Steuer auf Verpackungsabfälle?
Handel lehnt Kunststoffsteuer ab

03.05.2018 Die Vorschläge zur Einführung einer Kunststoffsteuer sieht der Handelsverband Deutschland (HDE) kritisch.

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„Eine Kunststoffsteuer löst keine aktuellen Probleme und ist überflüssig. Mit den Systemen zur erweiterten Produktverantwortung gibt es in Deutschland bereits erfolgreiche und bewährte Lenkungsinstrumente“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Insbesondere das ab Anfang 2019 gültige, neue Verpackungsgesetz beinhalte ambitionierte Recyclingquoten. Zudem sollen dort Standards für ein recyclinggerechtes Design erarbeitet und der Einsatz von Rezyklaten gefördert werden. „Wir sollten jetzt zunächst einmal das neue Verpackungsgesetz und seine Wirkung abwarten, bevor nicht zu Ende gedachte neue Forderungen erhoben werden“, so Genth.

Der Handel arbeitet bereits seit Jahren daran, Verpackungsabfälle aus Kunststoff zu reduzieren. So konnte durch die im Jahr 2016 geschlossene Selbstverpflichtung zur Reduzierung von Kunststofftragetaschen zwischen dem Bundesumweltministerium und dem HDE innerhalb eines Jahres der Verbrauch von Kunststofftragetaschen um ein Drittel verringert werden. Die Zahl der verkauften Kunststofftragetaschen ging um zwei Milliarden Stück zurück. Deutschland konnte somit ein Reduktionsziel der Europäischen Union für 2025 bereits im Jahr 2016 erfüllen. Viele Handelsunternehmen arbeiten zudem daran, weniger Verpackungen zu verwenden. So werden bei einigen Produkten Laser-Logos anstatt von Verpackungen getestet, der Anteil an unverpacktem Obst und Gemüse steigt stetig an. Viele Handelsunternehmen beschäftigen sich außerdem damit, ihre Verpackungen recyclinggerechter zu gestalten und den Anteil an recyceltem Material in ihren Verpackungen zu erhöhen.

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