Getnow
Lieferdienst meldet Insolvenz an

27.10.2020 Dem Online-Lieferdienst Getnow fehlt Geld: Der Metro-Partner hat beim zuständigen Amtsgericht in München einen Insolvenzantrag gestellt. Nun wird ein Investor gesucht.

© Foto: Getnow

Schon seit einigen Tagen vertröstet Getnow seine Kunden mit „Wartungsarbeiten“ und angeblichen technischen Problemen. Nun ist klar: Der Online-Lieferdienst hat beim zuständigen Amtsgericht in München einen Insolvenzantrag gestellt. Grund sei eine gescheiterte Finanzierungsrunde, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Max Liebig von der Münchner Kanzlei Jaffé.

Der Insolvenzverwalter sucht nun nach einem Investor für den Lieferdienst, der nach wie vor defizitär arbeitet. Getnow beschäftigt 130 Mitarbeiter an sieben Standorten im Bundesgebiet und kommissioniert seine Bestellungen in Metro-Großmärkten. Das Startup hatte sein Zustellnetz in den vergangenen Jahren sukzessive erweitert. „Die erzielten Umsätze reichten jedoch in der Folge trotz des starken Wachstums nicht aus, um die Kosten und die Investitionen für die angestrebte flächendecken-de Expansion in Deutschland zu decken“, erklärt Insolvenzverwalter Liebig.

„Getnow ist als Start-Up-Unternehmen nach wie vor auf Fremdkapital angewiesen, um den bis zuletzt defizitären Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten zu können. Es wird nunmehr unverzüglich ein strukturierter M&A-Prozess aufgesetzt, der insbesondere auch auf eine übertragende Sanierung zielt. Die Getnow verfügt nach bisherigen Erkenntnissen insbesondere über eine besondere Online-Expertise im Lebensmittelhandel, eine bewährte Technologieplattform zur vollständigen Abwicklung des operativen Betriebes im Bereich eFood und einen guten Markennamen. Wir werden in den nächsten Tagen verstärkt potenzielle Interessenten ansprechen und stehen interessierten Investoren für alle Fragen gerne zur Verfügung“, soLiebig.

Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, hatte vor wenigen Tagen mit der IMS Capital Partners GmbH aus Berlin bereits ein Hauptgesellschafter von Getnow Insolvenz angemeldet. IMS Capital Partners hält knapp 39 Prozent an Getnow und tauchte in der Vergangenheit auch im Dunstkreis des skandalträchtigen Payment-Dienstleisters Wirecard auf.

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