Verband der Wellpappen-Industrie
Für 2021 wird ein moderates Wachstum erwartet

04.12.2020 Für 2021 rechnet der VDW mit einem Wachstum von etwa 1,0 Prozent. Laut Prognose von Geschäftsführer Dr. Oliver Wolfrum wird der Wellpappenabsatz in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres um etwa 0,5 Prozent wachsen und im zweiten Quartal sogar um 1,9 Prozent.

Systemrelevant: Wellpappe ist unverzichtbar in der Lieferkette
© Foto: VDW
Systemrelevant: Wellpappe ist unverzichtbar in der Lieferkette

In der zweiten Jahreshälfte kalkuliert der Verband mit einem leichten Absatzrückgang von 0,5 Prozent im dritten und 0,9 Prozent im vierten Quartal.

Im Jahr 2020 erzielten die VDW-Mitglieder bislang einen im Vergleich zum Vorjahr stabilen Absatz. „Bis einschließlich Oktober dieses Jahres haben die Unternehmen 6,7 Milliarden Quadratmeter Wellpappe abgesetzt, das sind rund 40 Millionen Quadratmeter mehr als im gleichen Zeitraum 2019.“

„Mit einem Plus von 1,4 Prozent im ersten Quartal ist die Industrie gut in dieses Jahr gestartet“, so Wolfrum. In diesem Zeitraum wirkte sich der Corona-bedingte Nachfrageschub im Konsumgüterbereich – neben Toilettenpapier waren vor allem Mehl, Nudeln und Tiefkühlkost betroffen – positiv auf den Wellpappenabsatz aus. „In Deutschland werden etwa zwei Drittel aller Waren in Wellpappe verpackt, um in die Läden und zu den Verbrauchern zu gelangen“, sagt Wolfrum. „Auf die Nachfragespitzen haben die VDW-Mitglieder flexibel reagiert, um die Versorgung mit Lebensmitteln, aber auch mit Health-Care-Produkten, sicherzustellen.“

Ab dem zweiten Quartal verzeichnete die Branche Absatzrückgänge: im zweiten Quartal Minus 1,1 Prozent und im dritten Quartal Minus 0,9 Prozent, wobei sich ab August bereits eine Verbesserung der Situation abzeichnete. Für das Schlussquartal rechnet der VDW-Geschäftsführer, nach einer Steigerungsrate von 2,5 Prozent im Oktober, mit einem Absatzplus von 2,9 Prozent, das nicht zuletzt auf die verstärkte Neigung der Verbraucher zum Online-Shopping zurückzuführen ist.

„Die Zahlen der E-Commerce-Branche zeigen, dass sich während der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr der Umsatz mit Gütern des täglichen Bedarfs zeitweise verdreifacht hat“, sagt Wolfrum. „Wir rechnen damit, dass sich das im derzeitigen Lockdown wiederholt und dadurch die Nachfrage nach Versandverpackungen aus Wellpappe steigt.“ Für das gesamte Jahr 2020 rechnet Wolfrum mit einem Wachstum des Wellpappenabsatzes um 0,6 Prozent.

Dagegen verschärft sich die Ertragslage der Wellpappenhersteller in diesem Jahr zusehends. „Die durchschnittlichen Erlöse pro Quadratmeter liegen bis einschließlich Oktober um 6,2 Prozent unter denen von 2019“, sagt Wolfrum. „Die Tendenz zeigt weiter nach unten. Da gleichzeitig die Preise für den wichtigsten Rohstoff Papier nach Rückgängen im Sommer seit September wieder ansteigen und wir mit zusätzlichen Kostensteigerungen in anderen relevanten Bereichen von durchschnittlich 2,5 Prozent rechnen, stehen unsere Mitglieder unter erheblichem wirtschaftlichem Druck.“

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