Viertel (23 Prozent) wäre bereit, mehr Geld für ein Produkt mit nachhaltiger Verpackung auszugeben. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Verpackungen im Fokus“ auf Basis einer repräsentativen Befragung von 1.000 Verbrauchern.

Mehrweg: beliebt, aber schwer erkennbar

Aus ökobilanzieller Sicht ist es günstig, Verpackungen länger im Kreislauf zu behalten. Das Prinzip der Mehrwegverpackungen ist bei den Deutschen auch durchaus beliebt: Neun von zehn Verbrauchern begrüßen die Möglichkeit, Verpackungen mehrmals zu nutzen. Rund zwei Drittel geben an, dass sie bereits bevorzugt Produkte in Mehrwegverpackungen kaufen, etwa bei Getränken oder Joghurts.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen: Vier von zehn Konsumenten beklagen, dass sie oftmals Probleme haben zu erkennen, ob sie eine Einweg- oder Mehrwegverpackung in den Händen halten. „Hier sind Hersteller und Händler am Zug, ihre Produkte eindeutig zu kennzeichnen. Für den Käufer muss auf den ersten Blick ersichtlich sein, ob es sich um eine Einweg- oder Mehrwegverpackung handelt“, so Hendrik Fink, Leiter Sustainability Services bei PwC.

Wer ist dafür verantwortlich, Verpackungsmüll zu reduzieren?

Zur Frage, wer grundsätzlich die Verantwortung trägt, den Verpackungsmüll zu reduzieren, haben die Verbraucher eine klare Meinung: Als Hauptverantwortliche nennen sie die Hersteller (45 Prozent), gefolgt vom Handel (22 Prozent) und dem Gesetzgeber (18 Prozent).

„Die Akzeptanz der Verbraucher für innovative Verpackungsansätze ist hoch – ebenso die Erwartungshaltung an Hersteller und Händler. Unternehmen müssen also aktiv werden, um ihre Verpackungskonzepte im Sinne der Nachhaltigkeit umzustellen. Dabei sollten sie keinen Einzelaktionismus betreiben, sondern einen strategischen Ansatz verfolgen. Dazu gehört, die Produkte und Geschäftsmodelle immer wieder in Frage zu stellen und weiterzuentwickeln“, so das Fazit von Gerd Bovensiepen.

  • Weniger ist mehr: Bei vielen Produkten würde weniger Verpackungsmaterial ausreichen – das sagen die Verbraucher fast unisono (94 Prozent). Besonders bei Drogerie- und Hygieneartikeln beschweren sich viele Konsumenten über zu viel Verpackungsmaterial.
  • Plastik hat schlechten Ruf: Die überwältigende Mehrheit spricht sich dafür aus, die Materialmenge auf ein Minimum zu reduzieren und auf Material zu setzen, das sich gut recyceln lässt. Einen weitgehenden Verzicht auf Plastik befürworten neun von zehn Befragten.
  • Trend zum verpackungsfreien Einkauf: Knapp neun von zehn Supermarktkunden wären bereit, auf Umverpackungen bei Lebensmitteln zu verzichten. Immerhin zehn Prozent haben bereits in einem verpackungsfreien Supermarkt eingekauft oder tun dies regelmäßig.
  • Mehrwegsystem für Versandverpackungen: Drei Viertel der Verbraucher befürworten ein Mehrwegsystem für Versandverpackungen. 70 Prozent von ihnen wären sogar bereit, dafür ein Pfand von durchschnittlich 2,49 Euro.

Link zur PwC-Studie Verpackungen
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