Euler Hermes
Corona – Welthandel verliert 320 Mrd. $ pro Quartal

09.03.2020 Die Volkswirte von Euler Hermes haben in einer ersten Runde bereits die wirtschaftlichen Auswirkungen analysiert, die kurzfristig durch das Coronavirus vor allem durch Verluste bei den Exporten nach China entstanden sind – wohl wissend, dass dies erst der Anfang sein würde und dass diese 26 Milliarden US-Dollar pro Woche definitiv der untere Rand der Schätzung sein würde. Jetzt haben sie neben China auch noch die Negativeffekte aus Italien und das restliche Europa berechnet. Das Ergebnis beläuft sich auf Verluste beim Welthandel in Höhe von 320 Mrd. USD pro Quartal. Das berichtet der Euler Hermes CEO Blog.

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Für den Welthandel bedeutet das herbe Einbußen. Im ersten Halbjahr schrumpft er sogar. Bei Euler wurde die Wachstumsprognose für den Welthandel für 2020 nochmals deutlich nach unten korrigiert, auf 0,4% – ein neuer Tiefststand. Dabei markierte doch schon 2019 mit 1,2% Wachstum einen solchen. Hongkong, die USA, Japan, Südkorea, Italien, Frankreich, Großbritannien und auch Deutschland sind am stärksten betroffen von diesem Rückgang – und der deutsche Wirtschaftsmotor stotterte zuletzt ja bereits merklich. Zudem werden die weltweiten Insolvenzen mit mindestens +7,5% vermutlich noch stärker ansteigen als bisher angenommen.

Trotzdem: kein Grund zur Panik

Das Coronavirus wird sich definitiv kurzfristig auf Weltwirtschaft und Welthandel auswirken. Trotzdem dürften die wirtschaftlichen Auswirkungen global gesehen begrenzt bleiben – wenn es bei einem kurzfristigen Schock bleibt, so die Einschätzung bei Hermes. Dort wird davon ausgegangen, dass die Geschäftsunterbrechung in China nicht länger als einen Monat andauert und sich die Geschäftstätigkeit nach drei Monaten wieder normalisiert. Allerdings sei die Weltwirtschaft wohl nicht stark genug, um diesen Verlust im weiteren Jahresverlauf vollständig aufzuholen.

Für das Gesamtjahr erwartet Hermes durch das Coronavirus aktuell trotzdem „nur“ einen Verlust von 0,2 Prozentpunkten an Wachstum für die Weltwirtschaft. Diese dürfte 2020 insgesamt um 2,2% zulegen im Vergleich zum Vorjahr.

Es gibt zwar durchaus „Downside“-Risiken. Bei langanhaltenden Geschäftsunterbrechungen auf der ganzen Welt würde die Wirtschaft tatsächlich massiv einbrechen und der Welthandel schrumpfen. Insolvenzen würden dann im schlimmsten Fall im zweistelligen Prozentbereich ansteigen. Aber diese wären dann maßgeblich von Panikreaktionen getrieben.
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