Koenig & Bauer
Bleibt in der Verlustzone

29.07.2020 Neben der generellen Investitionszurückhaltung vieler Kunden in der Corona-Krise haben Reisehemmnisse, Lockdowns und weitere Einschränkungen die Geschäftszahlen im Koenig & Bauer-Konzern im ersten Halbjahr 2020 deutlich beeinträchtigt.

Die bei der virtuellen Messe Koenig & Bauer Live im Juni neu vorgestellte High-End-Maschine Rapida 106 X für das Bogenoffset-Mittelformat soll neue Leistungsmaßstäbe im industriellen Druck setzen.
© Foto: Koenig & Bauer
Die bei der virtuellen Messe Koenig & Bauer Live im Juni neu vorgestellte High-End-Maschine Rapida 106 X für das Bogenoffset-Mittelformat soll neue Leistungsmaßstäbe im industriellen Druck setzen.

Besonders waren die Auslieferungen der Maschinen zu den internationalen Kunden und die weltweiten Einsätze der Monteure sowie Servicetechniker von den Restriktionen durch die Covid-19-Pandemie betroffen. Mit 480,2 Mio. € lagen die Bestellungen um 16,2 % unter dem Vorjahreswert, entwickelten sich aber besser als der vom VDMA veröffentlichte Branchentrend für Druckereimaschinen.

Der Umsatz unterschritt mit 404,5 Mio. € den Vorjahreswert um 20,1 %. Auf der Kostenseite wurde mit der seit dem 1. April 2020 eingesetzten Kurzarbeit und weiteren Maßnahmen massiv gegengesteuert. Das EBIT konnte von –34,9 Mio. € im Q1 deutlich auf –6,0 Mio. € im Q2 verbessert werden. Für das erste Halbjahr ergibt sich ein EBIT von –40,9 Mio. € nach 0,6 Mio. € im Vorjahr. Mit –44,2 Mio. € entspricht das Konzernergebnis zum 30. Juni einem anteiligen Ergebnis je Aktie von –2,68 €.

Trotz deutlich zurückgeführter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie gestiegener Kundenanzahlungen haben der Halbjahresverlust und höhere Vorräte den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit von –68,6 Mio. € (2019: –96,5 Mio. €) maßgeblich beeinflusst. Die Eigenkapitalquote betrug zum Halbjahresende 32,2 %.

Trotz der Zuwächse im Bogenoffset-Großformat und bei Faltschachtelklebemaschinen lag der Auftragseingang im Segment Sheetfed vor allem durch geringere Bestellungen im Mittel- und Halbformat mit 288,0 Mio. € um 12,9 % unter dem Vorjahreswert von 330,6 Mio. €.

Im Segment Digital & Web lag der Auftragseingang durch geringere Bestellungen im Offset-Rollenmaschinengeschäft und flexiblen Verpackungsdruck bei 56,7 Mio. € nach 89,9 Mio. € im Vorjahr. Der Umsatz war mit 51,6 Mio. € niedriger als im Vorjahr (64,5 Mio. €).

Zum Rückgang des Auftragseingangs im Segment Special von 175,3 Mio. € auf 150,7 Mio. € haben weniger Bestellungen im Wertpapier-, Kennzeichnungs- und Glasdirektdruck beigetragen.

CEO Claus Bolza-Schünemann: „In Anbetracht der hohen Volatilität und der großen Unsicherheiten hinsichtlich der Schwere und Dauer der Coronavirus-Pandemie sowie des Erfolgs der Gesundheits-, Wirtschafts- und Geldpolitik ist die weitere weltwirtschaftliche Entwicklung ungewiss. Unter diesen unsicheren Rahmenbedingungen ist eine Umsatz- und Ergebnisprognose für unseren Konzern für das Geschäftsjahr 2020 aktuell noch nicht möglich. Zur Steigerung der operativen Ertragskraft arbeitet der Vorstand intensiv am Effizienzprogramm Performance 2024. Zur Ergänzung der bestehenden syndizierten Kreditlinien haben wir einen KfW-Kredit beantragt. Zusätzlich stehen Verbesserungen beim Working Capital und Cashflow neben der strategischen Ausrichtung auf den Verpackungsdruck und digitale Serviceangebote ganz oben auf der Agenda.

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