Flexible Packaging Europe
„Flexible Verpackungen reduzieren Abfallmenge“

27.11.2020 Eine aktualisierte Studie zeigt, der Einsatz von flexiblen Verpackungen könnte bei der Vermeidung von Verpackungsabfall helfen – mit positiven Auswirkungen auf die globale Erwärmung.

Die Studie untersucht die Umweltauswirkungen von Verpackungsformen.
© Foto: obs/Flexible Packaging Europe/FPE
Die Studie untersucht die Umweltauswirkungen von Verpackungsformen.

Der ausschließliche Fokus auf Recyclingraten kann zu erhöhten Treibhausgasemissionen führen, wie eine im Auftrag des Branchenverbandes Flexible Packaging Europe (FPE), Düsseldorf, erstellte Studie zeigt. Das renommierte Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) habe die Ergebnisse seiner Studie aus dem Jahre 2014 bestätigt und erweitert. Vermeidung von Verpackungsmaterial im Sinne von geringerem Materialeinsatz pro Verpackung, wie beispielsweise bei flexiblen Verpackungen, kann demnach das geeignetere Ziel sein.

In der Studie wurden die Umweltauswirkungen zweier Verpackungsformen verglichen. Einerseits starre Verpackungen (z.B. Konservendosen), die oft ein höheres Gewicht haben, dafür zumeist lediglich aus einem Material bestehen, wodurch sie leichter zu recyceln sind. Dagegen flexible Verpackungen (z.B. Kunststoffbeutel), die durch ihre Leichtigkeit punkten, jedoch aktuell niedrigere Verwertungsquoten aufweisen, als Folge der Materialkombination, um das Gesamtgewicht zu minimieren.

„Einsparung von 21 Millionen Tonnen“

Die Studie untersuchte diese zwei extremen Szenarien: Zum einen die vollständige Substitution von flexiblen durch starre Verpackungen bei allen FMCGs (Fast Moving Consumer Goods), um hohe Recyclingraten zu ermöglichen. Dies wird einem Szenario gegenübergestellt, in dem für alle FMCGs ausschließlich flexible Verpackungen mit sehr geringen Verwertungsquoten, aber dafür mit minimalem Materialeinsatz verwendet werden. In diesem Szenario wären beispielsweise konservierte Lebensmittel wie z.B. Sauerkraut oder Rotkohl, nicht in verschiedenen starren Verpackungen (wie Dosen oder Gläsern), sondern nur in flexiblen Beuteln verpackt. Kohlensäurehaltige Getränke wurden aus beiden Szenarien ausgenommen, da diese nicht mit flexiblen Materialien verpackt werden können.

Im Szenario mit dem ausschließlichen Einsatz von flexiblen Verpackungen ließe sich in der EU die Abfallmenge in den untersuchten Kategorien um jährlich bis zu 70 % verringern, heißt es aus Düsseldorf. Das entspräche einer Einsparung von 21 Millionen Tonnen an Verpackungsmaterialien, welche somit auch nicht gesammelt, sortiert und recycelt werden müssten.

Neben dem reinen Gewichtskonzept wurden in der wissenschaftlichen Studie vor allem mit ganzheitlichen ökobilanziellen Methoden gerechnet, also der gesamte Lebenszyklus der Verpackung von der Herstellung über den Transport und die Nutzung bis zur Verwertung betrachtet. Die untersuchten Wirkungskategorien waren neben den Emissionen von Treibhausgasen ("CO2-Fußabdruck") auch Wasserverbrauch und die Nutzung nicht erneuerbarer Ressourcen.

„Bessere Recyclingquoten in der Zukunft“

Beim ausschließlichen Einsatz von flexiblen Verpackungen mit heutigen Rückgewinnungsquoten könnte der durch Verpackungen bedingte CO2-Fußabdruck um ein Drittel gesenkt werden. Das entspräche jährlichen Einsparungen von fast 26 Millionen Tonnen an Treibhausgasen durch Beutel & Co. Zunehmend bessere Recyclingquoten könnten diese Werte in der Zukunft noch weiter steigern.

Die reine Fokussierung auf hohe Verwertungsraten, also der Ersatz aller flexiblen durch schwerere starre Verpackungen mit einer theoretischen 100 %-Recyclingrate, hätte einen erhöhten CO2-Ausstoß um 14 % zur Folge. Das liegt vor allem am deutlich höheren Materialgewicht, welches über die gesamte Lebensdauer durch erhöhten Transportaufwand sowie beim Recycling selbst Emissionen verursacht.

Auch wenn die Wissenschaftler des ifeu-Instituts hier sehr extreme Szenarien untersuchten, zeige es doch anschaulich, dass flexible Verpackungen durch ihr geringes Gewicht und ihre Ressourceneffizienz höhere Recyclingraten bei anderen Verpackungsarten deutlich überkompensieren könnten. Somit können flexible Verpackungen den Kampf gegen den globalen Klimawandel stärker unterstützen als bisher angenommen.


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