Österreich: Vereinbarung mit Gewerkschaft
Propak mit Notfall-Arbeitszeitmodell während der Corona-Krise

27.03.2020 Produkte aus Papier und Karton, allen voran – aber nicht nur – Verpackungen und Hygienepapierwaren, sind in der gegenwärtigen Krise unverzichtbar für die Versorgung der Menschen mit den lebensnotwendigen Gütern, wie Lebensmittel oder Medikamente, Hygieneartikel oder andere unentbehrliche Waren des täglichen Bedarfs. Propak-Unternehmen unterstützen derzeit mit voller Kraft ihre Kunden entlang der Supply Chain, damit die Versorgungs- und Lieferkette bis zum Konsumenten nicht abreißt.

Georg Dieter Fischer, Obmann Propak
© Foto: Propak
Georg Dieter Fischer, Obmann Propak

Damit das auch so bleibt, schließt sich die österreichische Propak-Industrie dem Appell von Industriellenvereinigung und WKÖ/Bundessparte Industrie an, dass Industrie, Gewerbe und notwendige Dienstleistungen in Betrieb bleiben müssen. „Dort, wo produziert werden darf, muss auch weiter unter Beachtung aller möglichen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen zum Schutz der Beschäftigten produziert werden. Denn nur das hält die Versorgung im Land aufrecht!“ sagt Propak-Fachverbands-Obmann Georg-Dieter Fischer.

Der Fachverband Propak und die Vereinigung Propak Austria repräsentieren die industriellen Hersteller von Produkten aus Papier und Karton in Österreich. 100 Unternehmen verarbeiten und veredeln mit rund 9.200 Mitarbeitern in Österreich eigenen Angaben zufolge jährlich 1,2 Mio. Tonnen Papier und Karton u.a. zu Verpackungen aus Wellpappe und Faltschachteln aus Karton, Getränkeverpackungen und flexiblen Verpackungen.

Arbeitgeber bieten Arbeitsplatzgarantie

„Jetzt geht es in erster Linie um die Gesundheit unserer Mitarbeiter/-innen in den Betrieben, denen für ihren hervorragenden Einsatz zu danken ist, und in weiterer Folge um die Funktionsfähigkeit der systemerhaltenden Produktion inklusive der Sicherung der Standorte und der Arbeitsplätze“, so Fischer weiter. Dazu wurde gemeinsam mit dem Sozialpartner eine Branchenlösung auf den Weg gebracht, mit der die Unternehmen die zu erwartenden extremen Swings im Laufe zumindest dieses Jahres bewältigen – und Beschäftigungsverhältnisse aufrecht halten können. Die Corona-Notfall-Vereinbarung des Fachverbands Propak und der Gewerkschaft GPA-djp ermöglicht temporär Lösungen auf der betrieblichen Ebene, mit denen auf die Volatilität im Auftragseingang durch flexible Arbeitszeitgestaltung reagiert werden kann. Im Gegenzug bieten die Arbeitgeber eine großzügige Arbeitsplatzgarantie in Form eines Kündigungsschutzes analog zur Kurzarbeit.

Lösung: Kurzarbeit in Kombination mit Flex-Modell

„Die Kurzarbeit und das Propak-Flex-Modell bieten alles, was die Propak-Industrie in der herausforderndsten Situation, die wir je erlebt haben, brauchen. Dieser Schulterschluss mit unserem Sozialpartner ist ein kräftiges Signal dafür, dass die Branchenverbände und Interessensvertretungen alles in ihrer Macht Stehende tun, um Menschen und Wirtschaft nach Kräften zu unterstützen“, ist Fischer überzeugt.

In Krisenzeiten hat ein Branchenverband mehrere Aufgaben zeitgleich zu lösen: „Viele Firmen benötigen Information über das Maßnahmen- und Hilfspaket der Bundesregierung; gleichzeitig sind die wirtschaftlichen Herausforderungen der Krise zu managen und Systeme zum Schutz der Beschäftigten zu installieren“, berichtet Propak-Geschäftsführer Martin Widermann. Propak steht den Mitgliedern für alle Fragen zur Verfügung; jegliche den Firmen zur Verfügung gestellte Information ist auch auf der Propak-Website abrufbar, heißt es.
www.propak.at

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