STI Group testet neue Materialien
Sind Verpackungen aus Silphie-Papier eine Alternative?

20.11.2020 Besteht die nachhaltige Verpackung von morgen aus Silphie-Papier? Die STI Group will es wissen, denn einige Argumente sprechen dafür. Das Unternehmen startet jetzt Tests mit Wellpappe und Karton.

Die ersten Tests der Druck- und Veredelungsmöglichkeiten von Silphie-Papier für Verpackungen laufen bereits.
© Foto: STI Group
Die ersten Tests der Druck- und Veredelungsmöglichkeiten von Silphie-Papier für Verpackungen laufen bereits.

Groß, gelb und mit besten Eigenschaften für die Papierproduktion – das ist die Silphie-Pflanze. Ihre Fasern können klassischen Holzzellstoff ersetzen, sind recyclefähig und der nachwachsende Rohstoff lässt sich regional beziehen. Die Idee ist neu und stammt von OutNature. Der Anbieter von Fasern und Papieren aus Silphie wurde erst im Herbst 2020 in der Kategorie „Neues Material“ mit dem Deutschen Verpackungspreis ausgezeichnet.

„Als STI Group wollen wir die Regeneration natürlicher Ressourcen unterstützen. Daher freut es uns sehr, dass wir als Teil einer Pilotgruppe eine Alternative zu holzbasiertem Zellstoff testen können“, sagt Andrea Wildies, Geschäftsführerin STI Group. „Um unseren Kunden zu helfen, den Verbrauchern noch nachhaltigere Lösungen anzubieten, sind wir ständig auf der Suche nach neuen Ideen. Wir sind sehr gespannt auf die Einsatzmöglichkeiten von Silphie-Papier und werden in den nächsten Wochen sowohl die technischen Eigenschaften als auch Druck- und Veredelungsmöglichkeiten testen.“

Noch stehen längst nicht alle technischen Werte des neuen Materials zur Verfügung. Die Papier- und Kartonqualitäten sind nach Aussage von Out Nature echte Prototypen mit einem Silphie-Faseranteil von aktuell 30 Prozent, angestrebt wird ein Anteil von mindestens 50 Prozent.

Die Pflanze bietet in ihrem Lebenszyklus eine Vielzahl von Mehrwerten für das gesamte Ökosystem. Daneben ist die Recyclingfähigkeit ein weiterer Pluspunkt des Materials gegenüber anderen Holzalternativen. „Design for Recycling und die konsequente Reduzierung der CO2-Emissionen stehen im Fokus unserer Nachhaltigkeitsstrategie, erklärt STI Group-CEO Jakob Rinninger. „Im Sinne unserer Circular Innovation-Strategie beleuchten wir alle neuen Entwicklungen unter Nachhaltigkeitsaspekten und arbeiten an Konzepten mit Mehrwert für die Umwelt und unsere Kunden.“

Die nachhaltige Optimierung von Verpackungen durch den Einsatz von Silphie-Papier könnte nach Überzeugung der STI Group-Geschäftsführung eines dieser Konzepte sein. Wie sich das neue Material im Produktionsprozess verhält, wo es seine Stärken hat und für welche Einsatzzwecke und Produkte es besonders geeignet ist, werden die Praxistests der nächsten Wochen zeigen.

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