Junghans
Steigerung der Energieeffizienz

24.02.2015 Die Junghans Kunststoffwaren-Fabrik beendete das Geschäftsjahr 2014 mit einem Umsatz von knapp 15 Millionen €. Der Exportanteil lag bei fünf Prozent. Damit hat das Unternehmen, das auf die Herstellung passgenauer Verschlüsse und Behälter spezialisiert ist, das Ergebnis aus dem Vorjahr gehalten.

© Foto: Junghans
Um expandieren zu können, setzt das Unternehmen im laufenden Jahr vor allem auf eine Steigerung der Energieeffizienz. „Außerdem wollen wir etwa 800 000 € in zwei neue Spritzgussmaschinen sowie Kühl- und Druckluftanlagen investieren, um auf dem höchsten technologischen Stand zu sein“, kündigt Geschäftsführer Klaus Junghans an.

Das Unternehmen Junghans mit Sitz in Hessisch Lichtenau ist bereits seit 1876 am Markt und wurde ursprünglich als Spezialist für Apothekenbehälter gegründet. Heute beliefert das Unternehmen europaweit die Konsumgüterindustrie mit hochwertigen Verschlüssen, Deckeln und Behältern aus Kunststoff.

Der in fünfter Generation geführte Familienbetrieb beschäftigt derzeit 105 Mitarbeiter, davon neun Auszubildende. „In diesem Jahr haben wir bereits sieben neue Mitarbeiter eingestellt und fünf weitere kommen noch hinzu“, so Geschäftsführerin Martina Junghans.

Schon im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Junghans in zwei neue High-Tech-Spritzgussmaschinen investiert und konnte dadurch die Fertigungskapazität um fünf Prozent steigern. Außerdem wurde ein Stapelroboter in Betrieb genommen, der automatisch die einzelnen Teile erkennt und sie nach den jeweils unterschiedlichen Deckeln, Formen, Größen und Gewicht in die entsprechenden Versandkisten stapelt. Insgesamt verfügt das Unternehmen über einen Maschinenpark von 48 modernen, computergesteuerten Anlagen.

In diesem Jahr geht es bei Junghans vor allem auch um die Steigerung der Energieeffizienz. So nimmt das Unternehmen bereits seit Oktober vergangenen Jahres an dem Forschungsprojekt „Smart Consumer“ beim Institut dezentrale Energietechnologien (IdE) teil, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. In diesem Großprojekt mit einem Gesamtvolumen von mehr als zehn Millionen € realisieren und erproben die IdE-Experten nicht nur bei Junghans, sondern auch in dem Industrieunternehmen Ferrero unterschiedliche Aktivitäten zur Steigerung der Energieeffizienz. Im Teilprojekt „Smart KWK“ (Kraftwärmekopplung) bei der Firma Junghans geht es um die Optimierung der Energieversorgung von Kunststoff verarbeitenden Betrieben. Dabei sollen sowohl der Primärenergiebedarf als auch die Energiekosten um circa 50 Prozent gesenkt werden.

„Nachhaltiges Wirtschaften ist von jeher ein elementarer Bestandteil unseres Unternehmens“, unterstreicht Klaus Junghans. Das Forschungsprojekt bietet nun die Möglichkeit, der energieeffizienteste Kunststoff verarbeitende Spritzgussbetrieb Europas zu werden. „Die künftige Reduktion des Energiebedarfs um 50 Prozent ist dabei ein Meilenstein in unserer Firmengeschichte und unser Beitrag zur Energiewende“, betont der Geschäftsführer. Hierzu sei jedoch eine Umstellung der heute noch elektronischen Beheizung der Produktionsmaschinen auf eine Versorgung mit Thermal-Öl erforderlich. Damit ließen sich die Maschinen flexibel durch Abwärme aus KWK-Prozessen, Verbrennung von Gas oder mittels elektrischer Energie betreiben. Die Steigerung des Wärmenutzungsgrades stehe dabei im Vordergrund. „Dies erfordert natürlich unter anderem den Umbau der Spritzgussmaschinen sowie der Gebäudetechnik und der Wärmenetze in unserer Kunststoffwarenfabrik“, stellt Junghans fest.


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BU: Die Geschäftsführer Klaus Junghans und Martina Junghans

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