Produktionsverfahren feiert Jubiläum
Eine runde Sache

03.12.2018 Marbach fertigt bereits seit 50 Jahren Rotationswerkzeuge für die Wellpappenindustrie. Das 1923 gegründete Unternehmen startete im Jahr 1968 mit der Produktion von rotativen Stanzformen für die Wellpappe. Das bei Marbach entstandene Produktionsverfahren hat sich in den darauffolgenden Jahren zum Standard in der Verpackungsindustrie entwickelt.

Highspeed-Rotationswerkzeug mit Marbaspeed-R für die Wellpappenindustrie
© Foto: Marbach
Highspeed-Rotationswerkzeug mit Marbaspeed-R für die Wellpappenindustrie

Im Jahr 1923 wurde der Grundstein für das Unternehmen Marbach gelegt. Karl Marbach Senior gründete mit zwei Teilhabern das Unternehmen Marbach. Zunächst wurden Aufsetzstanzmesser für die ortsansässige Schuhindustrie hergestellt. Ab 1926 begann man mit der Herstellung von Bandstahlschnitten, sprich Stanzformen. Diese Flachstanzformen wurden in den folgenden Jahrzehnten sowohl für die Werbemittelindustrie als auch für die Verpackungsindustrie hergestellt.

Als in den 60er Jahren das rotative Stanzen von Wellpappe immer mehr aufkam, beschäftigte sich Marbach zunehmend mit diesem Thema. Bei den ersten Rotationsmaschinen wurde noch Stahl auf Stahl gestanzt. Der Gegenstanzzylinder war  also aus Stahl. Mitte der 60er Jahre kamen dann die ersten Rotationsmaschinen aus den USA nach Europa, bei denen auf einen weichen Gegenbelag gestanzt wurde. Mit den Maschinen aus den USA setzte sich das Format 66 Zoll für Werkzeugdurchmesser von 487 mm durch. Heute gibt es mehr als 50 verschiedene Durchmesser. Geschäftsführer Peter Marbach: „Durch den Bedarf an großformatigen Umverpackungen wurde das rotative Stanzen von Wellpappe immer populärer. Deshalb hatten wir uns in den Jahren 1967 und 1968 intensiv mit dem Thema Rotationsstanzformen beschäftigt. Diesen neuen Bereich hatten wir damals sogar extra in ein separates Gebäude ausgelagert. Dort entstand unsere Innovationsschmiede für Rotationswerkzeuge, ein Entwicklungs- und Fertigungszentrum. Das neu entwickelte, spezielle Produktionsverfahren war damals noch sehr aufwendig. Mit viel Handarbeit. Im Gegensatz zu heute.“

Beim rotativen Stanzen sind nicht nur große Formate möglich, sondern auch hohe Produktionsgeschwindigkeiten. Marbach weiter: „Damals wie heute wollten wir unseren Kunden passende Lösungen für ihre Anforderungen anbieten.“

Kapazitäten wurden erhöht

In den darauffolgenden Jahren wurde dieses Verfahren immer weiterentwickelt. Marbach hatte im Jahr 2014 für seinen Produktbereich Rotationswerkzeuge eine eigene Halle gebaut. Damit hat das Unternehmen die Kapazitäten geschaffen, um  den steigenden Bedarf an Hightech-Rotationswerkzeugen abdecken zu können. Neben der Herstellung von Rotationswerkzeugen werden dort auch die Dienstleistungen Nachschärfen von Werkzeugen sowie die Neusegmentierung von Marbach- und Fremdwerkzeugen angeboten. Ein Kunde, der von der Marbach-Investition profitiert, ist Robert Asciak, Produktionsleiter der Firma  APT in Vietnam. Er ist nicht nur von den Leistungen der Marbach-Werkzeuge überzeugt, sondern auch von den Lieferzeiten. Robert Asciak: „Meine Erfahrungen mit Rotationswerkzeugen von Marbach sind sehr gut. Ich empfehle jedem, unbedingt auf Marbach-Qualität zu setzen. Denn bei Marbach-Werkzeugen sehe ich einen deutlichen Unterschied im Vergleich zu anderen Herstellern von Rotationswerkzeugen. Wir selbst haben – seit wir Marbach-Werkzeuge einsetzen – eine deutlich bessere Performance hinsichtlich Schneidleistung und Werkzeuglebensdauer. Dadurch profitieren wir von einer sehr guten Produktqualität, einer hohen Produktivität und geringeren Kosten.

