Kooperation macht es möglich
Darmfolie aus recycelten Kunststofffraktionen

07.12.2020 DSM, Sabic, Cepsa, Fibrant und Viscofan haben eine Mehrschicht-Darmfolie für Fleischprodukte entwickelt, die mit recycelten Kunststoffen aus Verbrauchsquellen gefertigt wird.

Die gefertigte Darmfolie besteht aus sieben Schichten unterschiedlicher Polymere.
© Foto: Sabic
Die gefertigte Darmfolie besteht aus sieben Schichten unterschiedlicher Polymere.

Die Umstellung auf recyclatbasierte Mehrschichtfolien ermöglicht der Verpackungsindustrie die Umsetzung einer nachhaltigeren Lösung ohne Kompromisse an Funktion und Leistungsfähigkeit. Die Entwicklung dieses Verpackungsmaterials unterstreicht die Entschlossenheit der Projektpartner, über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu kooperieren, um eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe zu verwirklichen, und greift die zunehmenden Forderungen der Verbraucher, Gesellschaft und Regierungsbehörden nach nachhaltigeren Multibarrierelösungen für Lebensmitteldärme auf.

Die von Viscofan gefertigte Darmfolie besteht aus sieben Schichten unterschiedlicher Polymere. DSM Engineering Materials liefert dafür das zertifizierte Kreislaufpolyamid (PA) Akulon CRC-MB und Sabic ein zertifiziertes Kreislaufpolyethylen (PE)* aus dem Portfolio seiner Truecircle Lösungen. Beide Produkte basieren auf Altkunststoffen aus Verbrauchsquellen, die sonst auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen entsorgt würden. Das unter Einsatz modernster Recyclingtechnologie zurückgewonnene Material fließt als Rohstoff wieder in die Produktionskette zurück, um daraus neuwertige Kunststoffe zu produzieren.

Das Polyamid AkulonCRC-MB wird in Kooperation mehrere Partner der Wertschöpfungskette unter Anwendung eines Massebilanzierungsansatzes gefertigt**. Zunächst liefert Sabic zertifiziertes Benzol, für dessen Produktion vermischte Altkunststoffe als Rohmaterial recycelt werden. Cepsa stellt daraus Phenol her, das Fibrant dann zur Fertigung von Eco Lactam nutzt, einem zertifizierten Caprolactam. Dieses wiederum setzt DSM zur Produktion seines Polyamids ein. Viscofan schließlich verarbeitet die zertifizierten PE- und PA-Polymere zu einer Multibarrierefolie, die als Darmmaterial für eine Vielzahl von Fleischprodukten dient.

Alle der recycelten Materialien innerhalb der Wertschöpfungskette werden über die ISCC Plus Zertifizierung verfügen und keine Neu-Qualifikation erfordern.

Multibarrierefolien bieten von Natur aus starke Nachhaltigkeitsvorteile, da sie zur Reduzierung vermeidbarer Lebensmittelabfälle beitragen – die 8 % der gesamten globalen Treibhausgasemissionen ausmachen – und die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern. Mehr noch: der Einsatz von Altkunststoff aus Verbrauchsquellen als Rohmaterial minimiert die Verknappung natürlicher Ressourcen, reduziert die Anhäufung von Kunststoffabfällen und verbessert die Umweltbilanz.

*Das zertifizierte Kreislaufpolyethylen aus dem Truecircle Portfolio von Sabic basiert auf dem Recyceln vermischter Altkunststoffe. Sabic nutzt eine chemische Recyclingtechnologie des in Großbritannien ansässigen Unternehmens Plastic Energy, um den Materialwert vermischter Altkunststoffe zurückzugewinnen, einschließlich ausgedienter und bisher nur schwer recycelbarer Kunststoffprodukte aus Verbrauchsquellen, die sonst auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen landen würden. Die Altkunststoffe werden zu einem Öl verarbeitet, das dann wieder wie ein fossiler Rohstoff und ohne Qualitätseinbußen in die Fertigung neuer Materialien zurückfließt.

**Die Massebilanzierung ist ein Ansatz zur Verfolgung der Materialflüsse in komplexen Wertschöpfungsketten. Sie bietet ein Regelwerk für die Zuordnung von Recyclatanteilen in unterschiedlichen Produkten, die dann als ‚recyclatbasiert‘ vermarktet werden können. Quelle: Ellen MacArthur Foundation (Mass Balance White Paper).

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