CITO
Jürgen Mariën: Jede Krise bringt Veränderungen

09.06.2020 „Heute ist jedem bewusst, dass wir in der digitalen Welt angekommen sind. Die Art und Weise, wie wir heute miteinander kommunizieren, hat sich verändert“. In seinem Statement gegenüber Verpackungswirtschaft.de zieht Jürgen Mariën, CEO von CITO, Konsequenzen aus den neuen Kommunikationsmöglichkeiten und sagt die Teilnahme an der Drupa 2021 ab.

Jürgen Mariën, CEO von CITO, erteilt der Drupa 2021 eine Absage.
© Foto: CITO-SYSTEMS
Jürgen Mariën, CEO von CITO, erteilt der Drupa 2021 eine Absage.

Die begrenzten Möglichkeiten des Reisens haben erstaunlicherweise dazu geführt, dass die Wege zwischen uns kürzer geworden sind. Jede Krise bringt Veränderungen und auch neue Erkenntnisse mit sich. Die Anforderungen an unsere Industrie haben sich verändert, und heute wird der Begriff Partnerschaft neu definiert. Ein guter Partner ist heute jemand, der mich bei meinen komplexen Aufgaben unterstützt und mir nicht nur Produkte als Teil der Lösung anbietet.

Wir sind alle miteinander verbunden, vom Brand Owner bis zum einzelnen Konsumenten im Shop. Auf dem Weg der Ware zum Endkunden müssen wir gemeinsam für einen optimalen Ablauf der Prozesse sorgen. Dies funktioniert am besten in integrierten Lösungen. Wir müssen also überlegen: Was kann unser Beitrag sein? Wie können wir zu einem möglichst perfekten Prozess beitragen? Voraussetzung dafür ist der offene Austausch von Informationen, das Erkennen möglicher Schwachstellen im Prozess. Die digitale Welt gibt uns alle Möglichkeiten in die Hand, um uns in die Prozesskette zu integrieren.

Unser Auftrag ist es, eine Verpackung zu designen und zu produzieren, die die Produkte der Brand Owner auf ihren Weg zum Konsumenten optimal begleiten. Das ist unser aller Beitrag zum Wertschöpfungsprozess und wir dürfen diesen Zusammenhang nicht aus den Augen verlieren. Dafür benötigen wir Netzwerke, in denen wir uns die Möglichkeiten der digitalen Verbundenheit zu Nutze machen. Um diese Erkenntnis zu gewinnen, hat man bei CITO keine Viruskrise benötigt; aber diese hat dazu beigetragen, den Einsatz von digitaler Kommunikation zu beschleunigen. Es wurden bereits im Vorfeld starke Allianzen geschmiedet, die stetig weiter ausgebaut werden, um einen gemeinsamen Know-how-Pool zu bilden. Das gesammelte Wissen soll allen Prozessbeteiligten nutzbar gemacht werden. Nichts eignet sich besser dafür als die digitale Verbundenheit.

Welche Rolle werden also zukünftig Massenveranstaltungen wie Messen in dieser Kommunikation spielen? Nach Auffassung von CITO eher eine geringe, denn auf solchen Veranstaltungen ist eine individuelle und prozessbezogene Kommunikation nicht möglich. Es erscheint deshalb deutlich sinnvoller, die dafür geplanten Mittel und Ressourcen in den Ausbau der individuellen Kommunikation zu investieren. Competence Center und Smart Factory, die nicht mehr nur alle 4 Jahre zur Verfügung stehen, werden diesen Zukunftsherausforderungen viel besser gerecht. Selbstverständlich stehen solche Einrichtungen auch zukünftig dafür zur Verfügung, Lösungen persönlich in Augenschein zu nehmen, aber viele Dinge können bereits im Vorfeld über digitale und videogestützte Kommunikation geklärt werden.

CITO ist von dieser Vision, die ihr Partner Bobst Group SA geprägt hat, überzeugt und möchte ihren Betrag dazu leisten „to shape the future of the packaging world“. Macht es unter diesen Voraussetzungen Sinn, an der Drupa 2021 teilzunehmen? Unsere ganze Strategie war auf das Jahr 2020 ausgerichtet, diese jetzt einfach um ein Jahr zu verschieben, ist keine Option. Für uns macht eine Teilnahme im April 2021 also keinen Sinn. CITO wird die durch diese Entscheidung frei gewordenen Mittel in den Ausbau digitaler Plattformen investieren, damit man ein noch besserer Partner für alle Beteiligten werden kann.

stats