Pro-S-Pack wehrt sich
„Unsere Becherproduzenten setzen PFAS nicht ein!“

30.07.2020 Medienberichte über PFAS in beschichteten Kaffeebechern aus Papier resultieren aus irreführenden Aussagen des Umweltbundesamtes und der Deutschen Umwelthilfe, das berichtet der Verband Pro-S-Pack Arbeitsgemeinschaft Serviceverpackungen e.V. Die Becherproduzenten innerhalb des Branchenverbandes setzen den Stoff nicht ein.

PFAS kommt auch bei Papierverarbeitung Peters nicht zum Einsatz.
© Foto: Papierverarbeitung Peters
PFAS kommt auch bei Papierverarbeitung Peters nicht zum Einsatz.

Was sind PFAS? Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind eine Untergruppe der organischen Fluorverbindungen. Eine ältere Bezeichnung für diese Substanzklasse lautet perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC). PFAS wirken toxisch und werden im Körper nur langsam abgebaut. PFAS sind mittlerweile überall nachweisbar – in der Umwelt, in der Nahrungskette und im Menschen.

Derzeit wird in mehreren Medienberichten behauptet, eine neue Studie des Umweltbundesamtes (UBA) belege, beschichtete Kaffeebecher aus Papier enthielten Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS). Diese Meldungen entbehren laut Pro-S-Pack jeder Grundlage. Stattdessen hat das UBA eine Studie mit dem Titel: „Per- and polyfluoroalkyl substances in blood plasma – Results of the German Environmental Sruvey for children and adolescents 2014-2017 (GerES V)” - („Blutplasmastudie“) - vorgestellt, in dem das Wort „Becher“ nicht einmal vorkommt. Zusätzlich hat das UBA in der Reihe Themenschwerpunkte über PFAS berichtet. Hierin macht das UBA allgemein auf die Tatsache aufmerksam, dass beschichtete Papierverpackungen PFAS enthalten könnten. Eine neue Studie über PFAS in Kaffeebechern habe das UBA, anders als in Medien und von Umweltverbänden berichtet, aber überhaupt nicht durchgeführt.

Die Becherproduzenten innerhalb der Pro-S-Pack, die den größten Teil des deutschen Marktes beliefern, setzten PFAS nicht ein. Warum sollten sie auch? Der Vorteil des Einwegbechers gegenüber Mehrwegbehältnissen sei ja gerade seine Überlegenheit in Punkto Hygiene und sein Schutz vor Bakterien, Viren und Giftstoffen, was sich gerade in der Covid-19 Pandemie als wichtig herausgestellt hat. PFAS-haltige Becher hätten auf dem Markt nichts zu suchen. In Dänemark sei ein generelles Verbot bereits seit Juni diesen Jahres in Kraft.

Was steht wirklich in der Studie?

Der Schwerpunkt der Studie liegt auf dem Vorkommen von PFAS im Blutplasma von Kindern und Jugendlichen. Es gibt darin nur einen kurzen Hinweis auf das Thema Verpackungen: “Per- and polyfluoroalkyl substances (PFAS) are a group of more than 4700 substances known for making materials and products stain- and water-resistant - including packaging materials and textiles. PFAS have been widely used in various consumer products and industrial applications.” Zitiert wird eine ältere Studie aus dem Jahr 2010 und eine neuere griechische Studie aus dem Jahr 2019 mit der Kernaussage: “Fish is the major contributor to total intake for both PFOS and PFOA.”

Wie kommt das UBA auf eine Verknüpfung mit Kaffeebechern?

Dafür braucht man in der Tat Phantasie, zumal Kinder noch gar keinen Kaffee trinken. Auslöser der Berichterstattung war die Pressemitteilung des UBA über die Blutplasmastudie. Dort werden beschichtete Kaffeebecher bei den Beispielen zur Verwendung an erster Stelle genannt. „PFAS werden zum Beispiel in der Beschichtung von Kaffeebechern, für Outdoorjacken oder Löschschäume verwendet, weil sie fett-, wasser- und schmutzabweisend sind“. Dadurch wird der Eindruck erweckt, beschichtete Papierbecher würden generell PFAS enthalten. Eine solche generalisierende Darstellung ist aber falsch, da – wie bereits oben erwähnt – die Produzenten gar keine PFAS in der Becherproduktion einsetzen.

Das UBA ist eine wissenschaftliche Behörde. Aus wissenschaftlicher Sicht sei es unangebracht, eine Studie zum Thema Gesundheit von Kindern- und jugendlichen manipulativ mit dem Thema Coffee-to-go zu verknüpfen, wenn es dafür gar keine Anhaltspunkte gibt.

Deutsche Umwelthilfe treibt Framing auf die Spitze

Auch die Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe stelle die Verknüpfung von PFAS-Einträgen durch beschichteten Kaffeebechern in den Vordergrund. Dass die generalisierende Aussage: „Plastikbeschichtete Einwegbecher enthalten gesundheitsschädliche Chemikalien wie per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS)“ nicht zutreffe, hätte die DUH im Übrigen mit einem einfachen Anruf bei der Pro-S-Pack oder einem Becherproduzenten leicht herausfinden können, wäre es um Aufklärung gegangen.

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