Sidel
Hydroalkoholisches Gel für französisches Gesundheitswesen

07.04.2020 Im Kampf gegen Covid-19 hat Sidel sein internationales Kompetenzzentrum für die Entwicklung von PET-Verpackungen und Blaslösungen in Frankreich in ein Produktionszentrum verwandelt und eine Ausnahmefertigung von Flaschen für hydroalkoholisches Gel gestartet. Eine erste Charge von 5.000 PET-Kunststoffflaschen für das Desinfektionsmittel wurde bereits an das Krankenhaus Dijon geliefert, eine weitere wurde an die Apotheken und Hospitäler der Stadt Le Havre (Normandie) gesandt.

© Foto: Sidel
In Frankreich herrscht wie überall sonst im Moment eine hohe Nachfrage nach hydroalkoholischem Gel für die Desinfektion. Aus diesem Grund hat die französische Regierung einen allgemeinen Appell für die Produktion des aktuell nur sehr schwer erhältlichen Produkts erlassen. Diverse Branchen, aber auch Krankenhäuser, haben darauf reagiert und stellen nun das Gel her. Die Verteilung an die Mitarbeiter gestaltet sich für Akteure im Gesundheitswesen jedoch schwierig, da das Gel in großformatigen Behältern produziert wird.

„Unter Einsatz ihres Gemeinschaftssinns und ihrer spontanen kreativen Arbeit konnten unsere engagierten Mitarbeiter unser Kompetenzzentrum in nur zwei Tagen in ein kleines Produktionszentrum umgerüstet“, erklärt Vincent Le Guen, Vice President Packaging bei Sidel. Mitte März ging eine erste Anfrage nach kleinen Behältern für die Verpackung von hydroalkoholischem Gel vom Krankenhaus Dijon ein. Das Unternehmen reagierte schnell und fand die richtigen Rohstoffe und Kooperationspartner für die Produktion der Flaschen – sie werden mit einer bereits vorhandenen 500-ml-Blasform von Sidel hergestellt. Die Preformen stammten von einem wichtigen Akteur aus der Getränkebranche, während die Sportverschlüsse von einem Verschlusshersteller geliefert wurden. Mit dem Sportverschluss kann der Fluss des Gels kontrolliert und das Gel sicher aufbewahrt werden. Innerhalb einer Woche wurden bereits die ersten 5.000 PET-Flaschen an das Krankenhaus Dijon gesandt.

Weitere Initiativen geplant

In der Zwischenzeit starteten weitere Initiativen ähnlicher Art. „Wir sind mit einem lokalen Abgeordneten in der Normandie in Kontakt getreten und haben besprochen, wie Sidel in diesen schweren Zeiten die Akteure im Gesundheitswesen vor Ort unterstützen könnte. Der Abgeordnete hat uns darüber informiert, dass auch Apotheken Probleme bei der Verteilung von Gel hätten. Daher haben wir neben der 500-ml-Flasche für Krankenhäuser kurzerhand auch ein kleineres Flaschenformat – 200 ml – entworfen, das bei der individuellen Anwendung benutzerfreundlicher ist und an die Apotheken vor Ort verteilt werden sollte. Insgesamt wurden am 1. April über 1.000 Flaschen an örtliche Apotheken geliefert, alle 100 % recyclingfähig und potenziell nach einer Sterilisation wieder befüllbar,“ fährt Le Guen fort.

Sidel hat seine geschäftlichen Prioritäten mit dieser Aktion neu geordnet und Stellung bezogen – verfügbare Ressourcen werden nun zur Unterstützung der lokalen Gemeinde verwendet. Denn: Eigentlich ist das Labor in Octeville-sur-Mer ein Zentrum für die Verpackungsentwicklung, das sich den Anfragen von Sidel-Kunden hinsichtlich Designoptionen in Bezug auf PET-Verpackungen und deren Umsetzbarkeit widmet. Der Standort ist normalerweise nicht für die industrielle Produktion gedacht.

„Diese Initiative ist eine Geste der Solidarität für die Menschen, die in unserem Gesundheitswesen arbeiten. Sie wird dazu beitragen, die Lieferengpässe zu überwinden, die sich aufgrund der aktuellen Situation ergeben haben“, so Le Guen. „Flexibilität ist schon lange ein zentraler Aspekt unserer Lösungen und Services. Wenn wir in diesem Modus weiter arbeiten, beträgt unsere wöchentliche Produktionskapazität bis zu 20.000 Flaschen – und wir können weitere Anfragen dieser Art handhaben. Sidel appelliert an die Großzügigkeit seiner Geschäftspartner und bittet um die Lieferung zusätzlicher Preformen und Verschlüsse, um diese außergewöhnliche Produktion aufrecht erhalten zu können. Darüber hinaus sind wir auch dazu bereit, andere Unternehmen zu unterstützen, die Blasformen benötigen, um Flaschen auf ihren Verpackungsanlagen zu produzieren, und in unserem gemeinsamen Kampf gegen das Virus zusätzliche Verantwortung übernehmen möchten“, erklärt er abschließend.

Die Sidel-Mitarbeiter stehen so umfassend wie nötig bereit, um in den nächsten Wochen mehrere zehntausend Flaschen für Gel für den lokalen Bedarf zu produzieren.
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