Grüne Tinte von Prometho
Inkjet-Tinte aus Färbepflanzen

11.10.2018 Ökologischer kann eine industrielle Kennzeichnung kaum sein. Nach der Entwicklung von Tinten aus nachwachsenden Rohstoffen, die Prometho seit 2010 unter der Marke Grüne Tinte vertreibt, ist nun ein weiterer entscheidender Entwicklungsschritt vollzogen worden.

© Foto: Prometheo

Im Rahmen einer gemeinsamen Forschungsarbeit mit der Friedrich Schiller Universität Jena ist es erstmals gelungen, farbgebende Substanzen aus heimischen Färbepflanzen zu gewinnen und für die Formulierung von industriellen Inkjet-Tinten aufzubereiten. Extrakte von Färberwau, Färberkrapp, Färberwaid, Färberknöterich sowie Baumrinde wurden aufwändig modifiziert und als Alternative zu konventionellen Farbstoffen und Pigmenten in Löse- und Bindemittelgemischen zu niederviskosen Industrietinten verarbeitet.

Die neuen ökologischen Inkjet-Tinten, die bereits durch ihre Farbgebung (z.B. schwarzbraun, rot, violett, blau gelb) Natürlichkeit ausstrahlen, sind für fast alle marktüblichen Kennzeichnungssysteme lieferbar. Sie punkten in der Praxis mit einem exzellenten, störungsfreien Laufverhalten im Druckgerät und stehen mit ihren technischen Eigenschaften den konventionellen Tinten in nichts nach. Der randscharfe Substrataufdruck gewährleistet eine gute Maschinenlesbarkeit, ist stabil gegen äußere Einflüsse und bei einer Variante sogar dokumentenecht. Zudem werden durch den Einsatz von Wasser und Bio-Ethanol als Lösemittelsysteme die Gesundheitsgefährdung und Umweltbelastung stark reduziert.

Von den neuen Kennzeichnungstinten, die funktionell auf die Oberflächen unterschiedlicher Verpackungsmaterialien wie z.B. Papier, Karton oder Kunststoff abgestimmt werden können, dürften sich insbesondere Hersteller ökologischer Food- und Non-Food-Artikel angesprochen fühlen, die vom Inhalt bis zur Verpackung vollumfänglichen Wert auf ressourcen- und umweltschonende Alternativen legen. In Abhängigkeit von Drucktechnik und Substrat erfolgt die Herstellung der Tinte zumeist als OEM-Produkt unter Private Label des Systempartners.

Das dreijährige Forschungs-Projekt wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Fachagentur nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert. Aus dem Projekt sind nicht nur eine Reihe von Naturfarben aus Färbepflanzen und Pflanzenbestandteilen hervorgegangen, die sich für den Einsatz in industriellen Kennzeichnungssystemen eignen. Es konnte auch eine Möglichkeit zur Verwertung von Baumrinden (Abfällen aus der Forstwirtschaft) aufgezeigt werden. Ein ganz entscheidender Schritt war hier die Stabilisierung der Naturfarbstoffe zur Herstellung stabiler, beständiger und reproduzierbarer Farbsysteme. Die Experimente mit Pilzen haben neben Erkenntnissen zur Aufzucht auch das Potenzial bestimmter Spezies zutage gebracht: Da sich aus einem Extrakt verschiedenfarbige Materialien herstellen lassen, ist der Pilz als Rohstoff für weitere Entwicklungen, insbesondere in Richtung Digitaldrucktinten interessant. 

stats