Bobst
Druck auf einem neuen Niveau

29.11.2018 Bobst ist im hochwertigen Flexodruck den nächsten Evolutionsschritt gegangen. Durch eine enge Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen der Branche kann Bobst die ultimative Druckqualität präsentieren: Bobst THQ Flexocloud.

© Foto: Bobst

Im stetig härter umkämpften Markt müssen Hersteller von Faltkisten aus Wellpappe Wege finden, wie sie ihren Kunden helfen können, mehr Waren zu verkaufen. Egal, ob Nahrungsmittel, Getränke, Elektrogeräte oder Kosmetika - es ist eine Herausforderung, Marktanteile zu halten. Beunruhigend ist aber der Trend hin zu mehr Markenpiraterie. Schätzungen zufolge sind etwa 7 % aller weltweit verkauften Waren gefälscht – für die Markenartikelhersteller eine ernsthafte Herausforderung. Schließlich ist die Markenidentität ein Schlüsselfaktor für das Überleben multinationaler Konzerne. Sie müssen dem Schutz ihrer Waren besondere Aufmerksamkeit schenken. Angefangen bei Hologrammen bis hin zu komplizierten Sicherheitsetiketten - die Verpackungshersteller sind gut aufgestellt, um den Markenartikelherstellern beim Schutz ihrer Waren zu helfen. In der Faltschachtelherstellung sowie im Etiketten- und im schmalbahnigen Druck wurde hier viel erreicht. Für die Wellpappenbranche ist es dagegen bis heute eine anspruchsvolle Herausforderung geblieben.

 

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Branchenpartnern hat Bobst ein System auf den Markt gebracht, das Herstellern von Faltkisten aus Wellpappe helfen wird, außergewöhnliche Ergebnisse zu erzielen. Und das nicht nur bei der Druckqualität, sondern auch im Sicherheitsdruck. Aus Sicht einiger Marktbeobachter stellt das, was mit THQ Flexocloud im Flexodruck erreichbar ist, nicht weniger als einen Quantensprung dar. Denn mit der neuesten Technik von BOBST können Hersteller von Faltkisten aus Wellpappe nicht nur ihre angestammten Kunden und Märkte bedienen. Vielmehr eröffnet diese Technik ihnen auch Möglichkeiten, mit neuen Produktangeboten in den Markt zu gehen.

 

Nicht nur eine Maschine

Um Missverständnissen vorzubeugen: Bei THQ Flexocloud handelt es sich nicht um eine Druckmaschine. Vielmehr ist THQ Flexocloud ein Ökosystem mit strengen Richtlinien und technischen Parametern. Von der Handhabung der Originaldateien über die Druckvorstufe, die Herstellung der Flexodruckplatten, die speziellen Druckfarben, das richtige Kammerrakel und die zertifizierte Rasterwalze handelt es sich bei THQ Flexocloud um eine Methodik, mit der Maschinenführer auf einfache Weise atemberaubende, dem Offsetdruck vergleichbare Ergebnisse erzielen.

 

Dennoch handelt es sich nach wie vor um Flexodruck. Kunden benötigen weder neue Maschinenführer noch müssen sie ihre Produktion radikal verändern. THQ Flexocloud kann mit jeder neuen Flexo-Rapidset-Druckmaschine von Bobst geliefert und auch auf vielen älteren Maschinen von Bobst nachgerüstet werden. Die erforderlichen physikalischen Veränderungen an den Druckmaschinen sind minimal. Das System muss auf Maschinen mit feststehenden Druckwerken laufen, da es besser ist, wenn zwischen allen Druckwerken Platz für Trockner vorhanden ist.

 

Was ist THQ?

THQ steht im Französischen für ‚Très Haute Qualité‘ (sehr hohe Qualität) – ein Begriff, den Didier Guenu geprägt hat, Entwickler des Verfahrens und Inhaber von Graphilabel. Das auf den Sicherheitsdruck spezialisierte Unternehmen mit Sitz in Reims in Frankreich wurde vor mehr als 35 Jahren gegründet. Nachdem es anfangs Dokumente mit fortlaufenden Nummern produzierte, begann Graphilabel mit der Herstellung von Scheckbüchern für Banken und schob in dieser Zeit sukzessive die Grenzen dessen hinaus, was mit Sicherheitsfunktionen möglich war.

