Neue Wege in der Kommissionierung

12.08.2014

© Foto: Rober
Die Kommissionierung von Getränkeprodukten ist eigentlich prädestiniert für die Automatisierung: die Verpackungen/Gebinde sind nämlich stabil und leicht handhabbar, die Produktvielfalt ist einigermaßen überschaubar und das hohe Produktgewicht ein Grauen für jeden Arbeitsmediziner.

Es gibt auch vielfältige Ansätze, den Kommissioniervorgang automatisch zu realisieren, aber kurioserweise besteht das Problem weniger darin, eine technische, denn eine wirtschaftliche Lösung zu finden. Die Lieferungen sind eben doch relativ homogen (im Getränkemarkt steht immer eine komplette Palette einer Biersorte), und es wird nur ein kleiner Teil der Lieferungen kommissioniert bzw. trotz der hohen Produktgewichte erweist sich die menschliche Arbeitskraft als erstaunlich effizient, denn es werden meist ganze Stapel übergesetzt.

Im aktuell beschriebenen Anwendungsfall der Rober Industrieroboter GmbH steht die Anlagenumsetzung auf drei Säulen:
- Ein einfaches Systemkonzept reduziert die Realisierungskosten.
- Ein intelligentes Greifprinzip erlaubt die Handhabung aller Produkte und schafft die nötige Anwendungsbreite.
- Die Handhabung ganzer Lagen bringt eine hohe Anlagenleistung und Ausbringung.

Grundlage der Aufgabenstellung zur Realisierung einer Portalroboteranlage war die automatische, lagenweise durchzuführende Kommissionierung von 60 unterschiedlichen Produkten bestehend aus Mehrwegkästen, PET-Schrumpfgebinden, Dosen und Kartons. Es galt, ein Konzept zu finden, das die Quellpaletten mit den zu bildenden Kundenpaletten zusammenführt bzw. verbindet.

Die Quellpaletten werden auf der einen Seite der Anlage mittels Querverschiebewagen zugeführt und über Rollenbahnplätze eingetaktet. Vorderseitig in der Mitte befindet sich der Zielplatz für die Produkte, belegt mit der aufzubauenden Kundenpalette. Ein großer, tragstarker Portalroboter nimmt von den Quellpaletten Lage für Lage und schichtet sie auftragsbezogen auf der Kundenpalette auf. Sobald eine Kundenpalette fertiggestellt wird, wird sie hinausgefördert, und es wird auf einer Leerpalette ein neuer Kommissioniervorgang angestoßen.

Als Quelle für die Leerpalette kann sowohl ein Palettenspender dienen wie auch ein Stapel von Leerpaletten, der sich aus abgearbeiteten Quellpaletten bildet. Sobald nämlich die letzte Lage einer Quellpalette aufgenommen wurde, nimmt der gleiche Roboter die Leerpalette heraus, stapelt sie auf und schafft so die Möglichkeit, dass die Folgepaletten nachrücken und das Fließlager von hinten wieder aufgefüllt wird.

www.ro-ber.de


BU: Grundlage der aktuell realisierten Portalroboteranlage von Rober war die automatische, lagenweise durchzuführende Kommissionierung von 60 unterschiedlichen Produkten bestehend aus Mehrwegkästen, PET-Schrumpfgebinden, Dosen und Kartons.

Foto: Rober
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