Actega DS
Keine Schadstoffe in Lebensmittel

11.11.2020 Chemikalien können über Verpackungen oder Koch- und Essgeschirr in den menschlichen Körper gelangen. Damit soll Schluss sein. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert ein umfassendes Verbot für Schadstoffe in Lebensmittelverpackungen sowie in Ess- und Kochgeschirr.

Eine Migration von Schadstoffen aus Verschlüssen in das Lebensmittel darf nicht stattfinden.
© Foto: Actega DS
Eine Migration von Schadstoffen aus Verschlüssen in das Lebensmittel darf nicht stattfinden.

„Krebserregende, erbgutverändernde oder fruchtbarkeitsschädigende Stoffe haben in Lebensmittelverpackungen nichts zu suchen“, sagte VZBV-Vorstand Klaus Müller in einer aktuellen Stellungnahme. Eine vom VZBV in Auftrag gegebene Studie des Marktforschungsunternehmens Kantar zeigt, dass auch die deutliche Mehrheit der Deutschen gesundheitsschädliche Chemikalien ablehnt. 93 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass Lebensmittelverpackungen beziehungsweise Koch- oder Essgeschirr keine Schadstoffe enthalten sollten. Allerdings: Nur 73 Prozent würden tatsächlich entsprechendes Ess- und Kochgeschirr nicht mehr nutzen. Jeder Vierte würde auf ein entsprechendes Produkt nicht verzichten, selbst wenn eine relativ geringe Belastung mit gesundheitsschädlichen Chemikalien nachgewiesen werden würde. Eine Haltung, die sich insbesondere unter Jüngeren (14- bis 29-Jährige) wiederfindet

Diejenigen, die sich nun auf Produkte konzentrieren, die aus vermeintlich pflanzlichen und nachwachsenden Rohstoffen wie Zuckerrohr, Palmblättern oder Bambus hergestellt sind, sind keineswegs vor Schadstoffen geschützt. Denn diese Materialien werden nicht ausschließlich eingesetzt, sondern immer in Kombination mit Kunststoffen wie Melaminharz, Harnstoff-Formaldehydharze oder Polylactate. Toxikologische Bewertungen von Landesüberwachungsbehörden haben gezeigt, dass bei höheren Temperaturen gesundheitlich bedenkliche Mengen an Melamin und Formaldehyd aus dem Geschirr in Lebensmittel übergehen können. Die Abgabe von Schadstoffen ist bei langer Benutzung eines Bambusbechers sogar höher als bei herkömmlichen Melaminharz-Bechern. Gesundheitliche Richtwerte wurden laut Bundesinstitut für Risikobewertung um das 120-fache überschritten.

Bereits in einem Test der Stiftung Warentest im Juli 2019 wurden hohe Schadstoffmengen aus Bambusbechern festgestellt und der eindeutige Rat gegeben: „Lassen Sie die Finger von Bambusbechern. Aus mehr als der Hälfte der getesteten Becher gehen sehr hohe Mengen Melamin ins Getränk über. Die übrigen Becher erwecken fast alle mit falschen Werbeversprechen den Eindruck, mit dem Kauf würden Nutzer ein reines Bambusprodukt erwerben oder der Umwelt einen Dienst erweisen. Verwenden Sie für Heißgetränke unterwegs Mehrwegbecher aus anderen Materialien als Bambus“.

Schon bei der Herstellung von Mehrweggeschirr aus Kunststoff wird im Vergleich zu anderen Materialien Energie gespart: Liegen die Verarbeitungstemperaturen bei Glas bei etwa 800 Grad, bei Porzellan gar bei 1.000, sind es bei thermoplastischen Kunststoffen etwa 200 Grad. Mehrweggeschirr aus Kunststoff ist langlebig und kann am Ende des Lebenszyklus wieder verwendet werden. Das gilt insbesondere, wenn für die Herstellung Thermoplastische Elastomere eingesetzt werden, wie etwa die Soft Est-TPE von Actega DS. Wer sich für diese TPE-Rezepturen entscheidet, entscheidet sich für eine besonders ressourcen- und umweltschonende Alternative. Denn die TPE-Technologie benötigt für die Verarbeitung keine zeit- und temperaturaufwändige Vulkanisation - das spart sowohl Zeit als auch Energie und senkt die CO2-Emmission. Die TPE sind PVC- und weichmacherfrei und weisen einen sehr geringen Anteil an emittierbaren Stoffen auf. Sie sind wiederverwertbar und lebensmittelkonform. Darüber hinaus zeichnet sich das Material durch gute Fließfähigkeit und Entformbarkeit im Spritzgusswerkzeug aus. Und ein weiteres wichtiges Kriterium – besonders im Konsumgütermarkt – ist die individuelle Einfärbbarkeit des TPE-Werkstoffs.

Von Lebensmittelaufbewahrungsbox über Schneidbrett, Coffee to go Mehrwegbecher oder -schalen bis Teller mit Anti-Rutsch-Element, immer mehr Ess- und Kochgeschirre, Haushalts- und Küchenartikel werden aus Kunststoffen hergestellt. Es gibt verschiedene Kunststoffarten, die üblicherweise hier zum Einsatz kommen, wie Melamin, Silikon, PVC oder eben Thermoplastische Elastomere, was u.a. dem Verwendungszweck geschuldet ist. So gibt es welche, die zum Einfrieren geeignet sind und welche, die hohe Hitze vertragen. Einige sind Spülmaschinen geeignet, andere recyclebar. Manche scheuen die Mikrowelle nicht und einige sind kratz- und farbbeständig.

Neben diesen Unterschieden sind zusätzlich die Anforderungen zu beachten, die an alle Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, gestellt werden. Und da wird es für einige Werkstoffe schwierig. Denn damit ist man wieder bei der Thematik: Keine Schadstoffe aus Verpackungen oder Geschirr in Lebensmittel.

Actega DS, Spezialist in der Herstellung von TPE-Kunststoffgranulaten für regulatorisch anspruchsvolle Anwendungsfelder, bietet eine Reihe innovativer TPE-Werkstoffe, die u.a. für Anwendungen im Lebensmittelkontakt zertifiziert sind. Dabei wird sensibel Wert auf den Verzicht von Weichmachern gelegt sowie auf die Einhaltung aller von der EU oder der FDA vorgegebenen Vorschriften und Grenzwerte geachtet.

Mit Soft Est wurde ein TPE-Portfolio speziell für Konsumgüteranwendungen geschaffen, das sich effizient und reibungslos im Spritzguss verarbeiten lässt. Unter dieser Marke bündelt Actega DS das jahrzehntelange Know-How im Bereich der Herstellung von TPE-Granulaten sowie der Entwicklung von ausgereiften TPE-Rezepturen für hochregulierte Märkte. Das 22 Materialien umfassende Portfolio an weichelastischen TPE-Compounds bietet sowohl hochtransparente, als auch transluzente und naturfarbene Versionen in Shore Härten von A-20 bis A-85. Die Materialien sind ausnahmslos lebensmittelecht nach EU 10/2011 und FDA Regularien. Darüber hinaus sind sie PVC- und Phthalatfrei. Die Produkte sind für Anwendungen im Lebensmittelkontakt mit wässrigen, sauren, alkoholischen, trockenen und fetthaltigen Lebensmitteln geeignet.

„Bei der Gesundheit muss das Vorsorgeprinzip gelten“, führt VZBV-Vorstand Klaus Müller seine Forderung nach Schadstofffreiheit von Verpackungen sowie Ess- und Kochgeschirr weiter aus. „Bevor diese auf den Markt gelangen, muss ihre Unbedenklichkeit nachgewiesen werden“.

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