EFSA
„Kein Gesundheitsrisiko für Verbraucher durch Bisphenol-A-Exposition”

22.01.2015 Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat am 21. Januar 2015 ihre abschließende wissenschaftliche Stellungnahme zur Sicherheit von Bisphenol A veröffentlicht. In ihrer umfassenden Neubewertung fasst die Behörde Erkenntnisse  zu Expositions- und Gesundheitsaspekten zusammen und berücksichtigt die Anmerkungen einzelstaatlicher Behörden und weiterer Interessengruppen nach eingehender Konsultation. Die neue Bewertung umfasst die Belastung aus Nahrungsquellen und einer Reihe anderer potenzieller Quellen und berücksichtigt alle Altersgruppen der Bevölkerung.

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Die Exposition aus allen Quellen ist sehr gering und liegt deutlich unter dem neuen Sicherheitsgrenzwert für alle Altersgruppen – BPA-basierte Produkte sind sicher für Verbraucher

Anhand eines gewichteten Bewertungsansatzes für alle relevanten BPA-Studien und einer differenzierten Methodik haben die Wissenschaftler der EFSA einen sicheren Grenzwert für die lebenslange tägliche Aufnahme festgesetzt,  definiert als sogenannte „tolerierbare tägliche Aufnahmemenge“ (TDI). Insbesondere berücksichtigt der konservativ abgeleitete Sicherheitsgrenzwert verbliebene Unsicherheiten über potenzielle Gesundheitsauswirkungen von BPA. Unter Einbeziehung aller Expositionsquellen kam das Expertengremium zu folgendem Schluss: „BPA stellt bei der derzeitigen Aufnahmemenge kein Gesundheitsrisiko für Verbraucher aller Altersgruppen dar.”

Es wird erwartet, dass die EFSA den gegenwärtig als temporär ausgewiesenen TDI-Wert neu überdenken wird, sobald die Ergebnisse derzeit laufender Studien der US-Regierung einbezogen werden können, die sich mit verbliebenen Unwägbarkeiten bezüglich der potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen von BPA befassen.

Transparenter und offener Prozess stärkt das Ergebnis

Die PC/BPA-Gruppe und das Epoxidharz-Komitee begrüßen die transparente und offene Einbeziehung der Interessengruppen in den öffentlichen EFSA-Konsultationsprozesses. Der Prozess hat gewährleistet, dass ein breites Spektrum wissenschaftlicher Meinungen und Informationen im wissenschaftlichen Gutachten berücksichtigt und angesprochen wurden.

Unbedenklichkeitsbestätigung in Übereinstimmung mit Bewertungen von Regulierungsbehörden in aller Welt

Die Schlussfolgerung der EFSA stimmt überein mit der im vergangenen Jahr veröffentlichen Stellungnahme der US-amerikanischen Behörde für Lebensmittelsicherheit FDA, die die Unbedenklichkeit von BPA in Lebensmittel¬kontaktmaterialien bestätigt. Viele weitere Regulierungsbehörden, z. B. Health Canada, haben die wissenschaftliche Datenlage zu BPA ebenfalls evaluiert und sind zu ähnlichen Schlussfolgerungen gelangt.

Angesichts der EFSA-Stellungnahme erscheint die französische Nutzungsbeschränkung von BPA unverhältnismäßig und sollte zurückgezogen werden

„Die Tatsache, dass jede realistische BPA-Belastung deutlich unter dem von der EFSA konservativ festgelegten Sicherheitsgrenzwert liegt, zeigt, dass auf nationaler Ebene – insbesondere in Frankreich – auferlegte Pauschalverbote ungerechtfertigt sind und zurückgenommen werden sollten”, so Jasmin Bird von der PC/BPA-Gruppe. „Die jetzt vorliegende  EFSA-Bewertung zu BPA sollte als Grundlage für eine konsistente und harmonisierte europäische Verordnung zur Lebensmittelsicherheit dienen, die von allen Mitgliedstaaten respektiert werden sollte.”


www.bisphenol-a-europe.org
www.efsa.europa.eu/de

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