 

Über den Druck von Scheckbüchern hinaus stieg das Unternehmen in die Produktion von Flexodruckplatten für Etiketten ein, die im Schmalbahndruck hergestellt werden. Es wurde 2010 als erstes Unternehmen in Frankreich von Esko als Hersteller hochwertiger Flexoplatten zertifiziert. Seither hat es die Grenzen dessen, was im Flexodruck erreichbar ist, immer weiter hinausgeschoben und ein Druckverfahren entwickelt, mit dem Drucker im 2D-Druck auch 3D-Effekte erzeugen können.

 

Das ‚Flexocloud‘-Element im Namen weist darauf hin, dass ein Teil des Prozesses in der Cloud sitzt. Das bedeutet, dass Verpackungsdrucker in aller Welt mit dem THQ Flexocloud-Prozess arbeiten können. Über eine spezielle Internet-Schnittstelle können die Verpackungsdrucker ihre Druckvorlagen hochladen und diese vom System prüfen lassen. Anschließend schickt das System die THQ-reifen Dateien an die zertifizierten Druckplattenhersteller. Diese stellen dann die Flexodruckplatten her und liefern diese an die Druckereien, die THQ Flexocloud einsetzen.

 

Graphilabel in Reims kontrolliert und überwacht sorgfältig die Gravurprofile der Rasterwalzen und die Parameter der Druckplattenherstellung. „Das System ist vollständig automatisiert und arbeitet rund um die Uhr“, erklärt Didier Guenu. „Dennoch stehen unsere Bediener stets bereit, falls Verpackungsdrucker bei komplexen Jobs die Dateien doch vor der Druckplattenherstellung mit ihren eigenen Augen prüfen wollen. Dank des strengen Prüfungsprozesses und der Tatsache, dass wir ausschließlich mit zertifizierten Druckplattenherstellern arbeiten, können sich Verpackungshersteller auf die Druckergebnisse verlassen.“

 

Warum ist der Prozess etwas Besonderes?

Man könnte meinen, sechs, sieben oder acht Farben seien erforderlich, um im Druck ultimative Ergebnisse zu erreichen. „THQ Flexocloud arbeitet mit lediglich vier Farben“, erklärt François Chaume, THQ Projektmanager bei Bobst Lyon. „Dank der ausgeklügelten Kombination aus Rasterwalze, Druckplatten, speziell formulierten Druckfarben und einem modifizierten Farbwerk erreichen wir mit einem CMYK-Standardprozess mindestens 65 % des Farbraums - gegenüber durchschnittlich 45 % im HD-Standard-Flexodirektdruck.

 

„Die Tatsache, dass wir diese hohe Druckqualität mit nur vier Farben erreichen, ermöglicht erhebliche Kosteneinsparungen. Nicht nur weil weniger Druckfarbe verbraucht wird, sondern auch weil pro Druckauftrag weniger Druckplatten benötigt werden,“ stellt David Arnaud fest, Leiter Produktmarketing bei Bobst Lyon. „Hersteller von Markenartikeln fordern insbesondere im Bereich E-Commerce höchste Druckqualität. Bei Premium-Paketen haben die Verbraucher ‚Auspack‘-Erlebnisse – und kommen deshalb vielleicht wieder. Doch während die Markenartikelhersteller besser aussehende Verpackungen wollen, sollen auch die Kosten niedriger sein. Verpackungshersteller erreichen das am besten, indem sie mit leichteren Papieren arbeiten und zusätzliche wertsteigernde Elemente wie Sicherheitsmerkmale anbieten. Letztlich wollen die Markenartikelhersteller die Gesamtkosten des Prozesses reduzieren. Können Verpackungshersteller in hoher Qualität drucken, in einem Durchgang Sicherheitselemente anbringen und Faltkisten aus leichterem Papier herstellen, können sie der Herausforderung reduzierter Kosten entsprechen.“

 

