Ver.di
Sozialtarifvertrag für STI-Standort gefordert

05.06.2020 Der STI-Konzern hält offenbar an seinen Plänen fest, zumindest Teile der Produktion aus dem Werk Grebenhain an andere Konzernstandorte zu verlagern. Ver.di hat deshalb die Geschäftsführung des STI-Konzerns zu Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag aufgefordert und verlangt eine tarifliche Abfindungsregelung für den Fall betriebsbedingter Kündigungen.

Am STI Group-Standort Grebenhain werden Displays für Produktpromotions im Handel produziert.
© Foto: STI-Group
Am STI Group-Standort Grebenhain werden Displays für Produktpromotions im Handel produziert.

In Grebenhain gibt es aktuell rund 280 Beschäftigte, im Konzern mit weiteren Standorten in Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen sowie in Tschechien insgesamt etwa 2.000.

Vorrang hat für Ver.di aber auf jeden Fall der Erhalt der Arbeitsplätze in Grebenhain. „Wir hoffen, dass sich Betriebsrat und Geschäftsführung in den laufenden Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan noch über einen Erhalt des Standorts verständigen“, sagt Manfred Moos von Ver.di Hessen. Er erinnert daran, dass die Beschäftigten in Grebenhain drei Jahre von 2015 bis 2017 zur Sicherung des Standorts und der Beschäftigung auf das Weihnachtsgeld verzichtet haben. „Die damals zugesagten Investitionen in den Standort sind nach Wechseln im Management leider bei weitem nicht erfolgt. Nun sollen die Beschäftigten nach offenkundigen Fehlentscheidungen der Führungsspitze die Zeche bezahlen und müssen um ihre Arbeitsplätze bangen.“

Ver.di macht nach wie vor den 2019 völlig missglückten Versuch, die komplette STI-Gruppe mit mehr als 2.000 Beschäftigten zu verkaufen, für die aktuellen Schwierigkeiten verantwortlich. Die öffentliche Ankündigung der Verkaufsabsichten führte nach Einschätzung von Ver.di zu Vertrauens- und Auftragsverlusten bei wichtigen Kunden aus der Lebensmittelindustrie und war eine Steilvorlage für die Wettbewerber im Display-Markt, sich Marktanteile zu holen. Die Rücknahme der Ankündigung im Dezember 2019 konnte diese Entwicklung nicht entscheidend umkehren. „Dafür trägt auch die Firmenerbin und jetzige Inhaberin Kristina Stabernack, Urenkelin des Gründers Gustav Stabernack, erhebliche Verantwortung“, ist Manfred Moos von Ver.di überzeugt.

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