Siemer Verpackung
Klimaneutrale Produktion

13.05.2020 Verpackungen für Konsumgüter und Klimaneutralität – ein Widerspruch in sich selbst? Zwei junge Unternehmerinnen aus dem Süden Hannovers, Ronnenberg, die sich selbst die „Jungen Schachteln“ nennen, wollen sich und anderen zeigen, wie der scheinbare Konflikt zu lösen ist. Maren und Laura Grondey führen als Schwestern die inzwischen vierte Generation des Familienbetriebs Siemer Verpackung mit viel Herzblut und innovativen Ideen. Und sie zeigen, dass man mit einer durch und durch nachhaltigen Philosophie selbstverständlich auch erfolgreich wirtschaften kann.

V.l.n.r: Laura und Maren Grondey
© Foto: Siemer Verpackung
V.l.n.r: Laura und Maren Grondey

Gesundes Wachstum und zukunftsweisende Investitionen

Das Verpackungsunternehmen, dessen Kundenklientel mittlerweile zu ca. 50 % aus der Biobranche stammt, setzt dabei ganz auf nachhaltige Lösungsansätze. Und hat damit großen Erfolg. Innovative Start-ups wissen das konsequente Konzept ebenfalls zu schätzen. Der Umsatz ist 2019 um 17 % im Vergleich zum Vorjahr auf knapp 5 Mio. € gestiegen. Außerdem wurde der Mitarbeiterstamm um sechs neue Arbeitskräfte auf nunmehr insgesamt 33 aufgestockt, darunter zwei Auszubildende zum Packmitteltechnologen. Ende 2019 hat man in eine moderne und rationelle Novacut-Stanzmaschine von Bobst investiert. Investitionssumme: 440.000 €. Zudem wurden die Produktionsprozesse mittels neuer Kompressoren mit Wärmerückgewinnung für netto 29.000 € und eine LED-Beleuchtung für 41.000 € strikt auf Energieeinsparung getrimmt.

Nachhaltigkeit kein Selbstzweck

Die beiden Inhaberinnen, die die Geschäftsleitung des 1906 vom Urgroßvater gegründeten Unternehmens 2011 von ihrer Mutter übernahmen, sind davon überzeugt, dass die Schonung von Ressourcen ökonomisch der einzig richtige Weg in die Zukunft ist. „Die Erderwärmung hat katastrophale Folgen für die Menschheit. Deshalb wollen wir Emissionen möglichst komplett vermeiden, beziehungsweise verbleibende Emissionen kompensieren. Etwas für das Klima zu tun, sehen wir nicht nur als Chance, sondern als unsere Pflicht“, so die Druck-Ingenieurin Maren Grondey.

Dass Klimaneutralität keine Zukunftsvision, sondern gelebte Realität ist, belegt das Unternehmen Tag für Tag. Siemer Verpackung agiert klimaneutral. Und das in allen Bereichen: Prozesse, Gebäude, Fuhrpark. Selbst die Arbeitskleidung der Mitarbeiter kommt von einem Fair Trade-Label. Seit 2008 ist man FSC-zertifiziert, seit 2011 bietet Siemer Verpackung, als einer der ersten Faltschachtelhersteller in Deutschland, die klimaneutrale Produktion an. Der Ausgleich zu den anfallenden CO2-Emissionen erfolgt durch den Ankauf von Klimaschutzzertifikaten. In welche Klimaschutzprojekte investiert wird, kann der Kunde selbst entscheiden und den Fortschritt auch transparent verfolgen.

Und an weiteren Ideen zu ressourcenschonenden Technologien mangelt es den beiden Geschäftsführerinnen nicht. So will man demnächst in ein Blockheizkraftwerk investieren und die Anzahl der Solarzellen auf dem Dach erhöhen. Außerdem wird die Umstellung auf natürliche Kühlmittel geprüft und mit der „Außenstelle Natur“ aus Hannover hat man das Projekt „Firmengelände naturnah gestalten“ am Start.

Fullservice für recycelbare Verpackungen

„Unser nachhaltiges Wirtschaften erhöht zudem die Chance auf die Gewinnung umweltbewusster Neukunden sowie die Überzeugung von Bestandskunden.“, so die gelernte Mediengestalterin Laura Grondey. Das spiegelt sich auch in dem inzwischen hohen Kundenanteil aus der Biobranche wider. „Die Herausforderung besteht gerade darin, kreative und attraktive Lösungen zu entwickeln, die dem Produkt, aber auch dem Weiterverarbeitungsprozess und der Recycelbarkeit der Verpackung gerecht werden.“, erklärt Laura Grondey. Entwicklung und Fertigung erfolgen dabei komplett inhouse: digitale Druckvorstufe, Druck, Veredelung, Weiterverarbeitung, Konfektionierung und Logistik. Auf diesem Weg entstehen bei Siemer vor allem hochwertige Faltschachteln und Displays, originelle Mailings, attraktive Mappen, raffinierte Sonderkonstruktionen und vieles mehr. So sind etwa die poppigen Verpackungen des jungen, auf nachhaltige Hygieneprodukte setzenden Berliner Unternehmens Einhorn, zu 100 % aus recyceltem Kartonmaterial hergestellt. Und die Druckfarben bestehen zu mindestens 70 % aus nachwachsenden Rohstoffen.

Siemer Verpackung zeigt, dass sich mit nachhaltigen Lösungen im Verpackungsbereich sehr wohl auch unternehmerischer Erfolg verbinden lässt. „Man muss es nicht nur können, sondern auch wollen und es machen! Wir stehen selbst voll und ganz hinter unserer Philosophie und überzeugen damit auch unsere Kunden.“, so Maren Grondey abschließend.
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