„Beim Drucken innerhalb der THQ Flexocloud-Parameter können Verpackungshersteller das alles in einem Schritt erreichen, sogar mit Rotationsstanzen oder Inlinern“, so François Chaume weiter. „Höchste Druckqualität bleibt nicht länger der Offset-Kaschierung, dem Offsetdruck oder dem Preprint vorbehalten. Mit THQ Flexocloud von Bobst können Verpackungshersteller in neue Märkte vordringen und sich Wege zu neuen Kunden erschließen - und das bei geringeren Betriebskosten und kürzeren Einrichtzeiten im Vergleich zum hochwertigen Standarddruck, der sechs oder mehr Farben braucht.“

 

Kosteneinsparungen

Wie schon erwähnt, bietet THQ Flexocloud Möglichkeiten, die Kosten erheblich zu reduzieren. Es werden weniger Druckplatten benötigt und das Arbeiten mit leichterem Papier, wenngleich es unmittelbar keine Kostenersparnis im Produktionsprozess mit sich bringt, verringert aber doch die Stückkosten der Faltkisten.

 

Erhebliche Kosteneinsparungen sehen Verpackungshersteller vor allem bei den Druckfarben. „Obwohl die Flexodruckfarben etwas teurer sind als herkömmliche Druckfarben für den Flexodruck, ist die Tatsache, dass man nur vier Farben benötigt, ein großes Plus“, sagt David Arnaud. „Damit nicht genug. Dank eines modifizierten Farbkreislaufs und des Einsatzes von Stahlmessern können wir die Druckfarben exakter dosieren. Und dank eines sehr geringen Drucks erreichen wir mit weniger Druckfarbe eine höhere Farbdeckung. Das alles sind generelle Vorteile.“

 

Didier Guenu ergänzt: „Da der THQ Flexocloud-Prozess mit nur vier Farben arbeitet, ermöglicht er binnen Sekunden nach dem Anlaufen der Druckmaschinen eine 100-prozentige Genauigkeit. Und da nur vier Farben zu steuern sind, zeichnet sich die Technik durch höchste Wiederhol- und Farbregistergenauigkeit aus. Dank der Art der Farbübertragung sehen wir zudem glattere Übergänge über die Farbpalette hinweg, was insbesondere für Bilder mit hoher Farbdichte und für Vollflächen gilt.“

 

„Ein weiterer Vorteil von THQ Flexocloud ist die Reduzierung und in einigen Fällen sogar die vollständige Beseitigung des Waschbretteffektes, insbesondere bei B-Welle“, sagt François Chaume. „Rückmeldungen von Kunden zufolge, die mit THQ Flexocloud arbeiten, fällt den Maschinenführern die Umstellung auf den gesamten Prozess leicht. Bei weniger Druckfarbe, weniger Druckplatten und weniger Waschen erreichen sie im Vergleich zu HD-Flexodruckmaschinen eine höhere Maschinenverfügbarkeit. Das heißt, mit THQ Flexocloud ist eine höhere Produktivität erreichbar.“

 

Sicherheit ist ausschlaggebend

Die hohe Druckqualität bis ins kleinste Detail beeindruckt bei THQ Flexocloud vielleicht am meisten. Hier kommen die Sicherheitselemente ins Spiel – die Möglichkeit, detailgetreu zu drucken und Worte, Buchstaben oder Abbildungen in Bildern mit Größen von weniger als 5 mm zu platzieren. Man muss es gesehen haben, um es glauben zu können. Und man braucht eine Lupe, um die gedruckten Worte oder Bilder zu erkennen - für Markenartikelhersteller eine kostengünstige Sicherheitsanwendung im Druck auf Faltkisten.

 

Ein ganzheitliches System

Es handelt sich also um ein ganzheitliches Ökosystem, ein Mix aus neuester Technik und Prozessen, mit dem Hersteller von Verpackungen aus Wellpappe höchste Druckqualität erreichen sowie Sicherheitselemente einbetten und damit einen Mehrwert bieten können, den Markenartikelhersteller benötigen, um sich gegen die zunehmende Markenpiraterie zu wehren.

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