Preis deutscher Maschinenbau
Renate Pilz erhält Preis für Ihr Lebenswerk

24.10.2018 Die Unternehmerin Renate Pilz erhält für ihr Lebenswerk den "Preis deutscher Maschinenbau" 2018. Die Auszeichung wurde ihr am Dienstag, 16. Oktober anlässlich des 10. Maschinenbau-Gipfels in Berlin verliehen. Besonders ehrenswert ist laut Fachjury die konsequent werteorientierte Unternehmenskultur der Pilz GmbH & Co. KG. Renate Pilz ist die erste Frau, die diesen Preis erhält.

Auszeichnung für das Lebenswerk: Im Rahmen des 10. Maschinenbau-Gipfels in Berlin erhielt Renate Pilz den Preis deutscher Maschinenbau.
© Foto: Anna McMaster
Auszeichnung für das Lebenswerk: Im Rahmen des 10. Maschinenbau-Gipfels in Berlin erhielt Renate Pilz den Preis deutscher Maschinenbau.
Renate Pilz hatte das Automatisierungsunternehmen mit Sitz in Ostfildern nach dem Tod ihres Mannes Peter (1975) mit dessen technologischer Vision weitergeführt. Die damalige Hausfrau engagierte ein externes Management für das damals 200 Mitarbeiter beschäftigende Unternehmen. Parallel arbeitete sie sich immer tiefer in die Materie ein: „Es ist für mich wunderbar, wie man etwas lernen kann, wenn man es wirklich will – und wie einem das Freude bereitet“, erklärte sie am Rande der feierlichen Preisverleihung in Berlin.

Automatisierungstechnik für den Weltmarkt

1994 übernahm Renate Pilz dann selbst die Geschäftsführung und trieb die internationale Expansion voran. Mit Lösungen für die sichere Automatisierungstechnik machte sie Pilz zu einem weltweit führenden Unternehmen, das im Bereich der Sicherheitschaltgeräte zum Weltmarktführer avancierte. Die Technologie von Pilz sorgt für den Schutz von Mensch und Maschine und überwacht beispielsweise Maschinen und Anlagen, Seilbahnen, Skilifte und Fahrgeschäfte.
Heute verfügt das Unternehmen über weltweit 42 Tochtergesellschaften. Mit rund 2.400 Mitarbeitern erwirtschaftete es im vergangenen Jahr einen Umsatz von 338 Millionen Euro. Ende 2017 übergab Renate Pilz die Geschäftsführung an ihre Kinder Susanne Kunschert und Thomas Pilz.

Respekt und Innovation

Renate Pilz prägte mit ihren humanistisch-christlichen Wertvorstellungen die Unternehmenskultur. Neben dem respektvollen Umgang miteinander stand das Vorantreiben von Innovationen für sie stets im Mittelpunkt. So fließen kontinuierlich 20 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Das führte auch dazu, dass Pilz zu den Vorreitern bei der digitalen Transformation gehört. „Sie haben ein extrem wandelbares Unternehmen geschaffen, der letzte Clou der Bau eines eigenen Roboters. Manche sagen, Industrie 4.0 habe es bei Ihnen schon gegeben, bevor der Begriff überhaupt geprägt wurde“, sagte Claus Wilk, Chefredakteur der Produktion in seiner Laudatio.

Der Preis deutscher Maschinenbau wird einmal im Jahr im Rahmen des Maschinenbaugipfels in Berlin von der Fachzeitung Produktion an eine von einer Fachjury ausgewählte Unternehmerpersönlichkeit vergeben. Er hat den Anspruch, nicht einzelne Leistungen, sondern ein Lebenswerk zu ehren.
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