Koehler Paper Group
Genehmigung für neue Papiermaschine

21.11.2018 Am 14. November übergab Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer dem Technischen Vorstand der Koehler Paper Group, Dr. Stefan Karrer, in Kehl die sog. immissionsschutzrechtliche Änderungsgenehmigung zur Errichtung einer neuen Papiermaschine mit Nebenanlagen.

Große Gruppe mit Schäfer, Vetrano und Karrer
© Foto: Koehler Paper Group
Große Gruppe mit Schäfer, Vetrano und Karrer

Kernstück der neuen Anlage ist eine 142 Meter lange Papiermaschine und eine 96 Meter lange Streichmaschine.

 

In den neuen Anlagen sollen neben den schon bereits bisher produzierten Spezialpapieren zunehmend papierbasierte Verpackungslösungen produziert werden, mit denen die derzeit üblichen Kunststoffverpackungen im Lebensmittelbereich ersetzt werden sollen. An die Verpackungen werden im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit besondere Anforderungen gestellt. So sind z. B. zum Schutz vor Feuchtigkeit oder zur Gewährleistung der Haltbarkeit spezielle Eigenschaften notwendig.

 

„Mit diesen Anlagen, mit denen die Plastikverpackungen durch Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen ersetzt werden können, leistet die Firma Koehler einen wichtigen und innovativen Beitrag, um die immer stärker werdende Umweltbelastung durch Plastikmüll einzudämmen“, zeigte sich Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer bei der Übergabe der Genehmigung erfreut.

 

Regierungspräsidentin Barbara Schäfer übergibt die Genehmigung an Doktor Stefan Karrer © Foto: Koehler Paper Group
Regierungspräsidentin Barbara Schäfer übergibt die Genehmigung an Doktor Stefan Karrer

Auch Dr. Karrer ist sich der Tragweite der Aufgabe bewusst. „Unsere Innovationsabteilung arbeitet alleine und in Kooperation mit anderen Instituten daran, Papiere zu entwickeln, die die Funktionen von Kunststoff im Bereich der Verpackungen wo möglich und sinnvoll ersetzen können“, sagte er. „Mit Fertigstellung der Papiermaschine im September 2019 werden wir in die Produktion einsteigen und unseren Beitrag leisten können, den Verbrauch von Kunststoff zu reduzieren.“

 

Im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren konnte Koehler nachweisen, dass die Anlage insbesondere den Anforderungen an den Umweltschutz gerecht wird. Die Anlage erfüllt die nationalen Anforderungen an den Stand der Technik und zugleich die europarechtlich geregelten Standards, wie sie in den besten verfügbaren Techniken für die Herstellung von Papier, Pappe und Karton geregelt sind.

 

Die Bauarbeiten für die Anlage sind bereits im vollen Gang, nachdem der Firma Koehler auf Antrag im März 2018 die Zulassung des vorzeitigen Baubeginns bewilligt werden konnte. Das Vorhaben hat nach Auskunft der Firma Koehler ein Investitionsvolumen von 240 Millionen Euro. Insgesamt sollen bis 2020 am Standort in Kehl über 300 Millionen Euro investiert und über 100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.


Die immissionsschutzrechtliche Änderungsgenehmigung und ihre Begründung sowie die genehmigten Antragsunterlagen werden in Kürze beim Bürgermeisteramt Kehl und beim Regierungspräsidium Freiburg zur Einsichtnahme ausgelegt. Zudem kann die Entscheidung dann auf der Internet-Seite des Regierungspräsidiums eingesehen werden.


Bei der Entscheidung über die Genehmigung waren zudem die Rahmenbedingungen am Standort in Kehl von Bedeutung, die zahlreiche Vorteile für den Umweltschutz mit sich bringen. So entstehen durch die Nutzung des vorhandenes Kraftwerks der Bio Energie Baden GmbH (BEB), die auch zur Koehler Gruppe gehört, deutliche Synergieeffekte, indem vorhandene Energiepotenziale genutzt werden. Zudem wird zukünftig für die Herstellung eines Füllstoffes für die Papierherstellung CO2 aus dem Kraftwerk gebunden und damit nicht in die Atmosphäre abgegeben. Dadurch werden die LKW-Fahrten zur Anlieferung dieses Füllstoffes reduziert. Weiterhin kann für das zusätzliche Papierabwasser die vorhandene Betriebskläranlage genutzt werden, und der Standort verfügt mit Hafen, Bahnanschluss und der Nähe zur A5 über eine sehr gute Anbindung an den überörtlichen Verkehr.

stats