Iggesund
Apple setzt auf Karton

26.06.2018 Einige Unternehmen stellen heutzutage auf andere Materialien um oder führen Testläufe für eine Umstellung durch – von Kunststoff auf Karton.

Der Kabelhalter für Apples smarten Lautsprecher Home Pod, der Anfang 2018 auf den Markt kam, gilt als Beispiel für den Trend, Kunststoff durch Karton zu ersetzen.
© Foto: Iggesund Paperboard
Der Kabelhalter für Apples smarten Lautsprecher Home Pod, der Anfang 2018 auf den Markt kam, gilt als Beispiel für den Trend, Kunststoff durch Karton zu ersetzen.

Verbesserung der Oköbilanz im Fokus

Kunststoff durch ein nicht fossiles Material zu ersetzen, gilt nicht nur in der Verpackungsindustrie als schwierig. Schließlich soll die Umstellung von fossilem Kunststoff auf alternative Materialien wie Karton die Ökobilanz verbessern. Die Veränderung einer etablierten Infrastruktur braucht jedoch seine Zeit, vor allem, wenn dies bedeutet, dass die Verpackung neu entworfen, die Verpackungsanlage modifiziert oder ersetzt werden muss und der Vertrieb vom Hersteller zum Verbraucher betroffen ist. Das britische Lebensmittelunternehmen Iceland hat durch das Versprechen, innerhalb von fünf Jahren den gesamten Kunststoff aus seinen Verpackungen zu eliminieren, für große Aufmerksamkeit gesorgt. Viele Menschen mit Verpackungserfahrung sind der Meinung, fünf Jahre seien eine relativ kurze Zeit, um all die Herausforderungen zu bewältigen, denen Iceland nun gegenübersteht.

Apple konzentriert sich auf die Reduzierung von Kunststoff

Ein Beispiel für diesen Trend in der Verpackungsindustrie ist Apple, wo die Verpackungsentwickler sich auf die Reduzierung der Verwendung von Kunststoff konzentrieren. Dies geht eindeutig aus der Paper and Packaging Strategy hervor, die Apple im Oktober 2017 veröffentlicht hat. Unter anderem ist in diesem Bericht detailliert aufgeführt, wie es Apple gelungen ist, den Kunststoffanteil an der Verpackung für das iPhone 7 im Vergleich zu der für das iPhone 6s um 84 Prozent zu senken.

Kartonkonstruktion mit Verschlüssen

Apples Lautsprecher Home Pod, der Anfang 2018 auf den Markt kam, ist ein weiteres Beispiel für diesen Ansatz. Eine komplexe Kartonkonstruktion mit Verschlüssen hält das Lautsprecherkabel an seinem Platz, und es gibt sogar eine Haltevorrichtung für den Stecker.

„Noch vor zehn Jahren hätte jeder Hersteller dieses Problem mit Kunststoff gelöst“, so Johan Granås, Head of Sustainability bei Iggesund Paperboard. „Doch nun sehen wir immer wieder, dass Unternehmen große Summen investieren, um alternative Lösungen in Karton zu kreieren – nicht nur Apple, sondern auch viele andere.“

Kunststoff ist weiterhin ein wichtiges Material

Granås betont jedoch, dass Kunststoff weiterhin ein wichtiges Material auf dem heutigen wie auf dem künftigen Verpackungsmarkt ist. Herkömmliche Kartonverpackungen für Lebensmittel benötigen oft eine Kunststoffbarriere, die vor Fett, Feuchtigkeit und anderen Aromen schützt. Eine Verpackungskonstruktion, die aus Karton besteht und dann mit einer möglichst dünnen Kunststoffschicht als Barriere versehen wird, ist bereits ein gutes Beispiel für vernünftiges Materialmanagement.

„Die Entwicklung von Kunststoffmaterialien ohne fossile Rohstoffe verläuft rasant, und ich sage voraus, dass es bald Biokunststoffe mit immer weniger fossilen Anteilen geben wird, was insbesondere die Ökobilanz von Lebensmittelverpackungen wesentlich verbessern wird“, so Granås abschließend.

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