Kübler & Niethammer
Papierfabrik produziert weiter trotz Insolvenzantrag

03.02.2020 Die Kübler & Niethammer Papierfabrik Kriebstein AG hatte am 17.01.2020 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen müssen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Hubert Ampferl bestellt, welcher schon die letzte Insolvenz vor drei Jahren begleitet hat.

Luftbildaufnahme der Papierfabrik Kübler & Niethammer in Kriebstein.
© Foto: Kübler & Niethammer
Luftbildaufnahme der Papierfabrik Kübler & Niethammer in Kriebstein.
Das Unternehmen stellt im Wesentlichen sogenannte gestrichene LWC-Papiere her, die unter anderem für Werbeprospekte Verwendung finden. Nach der letzten Insolvenz in den Jahren 2017/2018 hat das Unternehmen den Wechsel weg vom LWC-Papier hin zu Sorten mit guten Margen eingeleitet und sich als einziger Anbieter für nass- und laugenfeste Etikettenpapiere aus 100%-Altpapier etabliert. Namhafte Getränkehersteller drucken ihre Etiketten auf Papier mit dem Blauen Engel aus Kriebstein.

Die Kübler & Niethammer AG, die auch ein Kraftwerk betreibt, war im September letzten Jahres allerdings durch die Insolvenz ihres Gaslieferanten stark betroffen. Der Schaden betrug mehrere hunderttausend Euro. Nachdem nahezu alle Lieferanten der Kübler & Niethammer AG für Rohstoffe, insbesondere Altpapier, Vorkasse verlangen, Kunden allerdings meist mit langen Zahlungszielen bezahlen, fehlte zuletzt die Liquidität, um die Produktion aufrecht zu erhalten, so dass Insolvenzantrag gestellt werden musste.

Die besondere Herausforderung bei der Fortführung der Papierfabrik Kübler & Niethammer bestand darin, dass die Mitarbeiter in diesem zweiten Insolvenzverfahren nicht – wie sonst üblich - Insolvenzgeld erhalten. Aus eigener Kraft hätten die notwendigen Mittel zur Aufrechterhaltung des Betriebes nicht zur Verfügung gestanden. Vor diesem Hintergrund haben die Geschäftsführung und der vorläufige Insolvenzverwalter seit Insolvenzantragstellung mit möglichen Investoren verhandelt.

Die Produktion geht weiter

Mit dem heute unterzeichneten Vertrag ist die Fortführung der Produktion und die Bezahlung der Löhne für die rund 150 Mitarbeiter in Kriebstein sichergestellt. Die Schönfelder-Gruppe aus Annaberg-Buchholz übernimmt den Vertrieb der im Markt etablierten Produkte und stellt die für die Produktion benötigten Rohstoffe zur Verfügung. „Mit dieser sehr schnellen unternehmerischen Entscheidung der Familie Cordier kann der Betrieb in Kriebstein weiterlaufen“, betonte der vorläufige Insolvenzverwalter Ampferl. Felix Cordier unterstrich:

In den nächsten Wochen werden beide Seiten über einen endgültigen Kauf der Papierfabrik in Kriebstein verhandeln. Die Umsetzung ist aufgrund von energierechtlichen Schwierigkeiten komplex und konnte daher in den wenigen Tagen seit Insolvenzantragstellung noch nicht umgesetzt werden.

Die Kübler & Niethammer Papierfabrik Kriebstein AG steht für Premiumqualität und Nachhaltigkeit ohne Kompromisse. Das innovative Unternehmen setzt zu 100% auf recycelte Fasern. So wird in Kriebstein grafisches Papier für alle gängigen Drucktechniken und Spezialpapiere – unter anderem das erste nass- und laugenfeste Etikettenpapier auf 100%-Altpapierbasis und mit Blauem Engel: Xect Label – produziert.
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