Zamek meldet Insolvenz an

25.02.2014

LZnet. Der Düsseldorfer Lebensmittelhersteller Zamek hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Das teilte das Unternehmen in einer Adhoc-Meldung mit. Zamek produziert mit rund 600 Beschäftigten in Düsseldorf und Dresden unter anderem Würzmischungen für die verarbeitende Industrie und beliefert Kantinen. Beantragt worden sei ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, hieß es. Das Unternehmen bleibe während des Verfahrens voll handlungsfähig. Betroffen sind laut Mitteilung die Günther Zamek Produktions- und Handelsgesellschaft mbH & Co. KG sowie deren Tochtergesellschaften Zamek Nahrungsmittel GmbH & Co. KG, Zamek Nahrungsmittel Dresden GmbH und Dr. Lange & Co. GmbH.

Erst vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen Petra Zamek, Ehefrau des Mehrheitsgesellschafters und Beiratsvorsitzenden Bernhard Zamek, an der operativen Spitze durch Rainer Wenz ersetzt. Der Interimsmanager war zuletzt beim Fleischwarenhersteller Höll mit einem Sanierungskonzept betraut. Wie Zamek nun mitteilt, wurden mit Wirkung zum 20. Februar weitere Sanierungsexperten in die Geschäftsführung geholt: Der Rechtsanwalt Dr. Wolf-R. von der Fecht soll sich gemeinsam mit Wenz um die Sanierung der operativen Tochtergesellschaften Zamek Nahrungsmittel GmbH & Co. KG, Zamek Nahrungsmittel Dresden GmbH und Dr. Lange & Co. GmbH kümmern. Der Rechtsanwalt und Steuerberater Nikolaos Antoniadis wurde zum Geschäftsführer der Günther Zamek Produktions- und Handelsgesellschaft mbH & Co. KG bestellt.

Zamek befindet sich schon seit geraumer Zeit in Turbulenzen. Für das Geschäftsjahr 2012/2013 musste das Unternehmen einen Verlust von mehr als 10 Millionen Euro ausweisen. Die Umsatzerlöse brachen um acht Prozent auf knapp 74 Millionen Euro ein. Ein langwieriger Streik hatte nach Unternehmensangaben die Lieferfähigkeit beeinträchtigt. Zudem habe man bewusst auf wenig rentable Umsätze verzichtet und das Produktangebot von mehr als 1000 auf knapp 500 Artikel gestrafft, hieß es damals. Doch auch im Jahr davor hatte das Unternehmen schon rote Zahlen geschrieben.

Mehrheitsgesellschafter Bernhard Zamek hatte deshalb bereits im Oktober 2013 ""drastische Einsparmaßnahmen"" und den Abbau von weiteren 85 Stellen angekündigt. Außerdem wollte das Unternehmen ein Teil der Produktion nach Polen verlagern, um Kosten einzusparen. Frisches Kapital hatte Zamek 2012 mit einer Mittelstandsanleihe eingesammelt, die vor einem Jahr noch einmal um 10 Mio. Euro auf insgesamt 45 Mio. Euro aufgestockt wurde.

Die Zamek-Gruppe ist seit Gründung 1932 in Familienbesitz. Kundenstruktur und breite Präsenz in internationalen Schlüsselmärkten sind stark diversifiziert. Die Kunden der Zamek-Gruppe in den Geschäftsbereichen Discount und Consumer Business sind große, international tätige Discounter im In- und Ausland sowie eine Vielzahl führender deutscher und internationaler Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen. Für sie entwickelt, produziert und vermarktet die Zamek-Gruppe kundeneigene Marken oder die Produkte der Marken ""Zamek"" und ""Dr. Lange"". Kunden des Geschäftsbereichs Food Service sind Großabnehmer wie z.B. Kantinen. Im Geschäftsbereich Food Ingredients produziert Zamek Würze- und Aromenapplikationen für die verarbeitende Industrie.


www.zamek.de

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