Nachhaltigkeit
Henkel will Kreislaufwirtschaft vorantreiben

16.10.2018 Plastik vermeiden, reduzieren, wiederverwerten – kaum ein Thema wird derzeit intensiver diskutiert als das Thema Kunststoff. Verbraucher, Politik und Hersteller melden sich zu Wort und beziehen Stellung.

In Pilotprojekten wurde „Social Plastic“ in Flaschenarten von Wasch- und Reinigungsmitteln integriert, die in ausgewählten westeuropäischen Ländern verfügbar sind.
© Foto: Henkel AG
In Pilotprojekten wurde „Social Plastic“ in Flaschenarten von Wasch- und Reinigungsmitteln integriert, die in ausgewählten westeuropäischen Ländern verfügbar sind.
Auch für Henkel spielt das Thema eine zentrale Rolle, und das nicht erst seit der aktuellen Diskussion. Bereits in den 1980er Jahren hat Henkel Rezyklat in Spülmittelverpackungen eingesetzt. Was als Vorreiterprojekt begann, ist heute fest in der Produkt- und Verpackungsentwicklung verankert. Allein im vergangenen Jahr hat das Unternehmen in über 1,2 Milliarden Produktverpackungen recyceltes Material eingesetzt – mehr als jemals zuvor. Hinter dieser Zahl stehen zahlreiche Initiativen, Entwicklungsprojekte und Innovationen.

Kreislaufwirtschaft entlang der Wertschöpfungskette

Dabei betrachtet Henkel das Thema ganzheitlich, entlang der gesamten Wertschöpfungskette. „Wir wollen möglichst viel Material aus nachhaltigen Quellen einsetzen, um den Kreislauf zu schließen“, sagt Prof. Dr. Thomas Müller-Kirschbaum, Leiter der internationalen Forschung und Entwicklung im Bereich Laundry & Home Care und stellvertretender Vorsitzender des Henkel Sustainability Councils. Hier spiele vor allem recyceltes Altplastik eine wichtige Rolle. Entgegen einiger Behauptungen sei 99 Prozent des von Henkel eingesetzten Rezyklats „Post-Consumer-Rezyklat“, beispielsweise aus recycelten Pfand-Flaschen, dem gelben Sack oder äquivalenten Sammelsystemen aus anderen Ländern, so Müller-Kirschbaum.
Doch gemäß DIN ISO 14021 sind auch aufbereitete Kunststoffabfälle aus post-industrieller Produktion (Post-Industrial Rezyklat/PIR) Rezyklat. Selbstverständlich werden dabei keine Plastikabfälle aus der eigenen Produktion miteingerechnet, das widerspricht der Definition von Plastikrezyklat.

Weniger ist mehr

Gleichzeitig arbeitet Henkel daran, die Menge an Verpackungsmaterial insgesamt zu reduzieren und nur Verpackungen zu verwenden, die absolut notwendig sind. So konnte das Unternehmen durch eine höher konzentrierte Formulierung und eine neu designte Flasche für Flüssigwaschmittel wie Persil die Verpackungsmenge um 3.500 Tonnen Plastik pro Jahr reduzieren – um nur ein Beispiel zu nennen. „Bei der ganzen Diskussion ist es aber wichtig, das Thema international zu betrachten – schließlich hat nicht jedes Land eine so gute Recycling-Infrastruktur wie Deutschland“, so Müller-Kirschbaum. „Sich nur auf eine Quelle für Rezyklat, wie beispielsweise den gelben Sack, zu konzentrieren, wäre hier viel zu kurz gedacht – zumal wir unsere Produkte in vielen Ländern auf der ganzen Welt herstellen und verkaufen.“

Henkel engagiert sich aktiv in mehrere Initiativen, die die Kreislaufwirtschaft vorantreiben. Als erster Konsumgüterhersteller arbeitet das Unternehmen mit Plastic Bank zusammen, einem Sozialunternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, das Plastikmüllproblem in den Meeren zu bekämpfen. Durch dieses Engagement wird der Aufbau von Recycling-Infrastrukturen in Entwicklungsländern unterstützt, die derzeit noch kein Entsorgungssystem für Abfälle haben. Henkel hat in Haiti gemeinsam mit Plastic Bank drei Plastik-Sammelcenter errichtet. Die lokale Bevölkerung kann dort gesammelten Plastikabfall abgeben und gegen Geld oder Sozialleistungen eintauschen, bevor dieser in die Ozeane gelangt. Das gesammelte Plastik wird recycelt und dann wiederverwendet – auch in den Verpackungen von Henkel.

Es geht nur gemeinsam

„Auch wenn ein Großteil unserer Produktverpackungen bereits recyclingfähig ist oder aus recycelten Materialien besteht, gibt es noch Herausforderungen“, betont Müller-Kirschbaum. Dabei geht es beispielsweise um die Verfügbarkeit an qualitativ hochwertigem Recycling-Material – oder um Themen wie flexible Verpackungen. An diesen Herausforderungen arbeitet Henkel mit Partnern. Ein Beispiel dafür ist das gemeinsame Entwicklungsprojekt mit dem Verpackungshersteller Mondi, dem Kunststoffhersteller Borealis und dem Recyclingtechnologieunternehmen APK. „Wir setzen auf den Dialog und Vernetzung mit anderen Akteuren, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln.“ So engagiert sich Henkel beispielsweise in der Initiative „New Plastics Economy“ der Ellen MacArthur Foundation und ist Gründungsmitglied des Rezyklat-Forums von dm. Denn nur wenn alle einen Beitrag leisten, kann eine echte Kreislaufwirtschaft vorgetrieben werden.
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