Verhaltenes Wachstum erwartet
Deutsche Papiersackindustrie bleibt optimistisch

22.07.2020 Die deutsche Papiersackindustrie lieferte im vergangenen Geschäftsjahr 5,5 Prozent Papiersäcke weniger aus als im Vorjahr. Ihre Geschäftslage bewertet sie zwischen „gut“ und „befriedigend“. Dank frühzeitiger Maßnahmen zur reibungslosen Fortführung ihres Geschäftsbetriebs in der Corona-Krise startet sie mit einem Plus ins Jahr 2020 und blickt zuversichtlich ins laufende Geschäftsjahr. Dies geht aus dem aktuellen Branchenbarometer der Gemeinschaft Papiersackindustrie e.V. (GemPSI), Wiesbaden, hervor.

Die deutsche Papiersackindustrie berichtet über einen guten Jahresstart.
© Foto: Gemeinschaft Papiersackindustrie e.V. (GemPSI)
Die deutsche Papiersackindustrie berichtet über einen guten Jahresstart.

Die deutsche Papiersackindustrie ist gut ins Geschäftsjahr 2019 gestartet. Durch Lagereffekte und Mengenüberhänge in der zweiten Jahreshälfte beendete sie es jedoch mit leicht rückläufigen Zahlen und lieferte 5,5 Prozent Papiersäcke weniger aus als im Vorjahr. Das machte sich insbesondere im Segment Chemikalien (-13,4 Prozent) und bei den Mineralien (-11,1 Prozent) bemerkbar. In ihrem größten Absatzmarkt, Papiersäcke für Zement, erzielte die deutsche Papiersackindustrie jedoch einen Zuwachs von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotz des rückläufigen Gesamtergebnisses geben die GemPSI-Mitglieder dem Geschäftsjahr mit 2,5 eine insgesamt positive Gesamtnote, die nur 0,9 Punkte schlechter als die des Vorjahres ist. Ihre Zufriedenheit mit der Geschäftslage hat mit 2,7 Punkten im Vergleich zu 2018 nur geringfügig abgenommen.

Stark in der Krise

Die durch die Corona-Pandemie verursachten Herausforderungen wurden durch frühzeitige Sicherheitsvorkehrungen und einen intensiven Austausch mit allen Beteiligten entlang der Lieferkette problemlos gemeistert. Beim Thema Versorgungssicherheit hat sich die GemPSI gemeinsam mit anderen deutschen Verpackungsverbänden dafür eingesetzt, dass die Dringlichkeit hinsichtlich der Systemrelevanz von Packmittelherstellern im Zusammenhang mit Corona anerkannt und entsprechende Ausnahmeregelungen eingeleitet werden. „Kern unserer Krisenstrategie ist und bleibt der häufige Austausch mit unseren Kunden und Lieferanten“, erklärt GemPSI-Vorsitzender Alfred Rockenfeller. „So können wir die aktuelle Lage im Blick behalten und schnell auf Probleme reagieren.“

Geschäftsaussichten für das Jahr 2020

Mit 4,1 Prozent mehr ausgelieferten Papiersäcken im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr ist die deutsche Papiersackindustrie in die ersten vier Monate des Jahres 2020 gestartet. Die Segmente Zement (+11,9 Prozent), Baustoffe (+ 8,0 Prozent), Milchpulver (+ 7 Prozent) und Nahrungsmittel (+ 4,1 Prozent) führen den Aufwärtstrend an. Beim Saatgut legte der Markt sogar um 23 Prozent gegenüber Januar bis April 2019 zu. Die GemPSI-Mitglieder fühlen sich gut aufgestellt, um den steigenden Marktbedarf an wirtschaftlichen und gleichzeitig nachhaltigen und recyclingfähigen Verpackungen zu bedienen. Allgemein beurteilen die sie ihre Geschäftsaussichten für 2020 ebenfalls zwischen „gut“ und „befriedigend“. 67 Prozent der Befragten erwarten ein verhaltenes Wachstum des Papiersackmarkts beziehungsweise eine Entwicklung auf Vorjahresniveau im laufenden Geschäftsjahr, während ein Drittel mit leicht rückgängigen Zahlen rechnet. Bei den Umsatzerwartungen gibt es keine eindeutige Tendenz unter den Branchenvertretern.  Für die zweite Jahreshälfte prognostizieren die Mitglieder eine Stabilisierung des Geschäfts durch diverse Konjunkturprogramme sowie eine Nachfrage nach besserem Produktschutz durch Verpackungen.

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