Heidelberg
Produktion von Primefire und Großformat wird eingestellt

18.03.2020 Der Vorstand der Heidelberger Druckmaschinen AG hat das im vergangenen Jahr angekündigte umfassende Maßnahmenpaket beschlossen, um kurzfristig die Strukturkosten zu reduzieren und die Profitabilität des Unternehmens nachhaltig zu verbessern.

Heidelberg Primefire
© Foto: Heidelberger Druckmaschinen
Heidelberg Primefire
Durch Konzentration auf das rentable Kerngeschäft und konsequente Anpassung der Kostenbasis soll eine Verbesserung beim EBITDA ohne Restrukturierungsergebnis von 100 Mio. € realisiert werden. Gleichzeitig wird durch die Rückübertragung von Liquiditätsreserven aus Treuhandfonds die Nettofinanzverschuldung nahezu vollständig abgebaut werden. Dadurch wird sich die finanzielle Stabilität von Heidelberg deutlich verbessern. Dabei baut Heidelberg auf eine starke Marke und fokussiert sich künftig auf das rentable Kerngeschäft, das im Schnitt eine EBITDA-Marge von über 8 % erwirtschaftet.

Von einzelnen Produkten, die deutlich zu wenig Ertragskraft generieren und mit einem jährlichen Verlust von in Summe rund 50 Mio. € die Profitabilität des Unternehmens erheblich belasten, wird sich Heidelberg trennen. So hat sich im Bereich des Digitaldrucks der Markt für das Produkt Primefire 106 aufgrund des schwierigen Branchen- und Marktumfeldes deutlich langsamer entwickelt als angenommen. Auch im Bereich Bogenoffsetdruck bleibt der Produktbereich „Großformat“ deutlich hinter dem angestrebten Umsatz zurück, da sich die Marktstruktur für dieses Teilsegment grundlegend verändert hat. Um die Gesamtprofitabilität schnellstmöglich zu verbessern, wird die Produktion in beiden Bereichen bis spätestens Ende 2020 eingestellt. Ziel ist es, Heidelberg konsequent auf die profitablen Aktivitäten auszurichten, um so aus eigener Kraft die operative Stärke und Profitabilität auch in schwierigen Zeiten sicherzustellen.

Mit der Neuausrichtung von Heidelberg geht wie bereits angekündigt auch eine nachhaltige Anpassung von Produktions- und Strukturkosten einher. Von den geplanten Maßnahmen werden insgesamt bis zu 2.000 Stellen weltweit betroffen sein, was auch Betriebsschließungen beinhalten kann. Dieser Stellenabbau ist notwendiger Bestandteil des lange geplanten Maßnahmenpakets zur Neuausrichtung von Heidelberg, unabhängig von der aktuell sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage aufgrund der Corona-Pandemie. In den zeitnah startenden Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretungen werden die Verhandlungen über die konkrete Ausgestaltung aufgenommen. Heidelberg ist sich gerade auch angesichts des aktuellen Umfeldes seiner Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewusst und wird gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretungen sicherstellen, dass der Abbau so sozialverträglich wie möglich stattfinden wird. Die für die Umsetzung des Maßnahmenpakets notwendigen Einmalaufwendungen werden in Abhängigkeit vom Ergebnis der Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern und bilanziellen Belastungen im Geschäftsjahr 2019/2020 in Summe auf rund 300 Mio. € geschätzt.
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