Die erhöhte Werkzeuglebensdauer von Marbach-Werkzeugen führt dazu, dass die Zeiträume zwischen dem Nachschärfen der Messer länger sind als bei anderen Rotationsherstellern. Ein weiterer Vorteil bei Marbach: Wir können die Werkzeuge öfter nachschärfen, bevor eine Neusegmentierung notwendig wird. Schlussendlich haben wir mit den Marbach-Werkzeugen im Durchschnitt eine 1,5-fache bis doppelte Laufzeit im Vergleich zu anderen Rotationswerkzeugen. Durch die Investition in eine neue Produktionshalle haben sich außerdem die Lieferzeiten bei Marbach verkürzt. Wir sind rundum zufrieden. Nicht nur mit den Werkzeugen, sondern auch mit dem Service. Marbach ist immer schnell und sehr freundlich. Die Ansprechpartner – vom Verkäufer bis zum Techniker – sind kompetent und stets hilfsbereit.“

Bis heute sind Rotationsstanzformen bei Marbach ein wichtiges Produkt im umfangreichen Portfolio. Unter dem Namen Marbaspeed-R bietet Marbach eine ganz spezielle Rotationsstanzform an. Dieses Premiumwerkzeug ist immer mit den neuesten Materialien versehen und wird mit den aktuellsten Fertigungstechniken produziert. Beispielsweise sorgt die Gummierung mit dem Marbach-Hochleistungsgummi Flexpower für hohe Produktivität im rotativen Stanzprozess. Flexpower ist ein Hochleistungsgummi, der durch seine neuartige Struktur und seine speziellen technischen Eigenschaften für beste Stanzperformance bei der Verpackungsherstellung sorgt. Das neue Material zeichnet sich durch seine Kompressionskraft, seine Rückprallelastizität und seine Langlebigkeit aus. Marbach-Entwickler Ingo Graham hat zahlreiche Tests bei Kunden begleitet. Die Testergebnisse sprechen für sich: „Durch die neuartige Struktur lässt sich Flexpower stärker komprimieren als herkömmliche Gummis, was deutliche Vorteile für die Stanzqualität bedeutet. Die hohe Rückprallelastizität führt dazu, dass der Abfall sehr schnell und effizient ausgeworfen wird. Bei rotativem Stanzen ermöglicht das beste Abfallführung – für Abfallfreiheit und höchste Maschinenlaufgeschwindigkeiten. Beim flachen Stanzen sorgen die technischen Eigenschaften des Flexpower-Gummis für einen reibungslosen Produktionsprozess.“

Einer der Testkunden, mit denen Marbach auch wegen der Zusammensetzung des Gummis zusammengearbeitet hat, ist Andreas Strasser, Produktionsleiter bei Flatz: „Wir sind sehr zufrieden mit dem neuen Gummi. Sowohl mit der Funktionalität als auch der Lebensdauer. Er erfüllt voll und ganz unsere Anforderungen. Wo andere Gummis bereits verschlissen sind und ausgetauscht werden müssen, ist die Funktionalität von Flexpower immer noch top.“

Werbebrief für Marbach Rotations-Stanzformen aus dem Jahr 1982 © Foto: Marbach
Werbebrief für Marbach Rotations-Stanzformen aus dem Jahr 1982

Für hohe Produktivität

Und Peter Marbach ergänzt: „Unsere Rotationswerkzeuge – allen voran die Marbaspeed-R-Werkzeuge – stehen für hohe Produktivität, Abfallfreiheit sowie hohe Standzeiten. Wir freuen uns sehr, dass wir in diesem Jahr bereits auf 50 Jahre Fertigung von Rotationsstanzformen zurückblicken können.“

Marbach liefert heute auch die passende Werkzeugtechnik für die speziellen Mitsubishi-Maschinen. Diese Maschinen stellen ganz neue Anforderungen an die verwendete Werkzeugtechnologie. Marbach hat sich den Herausforderungen gestellt und eigens für diese Maschinen ausgestattete Werkzeuge entwickelt. Auch hier für höchste Produktivität beim Rotationsstanzen, verspricht das Unternehmen.

Die Mitsubishi-Maschinen verfolgen eine andere Technik als herkömmliche Rotationsmaschinen. Denn diese haben ein integriertes selbstausbrechendes System, bei dem mittels Auswerferstiften der Abfall ausgebrochen wird. Dies bedeutet aber auch, dass herkömmliche Werkzeuge den Ansprüchen nicht genügen und spezielle Rotations-Stanzwerkzeuge eingesetzt werden müssen. Diese Werkzeuge sind aufwendig in der Herstellung und müssen hochpräzise sein.

Marbach-Entwickler Ingo Graham: „Wir haben in den letzten Monaten Werkzeuge entwickelt, die perfekt auf die Anforderungen der speziellen Rotationsmaschinen abgestimmt sind. Die Kunden, die von uns die entsprechenden Werkzeuge bereits  bestellt haben, sind sehr zufrieden damit. Sie profitieren von 100 %iger Abfallfreiheit ihrer Zuschnitte sowie sehr hohen Laufgeschwindigkeiten ihrer Rotationsmaschine. Außerdem werden Stanzen, Falten und Kleben in einem Arbeitsgang ausgeführt. Die Produktivität dieser Maschinen in Kombination mit der Marbach-Werkzeugtechnologie ist folglich sehr hoch. Für maximale Performance beim Rotationsstanzen.“

„Durch den Bedarf an großformatigen Umverpackungen wurde das rotative Stanzen von Wellpappe immer populärer. Deshalb hatten wir uns in den Jahren 1967 und 1968 intensiv mit dem Thema Rotationsstanzformen beschäftigt.“ So Peter Marbach, Geschäftsführer von Marbach.


Erschienen in packMITTEL Nr. 6/2018

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